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Die İmamoğlu-Debatte in der AKP reißt nicht ab: Nach Oktay Saral nimmt nun auch Mehmet Metiner Hüseyin Çelik ins Visier

Der Prozess um die mögliche Inhaftierung des Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, sorgt weiterhin für Spannungen innerhalb der AKP. Auf die Kritik des Parteigründers Hüseyin Çelik reagierten der Chefberater des Präsidenten, Oktay Saral, und der ehemalige Abgeordnete Mehmet Metiner scharf.

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Die İmamoğlu-Debatte in der AKP reißt nicht ab: Nach Oktay Saral nimmt nun auch Mehmet Metiner Hüseyin Çelik ins Visier

Die Inhaftierung des Bürgermeisters der Stadt Istanbul (İBB), Ekrem İmamoğlu, hat innerhalb der AKP zu Diskussionen geführt. Hüseyin Çelik, einer der Parteigründer, kritisierte den Prozess gegen İmamoğlu und erklärte: "Ich halte die Art und Weise der Verhandlung für nicht korrekt." Die erste Reaktion auf diese Äußerung kam aus dem Palast.

Oktay Saral, Chefberater des AKP-Vorsitzenden und Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, antwortete scharf auf Çeliks Worte: "Dass einige Namen, die in der Vergangenheit in den Reihen der AK-Partei standen, sich nun gegen die Regierung stellen, ist politisch unmoralisch. Wer nach dem Verlust seines Postens ins gegnerische Lager wechselt, dessen Aufrichtigkeit kann nicht ernst genommen werden."

METİNER MIT KRITIK AN DER PARTEI

Auch der ehemalige Abgeordnete Mehmet Metiner schaltete sich in die İmamoğlu-Debatte innerhalb der AKP ein. In einem Beitrag auf seinem Social-Media-Account wies Metiner auf zwei verschiedene Menschentypen in der Partei hin. Die erste Gruppe seien Personen, die in der Vergangenheit wichtige Aufgaben in der Partei übernommen hätten, nach dem Verlust ihrer Ämter jedoch ihre Unzufriedenheit äußerten. Er behauptete, diese Personen würden behaupten, die AKP sei von ihren Gründungsprinzipien abgewichen und Erdoğan sei zu einem Alleinherrscher geworden.

Die zweite Gruppe definierte Metiner als Personen, die in der Vergangenheit gegen Erdoğan und seine Werte gekämpft hätten, nun aber von der Macht der Partei profitieren wollten. Er erklärte, diese Personen versuchten, durch die Nähe zu Erdoğan an Ansehen zu gewinnen.

Metiner betonte, dass beide Gruppen einen schädlichen Prozess in der Partei auslösten und sagte: "Es ist an der Zeit, alles von Grund auf neu zu überdenken." Er unterstrich, dass die Partei eine neue Politik gegenüber diesen beiden Gruppen festlegen müsse.

Hier ist die vollständige Erklärung von Metiner:

"ZWEI MENSCHENTYPEN IN DER AK-PARTEI

Erste Gruppe:

Diese Gruppe, zu der auch einige Gründungsmitglieder gehören, hat alle Positionen erreicht, die man erreichen konnte. Sie waren beispielsweise Präsident, Minister, Parlamentspräsident, stellvertretender Parteivorsitzender usw. Zu jener Zeit haben sie sich mehr als jeder andere zum 'Reis' (Anm. d. Red.: Erdoğan) und zur Partei bekannt und diese verteidigt. Sie haben nicht einmal die geringste Kritik an der AK-Partei mit Toleranz aufgenommen. Ihre Zufriedenheit war auf dem Höhepunkt. Wenn ihre Ämter dann wegfallen, scheuen sie sich nicht, ihre Unzufriedenheit erst unterschwellig und dann offen zu äußern. Für diese Gruppe war die 'Zeit des Glücks' (Asr-ı saadet) der AK-Partei nur die Zeit, in der sie selbst im Amt waren. Danach sei die AK-Partei von ihren Gründungsprinzipien abgewichen und Erdoğan sei zum Alleinherrscher geworden.

Persönlich halte ich diejenigen, die anders sprechen, wenn sie selbst an der Macht sind, und anders, wenn diese Macht schwindet – die also ihre Position nach ihrer persönlichen Macht, ihrer Stellung und/oder ihrem Ansehen oder dessen Verlust bestimmen, und am schlimmsten diejenigen, die diese Eigennützigkeit unter dem Deckmantel der Rechtschaffenheit tun – weder für prinzipientreu noch für vertrauenswürdig.

Zweite Gruppe:

Das Anbiedern einiger Personen, die in keiner Phase ihres Lebens den 'Reis' und die von ihm vertretenen Werte verinnerlicht haben, ja sogar in anderen Parteien einen unerbittlichen Kampf gegen den 'Reis' und seine Werte geführt haben, nur um von der Macht des 'Reis' und seiner Partei zu profitieren. Dass sie sich von ihren eigenen Parteien lösen, um Macht und Ansehen zu erlangen, indem sie sich beim 'Reis' anbiedern. Dass sie dort erscheinen, wo der 'Reis' ist.

Das charakteristische Merkmal dieser Typen ist: Sie geben sich mehr als 'Reis-Anhänger' aus als der 'Reis' selbst. Sie versuchen, die Menschen, die ihr Leben ihrer Sache gewidmet haben, also die eigentlichen Besitzer des Hauses, durch das konjunkturelle Ansehen, das sie über den 'Reis' erlangt haben, an den Rand zu drängen.

Ich halte es sogar für falsch, Begriffe wie Prinzipien und Tugend im Zusammenhang mit solchen Politikern überhaupt in den Mund zu nehmen.

Das Traurige ist, dass solche Leute zeitweise auf Händen getragen werden. Dies verwandelt sich in einen schädlichen Prozess, der zu nicht wiedergutzumachenden Kränkungen, Groll und sogar zu Abspaltungen führt.

WENN DOCH NUR;

Diejenigen aus der ersten Gruppe keine Eigennützigkeit betreiben und in ihrer Rolle als Ältere unterstützender als jeder andere wären.

Wenn sie fest hinter dem 'Reis' und der Partei stünden.

Wenn sie ihre Warnungen und Kritik, falls vorhanden, äußern könnten, ohne dabei den Mund anderer zu benutzen und ihren politischen Ambitionen zu dienen, sondern indem sie sich zum 'Reis' und zur Partei bekennen.

Zweifellos wäre dies eine sehr nützliche und funktionale Kraft.

Wenn auch diejenigen aus der zweiten Gruppe den Menschen, die ihr Leben ihrer Sache gewidmet haben, dort, wo sie hingekommen sind, den gebührenden Respekt entgegenbringen würden und nicht zu falschen Mitteln wie dem Verdrängen oder Unterdrücken greifen würden. Wenn sie den notwendigen Respekt gegenüber den eigentlichen Besitzern des Hauses zeigen würden, anstatt zu versuchen, sie durch alle möglichen Intrigen beiseite zu schieben, um selbst in den Vordergrund zu treten. Wenn sie nicht versuchen würden, ihre Rollen und ihre Macht zu übertreiben, um die Partei, in die sie gekommen sind, umzugestalten – ein Vorgehen, das auf Ablehnung stößt. Dann würden sie sehen, dass sie viel mehr akzeptiert und respektiert werden.

Und wenn doch nur diese Namen aus dieser Gruppe nicht über die Köpfe derer gehoben würden, die ihr Leben ihrer Sache gewidmet haben. Wenn ihre ausgrenzende Haltung niemals zugelassen würde.

Wenn beide zusammenkommen, wird die Partei beschädigt, das sei hiermit kundgetan!

Es ist an der Zeit, alles von Grund auf neu zu überdenken, das möchte ich in Erinnerung rufen.

Sowohl die Angehörigen der ersten als auch der zweiten Gruppe sollten ihre Positionen erneut überdenken.

Es erscheint zudem unerlässlich, dass der 'Reis' und unsere AKP-Parteizentrale eine neue Politik gegenüber beiden Gruppen festlegen.

Das ist meine Einschätzung."


Nachrichtenquelle: 12punto

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