Angst vor Ermittlungen in AKP-Kreisen: Was, wenn wir als Nächste dran sind!
Die Spionageermittlungen gegen den Bürgermeister der Stadt Istanbul, Ekrem İmamoğlu, und seinen Berater Necati Özkan haben in AKP-Kreisen für Unruhe gesorgt.
Die gegen den Bürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, und seinen Berater Necati Özkan eingeleiteten Spionageermittlungen haben in den Kulissen der AKP große Besorgnis ausgelöst.
Parteifunktionäre äußern ihre Sorge, dass sich das Ausmaß der Ermittlungen nicht nur auf die Stadtverwaltung von Istanbul (İBB) beschränken, sondern alle politischen Parteien betreffen könnte.
KOMMENTARE ZU WÄHLERDATEN
Die Autorin der Zeitung Nefes, Nuray Babacan, hat einen bemerkenswerten Artikel zu diesem Thema verfasst. Babacan zufolge wird davon ausgegangen, dass die Wählerlisten, die der Hohe Wahlausschuss (YSK) den Parteien zur Verfügung stellt, eher eine Verletzung des Datenschutzes als eine „Spionage“ darstellen könnten.
Es wird darauf hingewiesen, dass Parteien diese Daten während der Wahlperioden für Kampagnenzwecke nutzen und es in diesem Prozess zu Verstößen gegen den Schutz personenbezogener Daten kommen kann. Die Autorin stellt fest, dass „das eigentliche Problem hier höchstens eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten sein könnte“.
INTERNE DISKUSSIONEN IM YSK
Babacan brachte auch die Diskussionen innerhalb des YSK zur Sprache. Der Hohe Wahlausschuss stellt allen politischen Parteien insbesondere während der Wahlperioden Wählerlisten zur Verfügung. Es wird festgehalten, dass diese Daten den Parteien zu Zwecken wie der Überprüfung auf Mehrfachwahlen übermittelt werden.
Einige YSK-Mitglieder sollen jedoch argumentiert haben, dass die Wählerlisten keine türkischen Identitätsnummern (T.C. Kimlik No) der Bürger enthalten sollten, um so eine Verletzung des Datenschutzes zu verhindern. Es wird jedoch auch darauf hingewiesen, dass diese Entscheidung meist akzeptiert wurde, da man davon ausging, dass die Überprüfung auf Mehrfachwahlen nur mit den Identitätsnummern möglich sei.
Babacan betont, dass sich diese Ermittlungen nicht nur über die İBB gegen Ekrem İmamoğlu und Necati Özkan richten, sondern zu einer Situation werden könnten, die alle politischen Parteien betrifft.
Insbesondere ist bekannt, dass die AKP Wählerdaten an Kampagnen- und PR-Firmen weitergibt. Babacan erklärt, dass alle Parteien unter Verdacht geraten könnten, falls diese Daten später an andere Stellen gelangen sollten. Diese Möglichkeit löse unter AKP-Mitgliedern große Besorgnis aus.
RISIKO FÜR ALLE PARTEIEN
Es wird angenommen, dass diese Situation nicht nur die AKP, sondern alle anderen politischen Parteien beeinflussen könnte. Babacan argumentiert, dass das Ergebnis der Ermittlungen ein großes Risiko für alle politischen Parteien darstelle, und sagt: „Mit etwas Zwang könnten alle Parteien unter Verdacht geraten.“
Es besteht zudem die Sorge, dass diese Entwicklungen in Zukunft dazu führen könnten, dass die Weitergabe von Wählerdaten an Parteien verboten wird. Babacan behauptet, dass dies negative Auswirkungen auf die Kontrolle und Überwachung von Wahlen haben könnte. „Es wird analysiert, dass dies zu einer Behinderung der Kontrolle und Überwachung der kommenden Wahl führen könnte“, sagt sie und weist darauf hin, dass die Zweifel an der Angelegenheit zunehmen.
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