Fahrettin-Altun-Krise in AKP-Kulissen: Neuer Akt im Machtkampf! Distanz zur Erdoğan-Familie wächst
Die Ernennung von Fahrettin Altun zum Botschafter im Vatikan, nachdem er zuvor das Amt des Leiters der Präsidentschaft für Kommunikation und anschließend den Vorsitz der türkischen Menschenrechts- und Gleichstellungsbehörde innehatte, hat in den Kulissen der AKP für große Diskussionen gesorgt. Reaktionen innerhalb der Partei und alte Vorwürfe sind erneut in den Fokus gerückt.
Die Ernennung von Fahrettin Altun zum Botschafter im Vatikan hat hinter den Kulissen der AKP für Wirbel gesorgt. Wie Nuray Babacan berichtet, wurde Altuns Ernennung zum Vorsitzenden der türkischen Menschenrechts- und Gleichstellungsbehörde (TİHEK) nach seinem vorherigen Posten zwar begrüßt, doch seine neue Aufgabe im Vatikan hat in der Partei neue Debatten ausgelöst.
Einige AKP-Kader erinnerten daran, dass Altun nach seiner Entlassung von seinem früheren Posten bei Präsident Erdoğan die Ernennung zum Botschafter gefordert hatte, was Erdoğan damals abgelehnt habe. Sie kommentierten: "Dass dieses Thema wieder auf den Tisch kommt, bedeutet, dass jemand interveniert hat. Wir fragen uns, wer das ist." Diese Entwicklung hat auch die Fragezeichen bezüglich Altuns neuer Aufgabe verstärkt.
EINE BELOHNUNG?
Während die Ernennung von Fahrettin Altun zum Botschafter im Vatikan von einigen Kreisen als "Belohnung" gewertet wird, sind innerhalb der Partei unterschiedliche Ansichten aufgekommen. Altuns Haltung in seiner vorherigen Funktion hat die parteiinternen Diskussionen weiter angeheizt.
Dass Fahrettin Altun während seiner Amtszeit als Kommunikationsdirektor des Präsidenten Erklärungen unter Verwendung des Präsidentensiegels abgab, war von einigen Seiten kritisiert worden.
Zudem stieß es auf Unmut, dass er als eine der Personen, die unmittelbar nach Präsident Erdoğan am häufigsten in Erscheinung traten, durch staatliche Medien wie TRT und A.A. ständig präsent war.
Die Polemiken, die Altun mit der Führung der Turkuaz-Mediengruppe hatte, sowie die gegenseitigen Diskussionen über Werbeanzeigen bei ATV und TRT-Sendungen waren ein weiterer Faktor, der die Spannungen innerhalb der Regierung verschärfte.
Darüber hinaus standen auch Vorwürfe im Raum, wonach Altun durch den "Kauf" von Internetseiten, die der CHP nahestehen, Berichterstattung gegen die größte Oppositionspartei ermöglicht habe.
WÄCHST DIE DISTANZ ZUR ERDOĞAN-FAMILIE?
Das Ende der Tätigkeiten von Altuns Ehefrau Fatmanur Altun als TÜRGEV-Managerin und als Mitglied des Verwaltungsrats von THY wird als Ergebnis eines Machtkampfes gewertet.
In den Kulissen wird häufig über den von Hakan Fidan vorgelegten Kriegsbericht zum Iran und die zunehmende Distanz zu Altun gesprochen.
Die Kritik innerhalb der AKP an der Ära von Fahrettin Altun konzentrierte sich insbesondere auf die gegen Journalisten verhängten Embargos und die Operationen, die gegen die Opposition gerichtet waren.
Die Bilanz der Amtszeit von Altun wurde von AKP-Mitgliedern als "bitterer Nachgeschmack" beschrieben. Diese Periode bleibt ein Thema, das in den Regierungskulissen weiterhin häufig diskutiert wird.
Nachrichtenquelle : 12punto
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