Fatih Altaylı gibt seine Entscheidung bekannt: Nach der Entlassung aus dem Gefängnis...
Der Journalist İsmail Saymaz teilte die Einschätzungen von Fatih Altaylı und Merdan Yanardağ zum laufenden Prozess mit, die er im Gefängnis besuchte. Altaylı erklärte, er rechne damit, noch weitere 7 bis 7,5 Monate in Haft zu bleiben, und werde nicht zu politischen Kommentar-Sendungen zurückkehren. Yanardağ erläuterte hingegen das Ziel der Operation gegen Tele1.
Der Journalist İsmail Saymaz gab in der Sendung „Para Siyaset“, die von Ebru Baki auf Halk TV moderiert wird, Details zu seinem Gespräch mit Fatih Altaylı und Merdan Yanardağ im Gefängnis bekannt. Saymaz berichtete, dass beide Journalisten den Zuschauern Grüße ausrichten ließen und die Sendungen aus dem Gefängnis verfolgen.
ALTAYLI: „ICH GEHE DAVON AUS, NOCH 7 MONATE ZU BLEIBEN“
Laut Saymaz gab Fatih Altaylı an, dass seine Bedingungen im Gefängnis gut seien. Zur Dauer seiner Haft äußerte sich Altaylı wie folgt:
„Ich gehe davon aus, dass ich noch etwa 7 bis 7,5 Monate hier bleiben werde.“
Altaylı sagte zudem, dass er nach seiner Entlassung nicht zu seinen täglichen politischen Kommentar-Sendungen zurückkehren werde. Saymaz berichtete, dass Altaylı diese Entscheidung mit der Begründung traf, dass die „politische Atmosphäre nicht geeignet“ sei. Es wurde zudem erwähnt, dass Altaylı in Erwägung ziehen könnte, sich auf Sendungen mit Inhalten zu Geschichte und Wissenschaft zu konzentrieren.
„DIE OPERATION HATTE ZWEI ZIELE“
İsmail Saymaz erklärte, er habe ein langes Gespräch mit Merdan Yanardağ geführt. Yanardağ bewertete den Prozess gegen Tele1 wie folgt:
„Die Operation gegen uns hatte zwei Ziele. Erstens: Tele1, einen der einflussreichsten Oppositionskanäle in der Türkei, zum Schweigen zu bringen. Dies war beabsichtigt und wurde erreicht. Zweitens: Ekrem İmamoğlu durch ein zweites Verfahren, das ihn im Gefängnis halten würde, zu inhaftieren.“
Yanardağ erklärte, dass Hüseyin Gün, der im Zusammenhang mit dem Spionagevorwurf gegen ihn ausgesagt hatte, „keine belastenden Aussagen gemacht“ habe, und fügte hinzu, dass er auf die Veröffentlichung der Anklageschrift warte.
„TELE1 WAR EIN SCHULDENFREIER SENDER“
Yanardağ teilte zudem wichtige Informationen zur wirtschaftlichen Struktur von Tele1 mit. Laut Saymaz sagte Yanardağ dazu:
„Unser Sender war schuldenfrei. Lediglich in einigen Zeiträumen gab es Verzögerungen bei den Lizenzgebühren, aber das waren handhabbare Schulden. Die Gehälter unserer Mitarbeiter wurden nie verspätet gezahlt. Unsere Mitarbeiter wurden mit einem Shuttle abgeholt und nach Hause gebracht. Sie erhielten täglich drei Mahlzeiten. Wir hatten ein gutes Geschäftsmodell aufgebaut. Wir hatten eine Struktur, die auf die Mitarbeiter achtete.“
Yanardağ behauptete zudem, dass es Versuche gegeben habe, den Sender vollständig zu verkaufen, und äußerte sich wie folgt:
„Ich sehe, dass der Sender mit all seinen Vermögenswerten verkauft werden soll. Ich habe mehrfach Verkaufsangebote erhalten, die ich alle abgelehnt habe. Jetzt wollen sie uns einen einflussreichen Sender entreißen und verkaufen.“
Saymaz betonte, dass beide Journalisten in guter Stimmung seien, und sagte: „Ich habe beide in einem guten Zustand vorgefunden. Sie sind gesund und analysieren den Prozess klar.“
Saymaz berichtete, dass Fatih Altaylı im Gefängnis viel lese, während sich Merdan Yanardağ aufgrund des gegen ihn erhobenen „Spionage“-Vorwurfs auf Kriminal- und Geheimdienstliteratur in diesem Bereich konzentriere.
Saymaz erzählte zudem, dass Yanardağ im Gefängnis insbesondere über einen „berühmten britischen Spion, der während seiner Arbeit beim MI6 für den KGB tätig war“, berichte und ihm entsprechende Bücher empfohlen habe.
Nachrichtenquelle : 12punto
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