'Ich habe den Putsch als Erster gemeldet': Er schildert die Ereignisse der Nacht des 15. Juli: 'Ich habe als Erster den Premierminister angerufen, er fragte: Was für ein Putsch?'
Der ehemalige AKP-Abgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Yeniyol-Gruppe, Selçuk Özdağ, erklärte, er sei die erste Person gewesen, die den damaligen Premierminister Binali Yıldırım über den Putschversuch in der Nacht des 15. Juli informiert habe. Er behauptete zudem, dass der 400-seitige Bericht zum Putschversuch, der im türkischen Parlament erstellt wurde, dort absichtlich nicht auf die Tagesordnung gesetzt worden sei.
Zum 9. Jahrestag des Putschversuchs vom 15. Juli äußerte sich der ehemalige AKP-Abgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Yeniyol-Gruppe, Selçuk Özdağ, mit bemerkenswerten Aussagen.
Im Gespräch mit Emin Özgönül von der Zeitung Sözcü erklärte Özdağ, er habe zu den Ersten gehört, die von dem Putschversuch erfahren hätten. Er sei direkt zum Çankaya-Palast gegangen und habe zahlreiche Personen, darunter auch den damaligen Premierminister Binali Yıldırım, angerufen.
Özdağ schilderte die Ereignisse jener Nacht wie folgt:
„In der Nacht des 15. Juli erfuhr ich aus meinen Quellen von dem Putschversuch. Ich begab mich sofort zum Çankaya-Palast. Ich rief viele Amtsträger an, darunter den Premierminister. Einige AKP-Abgeordnete zogen es vor, sich zu verstecken, mit der Begründung: ‚Sie werden uns auch töten‘. Premierminister Yıldırım konnte ich bei meinen ersten drei Anrufen nicht erreichen. Später rief er mich zurück. Als ich ihm die Lage schilderte, fragte er: ‚Was für ein Putsch, wer macht das?‘. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt in Istanbul. Später erfuhren wir, dass er sich auf dem Weg zum Ilgaz-Tunnel befand.“
400-SEITIGER BERICHT WURDE ERSTELLT, ABER NICHT IM PARLAMENT BEHANDELT
Özdağ, der als stellvertretender Vorsitzender des nach dem 15. Juli in der TBMM eingesetzten Untersuchungsausschusses für den Putschversuch fungierte, gab an, dass der Ausschuss sieben Monate lang gearbeitet und über eine Million Seiten an Dokumenten und Protokollen erstellt habe. Er erklärte jedoch, dass der erstellte 400-seitige Abschlussbericht im Parlament nicht debattiert wurde, und sagte dazu:
„Wir haben einen umfassenden 400-seitigen Bericht erstellt und dem Parlamentspräsidium übergeben. Doch die Regierungspartei unternahm besondere Anstrengungen, um zu verhindern, dass der Bericht im Parlament diskutiert wird. Der Bericht wurde praktisch in die Schublade gesteckt. Dabei enthielt er sehr ernsthafte Informationen und Bewertungen.“
BEHAUPTUNG ZU YAZICIOĞLU AUS DEM BERICHT ENTFERNT
Eine der bemerkenswertesten Aussagen von Özdağ betraf die Erkenntnisse, dass es sich bei den Soldaten, die während des Putschversuchs das Hotel stürmten, in dem sich Präsident Erdoğan aufhielt, um dieselben Personen handelte, die angeblich 2009 Teile aus dem Hubschrauber von Muhsin Yazıcıoğlu entfernt haben sollen.
Er erklärte jedoch, dass diese kritische Information nicht in den Haupttext des Berichts aufgenommen wurde, und merkte an:
„Wir haben festgestellt, dass diejenigen, die das Attentat auf den Präsidenten verübten, dieselben Soldaten waren, die Teile aus Yazıcıoğlus Hubschrauber entfernt hatten. Ich habe dazu einen separaten Bericht erstellen lassen. Dieser Teil wurde jedoch bewusst nicht in den Hauptbericht aufgenommen.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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