Seine Entlassung sorgte für Schlagzeilen: Fahrettin Altun bricht sein Schweigen wegen Ekrem İmamoğlu
Der entlassene Fahrettin Altun bestätigte über seinen Anwalt das Schreiben, das vom Kommunikationspräsidium an Serdar Haydanlı, eine der Schlüsselfiguren in der Untersuchung gegen die Stadtverwaltung Istanbul (İBB), gerichtet wurde. Altuns Anwalt erklärte: „Dieses Dokument ist nicht nur für ihn bestimmt“ und reagierte auf die Kritik unter Bezugnahme auf Ertuğrul Özkök.
Der von seinem Posten als Kommunikationsleiter entlassene Fahrettin Altun hat über seinen Anwalt Sezgin Tunç ein Schreiben bestätigt, das an Serdar Haydanlı, der in der Operation gegen die Stadtverwaltung Istanbul (İBB) als „Schlüsselfigur“ bezeichnet wird, gerichtet war. Es wurde klargestellt, dass das von Altun im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag verfasste „Empfehlungsschreiben zur Zusammenarbeit“ nicht nur an Haydanlı, sondern an zahlreiche Unternehmen verschickt wurde.
Das betreffende Dokument war zuvor bereits vom CHP-Vorsitzenden Özgür Özel öffentlich gemacht worden. Offizielle Stellen hatten das Dokument jedoch weder dementiert noch bestätigt.
INFORMATOR ODER PARTNER? DIE DEBATTE UM Serdar Haydanlı DAUERT AN
Serdar Haydanlı war als eine der Schlüsselfiguren der Operation vom 19. März 2025 hervorgetreten, bei der İBB-Bürgermeister Ekrem İmamoğlu festgenommen wurde.
Regierungsnahe Medien hatten Haydanlı zunächst als „wichtigen İBB-Manager“ dargestellt, ihre Berichte jedoch gelöscht, nachdem seine Nähe zur AKP und die von ihm erhaltenen großen staatlichen Aufträge bekannt wurden.
Haydanlıs Unternehmen „4.5G Grup“ hatte zahlreiche Großaufträge übernommen, darunter auch den Werbefilmfür die Feierlichkeiten zum 100. Jahrestagdes Präsidiums. Behauptungenzufolge hat Haydanlıbis heute388 Aufträge vom Staat und von Kommunen erhalten.Etwa 300 davonwurden von AKP-geführtenKommunen vergeben.
Der 10haber-Kolumnist Ertuğrul Özkök veröffentlichte in seiner Kolumne die Aussagen von Fahrettin Altuns Anwalt Sezgin Tunç. Die Aussagen von Tunç lauten wie folgt:
„Ja, dieses Schreiben wurde verfasst. Aber nicht nur für Serdar Haydanlı. Anlässlich des 100. Jahrestages der Republik wurden für zahlreiche Unternehmen gleichartige ‚Beauftragungsschreiben‘ verfasst. Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen Beispiele dieser Schreiben zukommen lassen.“
Auf die Frage, warum man bis heute geschwiegen habe, antwortete Anwalt Tunç: „Wir hielten es aufgrund eines laufenden Ermittlungsverfahrens für angemessen, keine Erklärung abzugeben.“
„DER STAAT HAT MIT DIESEM DOKUMENT ZU GUNSTEN VON İMAMOĞLUEINGEGRIFFEN“Ertuğrul
Özkök interpretierte die von Altuns Anwalt übermittelten Dokumenteund argumentierte,dass der Staaterstmals auf offizieller Ebene die Vergabe öffentlicher Aufträge an Haydanlı und ähnliche Personen einräumte.Özkökstellte folgende Einschätzung an: „Die bis heute der Öffentlichkeit präsentierten Dokumente stützten sich auf Aussagen von geheimen Zeugen und Geständigen. Doch das von Fahrettin Altun bestätigte Dokument belegt, dass der Staat ebenfalls offizielle Beziehungen zu diesen Unternehmen unterhält. Dies ist ein schwerwiegender Beweis für die Verteidigungsseite. Der Staat hat damit heute sogar zu Gunsten von İmamoğlu und den CHP-geführten Kommunen eingegriffen.“
„„„„„„„„könnte man als solche bezeichnen.“
„DIE SCHREIBEN HABEN NICHTS MIT DER JUSTIZ ZU TUN“
Auf diese Einschätzung hin gab Altuns Anwalt Tunç eine Erklärung auf der Social-Media-Plattform X ab und warf Özkök „Manipulation“ vor:
„Die betreffenden Schreiben enthalten keinerlei Bezug auf laufende Ermittlungen. Eine Einmischung meines Mandanten, Herrn Altun, in ein laufendes Verfahren kommt nicht infrage. Die Aussagen von Ertuğrul Özkök sind kein Journalismus, sondern Manipulation.“
Tunç argumentierte zudem, dass es sich bei den Dokumenten lediglich um allgemeine Dienstschreiben handele, die in keiner Weise eine besondere Beziehung oder Unterstützung implizierten.
Ertuğrul Özkök reagierte nach der aufkommenden Kritik mit folgenden Worten:
„Ich habe in meinem Artikel eine sehr klare Unterscheidung getroffen. Ich habe die Worte von Herrn Tunç in Anführungszeichen exakt wiedergegeben und bin erst danach zum Kommentar übergegangen. Sie müssen meinem Kommentar nicht zustimmen, aber das bewegt sich innerhalb der journalistischen Grenzen. Die eigentliche Manipulation betreiben Sie, indem Sie das öffentlich gemachte Dokument verzerren.“
Özkök erinnerte zudem daran, dass das besagte Schreiben bereits am 19. März vom CHP-Vorsitzenden Özgür Özel offengelegt wurde, und sagte: „Das bedeutet, ich bin nicht derjenige, der das Dokument zuerst öffentlich gemacht hat. Ich habe lediglich Ihre Bestätigung journalistisch verarbeitet.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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