Neues Verfahren zur Parteivorsitz-Frage von Kılıçdaroğlu in der CHP: Gericht fordert Stellungnahme vom Kassationshof
Während die Diskussionen um die „absolute Nichtigkeit“ des 38. Ordentlichen Parteitags der CHP andauern, gibt es eine neue Entwicklung in dem Verfahren, das der ehemalige Staatsanwalt am Kassationshof und Gründungspräsident der YARSAV, Ömer Faruk Eminağaoğlu, angestrengt hat. Er fordert, dass im Parteiregister vermerkt wird, dass die Amtszeit von Kemal Kılıçdaroğlu als Parteivorsitzender am 26. Juli 2023 endete. Das 15. Verwaltungsgericht Ankara hat nun den Kassationshof zur Stellungnahme aufgefordert. Eminağaoğlu erklärte, dass Kılıçdaroğlu im Falle eines stattgegebenen Antrags aufgrund der abgelaufenen Amtszeit selbst im Rahmen der „absoluten Nichtigkeit“ nicht einmal mehr interimistisch als Parteivorsitzender fungieren könne.
Während der 38. Ordentliche Parteitag der CHP und die damit verbundenen Diskussionen über eine „absolute Nichtigkeit“ andauern, gibt es eine neue Entwicklung in dem Verfahren bezüglich der Amtszeit von Kemal Kılıçdaroğlu als Parteivorsitzender.
Wie die Zeitung Cumhuriyet berichtet, wandte sich der ehemalige Staatsanwalt am Kassationshof und Gründungspräsident der YARSAV, Rechtsanwalt Ömer Faruk Eminağaoğlu, an die Generalstaatsanwaltschaft beim Kassationshof mit der Begründung, dass die Amtszeit von Kılıçdaroğlu, die auf dem 37. Ordentlichen Parteitag begann, mit Ablauf der dreijährigen Frist am 26. Juli 2023 geendet habe.
ANTRAG ABGELEHNT
Eminağaoğlu forderte in seinem Antrag vom 1. Juni 2026, dass das Ende der Amtszeit von Kılıçdaroğlu im politischen Parteiregister der CHP bei der Generalstaatsanwaltschaft des Kassationshofs eingetragen wird.
Nachdem dieser Antrag abgelehnt worden war, reichte Eminağaoğlu am 30. Juli Klage gegen den Kassationshof beim 15. Verwaltungsgericht Ankara ein, um die Entscheidung aufheben zu lassen.
GERICHT FORDERT STELLUNGNAHME VOM KASSATIONSHOF
Das 15. Verwaltungsgericht Ankara hat seine erste Prüfung des Falls abgeschlossen. Das Gericht wies die Klageschrift nicht ab, sondern forderte den Kassationshof auf, eine Stellungnahme zu den Gründen für die Ablehnung des Antrags abzugeben.
Die Klageschrift wurde dem Kassationshof am 16. August zugestellt.
EMİNAĞAOĞLU: AMTSZEIT ENDETE 2023
Eminağaoğlu argumentierte, dass Parteivorsitzende auf ordentlichen Parteitagen für maximal drei Jahre gewählt werden können. Er forderte, dass im Falle eines stattgegebenen Antrags im Parteiregister vermerkt werden müsse, dass Kılıçdaroğlus Vorsitz am 26. Juli 2023 endete.
Eminağaoğlu erklärte: „Im Falle einer Stattgabe der Klage und einer Aufhebungsentscheidung müsste im Parteiregister vermerkt werden, dass der Parteivorsitz von Kılıçdaroğlu bereits vor dem 38. Ordentlichen Parteitag, während der Amtszeit der auf dem 37. Ordentlichen Parteitag gewählten Organe, am 26. Juli 2023 vakant wurde. In diesem Fall könnte Kılıçdaroğlu, dessen Mandat aufgrund des Ablaufs der maximalen Amtszeit erloschen ist, auch nicht mehr interimistisch die Amtsgeschäfte führen.“
DER PARTEITAGSPROZESS IN DER CHP
Der 37. Ordentliche Parteitag der CHP fand am 25. und 26. Juli 2020 statt. Auf diesem Parteitag wurde Kemal Kılıçdaroğlu erneut zum Parteivorsitzenden gewählt.
Der 38. Ordentliche Parteitag, auf dem Özgür Özel Kılıçdaroğlu ablöste und zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde, fand am 4. und 5. November 2023 statt.
Während im Rahmen eines gegen den 38. Parteitag angestrengten Verfahrens durch ein Urteil auf „absolute Nichtigkeit“ der Parteitag als ungültig bewertet wurde, war Kemal Kılıçdaroğlu per Gerichtsbeschluss an die Spitze der CHP berufen worden.
Nachrichtenquelle: 12punto
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