Özgür Özel schreibt für die italienische Presse über die Yeni Parti: Autoritarismus ist nicht das Schicksal der Türkei
Der Vorsitzende der Yeni Parti, Özgür Özel, thematisierte in einem Artikel für die italienische Presse den Druck auf die demokratische Opposition in der Türkei.
Der Vorsitzende der Yeni Parti, Özgür Özel, hat in einem für die italienische Presse verfassten Artikel seine Einschätzungen zur Demokratie in der Türkei, zum Druck auf die Opposition und zu den Gründen für die Gründung seiner Partei dargelegt. Özel betonte dabei die Botschaft: „Autoritarismus ist nicht das Schicksal der Türkei“.
In seinem Artikel für den Corriere della Sera mit dem Titel „Yeni Parti: Ein neuer Weg für den Wandel in der Türkei“ erklärte Özel, dass die Yeni Parti nicht bloß eine weitere Partei im politischen Leben sei. Die Partei sei aus dem „Bedürfnis nach einem neuen Verständnis demokratischer Politik“ in einer Zeit entstanden, in der die Demokratie unter Druck stehe.
In seinem Text argumentierte Özel, dass autoritäre Regime des 21. Jahrhunderts die Demokratie nicht durch die vollständige Abschaffung von Wahlen, sondern durch deren Aushöhlung von innen heraus schwächen. Er wies auf Themen wie die Kontrolle von Institutionen, die Schwächung der Medien, die Politisierung der Justiz und die Einschüchterung von Oppositionellen hin.
„POLITISCHER WETTBEWERB MUSS FREI BLEIBEN“
Özel behauptete, dass die Türkei seit 2002 unter der Ära von Recep Tayyip Erdoğan einen demokratischen Verfall erlebe. Er erklärte, dass der Prozess ab März 2025 in eine besorgniserregendere Phase eingetreten sei, und schrieb, dass der Bürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, im Rahmen von Ermittlungen festgenommen wurde und mehr als dreißig Bürgermeister ihres Amtes enthoben oder inhaftiert wurden.
Özel betonte, dass es bei diesen Entwicklungen nicht nur um Wahlergebnisse gehe, und äußerte: „Die eigentliche Frage ist, ob der politische Wettbewerb in der Türkei wirklich frei bleiben kann.“
Özel erklärte, dass die Yeni Parti sich bei ihrem Austritt aus der CHP nicht vom republikanischen, demokratischen und sozialdemokratischen Erbe der Türkei abgewandt habe. „Im Gegenteil, wir sind ausgetreten, weil wir davon überzeugt sind, dass die Bewahrung dieses Erbes heute einen neuen Weg in der Politik erfordert“, so seine Einschätzung.
Özel merkte an, dass seine Partei auf gesellschaftlichen Zusammenhalt abziele und Demokraten aus verschiedenen politischen Traditionen auf einer gemeinsamen Basis zusammenbringen wolle. In seinem Artikel hob er Themen wie die Unabhängigkeit der Justiz, eine rechenschaftspflichtige Regierung, gleiche Staatsbürgerschaft und die Schaffung von Chancen durch wirtschaftliche Entwicklung hervor.
Özel, der eine Verbindung zwischen der Türkei und Italien über die Geschichte des Mittelmeerraums und Europas herstellte, argumentierte, dass Demokratie nicht nur ein moralisches Prinzip, sondern auch eine strategische Stärke sei. Er erklärte, dass unabhängige Institutionen Vertrauen in die Wirtschaft schaffen würden, die Rechtsstaatlichkeit Investitionen anziehe und eine demokratische Türkei ein verlässlicherer Partner für Europa und das Mittelmeer wäre.
Özel schloss seinen Artikel mit einem Hinweis auf die starke demokratische Tradition, die Zivilgesellschaft, die junge Bevölkerung und das wirtschaftliche Potenzial der Türkei. „Keine politische Ära dauert ewig. Die neue Ära hat bereits begonnen“, sagte er.
Nachrichtenquelle: 12punto
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