Reaktion auf Can-Atalay-Entscheidung auch von Davutoğlu: 'Wir bewegen uns auf eine Verfassungslosigkeit zu'
Die Saadet-Partei und die Gelecek-Partei hielten eine gemeinsame Fraktionssitzung im türkischen Parlament ab. Auch der Vorsitzende der Gelecek-Partei, Ahmet Davutoğlu, äußerte sich kritisch zur Aberkennung des Abgeordnetenmandats des inhaftierten Hatay-TİP-Abgeordneten Can Atalay durch den stellvertretenden Parlamentspräsidenten Bekir Bozdağ.
Die Saadet-Partei und die Gelecek-Partei hielten eine gemeinsame Fraktionssitzung im türkischen Parlament ab.
Der als erster Redner ans Pult getretene stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Saadet-Partei, Bülent Kaya, äußerte sich wie folgt zur Aberkennung des Abgeordnetenmandats des inhaftierten Hatay-TİP-Abgeordneten Can Atalay durch den stellvertretenden Parlamentspräsidenten Bekir Bozdağ:
"KEINER VERWALTUNGSBEHÖRDE WURDE EINE AUSNAHMEBEFUGNIS EINGERÄUMT"
"In der Verfassung und den Gesetzen ist festgelegt, wie Streitigkeiten beizulegen sind. Wenn eine Streitigkeit vorliegt, ist die Position des Verfassungsgerichts die der entscheidenden Instanz, während die Position anderer öffentlicher Institutionen lediglich die einer Partei in diesem Streit ist. Die Verfassung räumt keiner Institution oder Person die Befugnis ein, die Entscheidungen des Verfassungsgerichts zu überprüfen. Einer Verwaltungsbehörde wurde in dieser Angelegenheit auch keine Ausnahmebefugnis erteilt. Diese Ausnahme ist weder Herr Tayyip Erdoğan, noch ist sie Herr Numan Kurtulmuş. Diese Ausnahme ist auch nicht Herr Bekir Bozdağ"
"ES WIRD FAKTISCH KEIN RECHT MEHR GEBEN"
Der nach Kaya sprechende Vorsitzende der Gelecek-Partei, Ahmet Davutoğlu, erklärte dazu:
"Die Angelegenheit Can Atalay hat eine symbolische Bedeutung erlangt. Was gestern geschah, ist die Missachtung der Verfassung. Kurz gesagt: Wir bewegen uns mit hoher Geschwindigkeit auf eine Verfassungslosigkeit zu. Das muss gelöst werden.
Kurz gesagt: Wir bewegen uns mit hoher Geschwindigkeit auf eine Verfassungslosigkeit zu. Das muss gelöst werden. Was beabsichtigt ist, ist sehr klar. Zuerst werden sie das Verfassungsgericht funktionsunfähig machen. Dann werden sie, wenn möglich, das Verfassungsgericht schließen und danach, wenn möglich, die Türkei vollständig aus dem internationalen Recht herauslösen und in eine interne Sackgasse führen. Es wird faktisch kein Recht mehr geben. Ich sage das mit Schaudern. Dieser Weg, den ihr eingeschlagen habt, ist kein guter Weg. Es wird ein Tag kommen, an dem auch ihr dieses Recht und diese Gerechtigkeit brauchen werdet.
Ich bin mir sicher, dass kein AK-Parteimitglied, einschließlich Numan Kurtulmuş, so etwas innerlich akzeptieren kann, solange keine Anweisung aus Beştepe kommt, aber ich bin mir auch sicher, dass ihre Persönlichkeiten so sehr untergraben und ihre moralische Beständigkeit gegenüber der Macht so sehr beschädigt wurden, dass sie nicht mehr die Kraft haben, in irgendeiner Angelegenheit Widerstand zu leisten."
Nachrichtenquelle: 12punto
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