Spannungen im Gerichtssaal im IBB-Prozess: İmamoğlu reagiert mit „Wer hat mich geschubst?“
Im „Korruptionsprozess“ gegen die Stadtverwaltung Istanbul (IBB) wurde die Verhandlung gegen 414 Angeklagte fortgesetzt, darunter der inhaftierte CHP-Präsidentschaftskandidat Ekrem İmamoğlu. Nach einem Vorfall im Gerichtssaal kam es zu einer kurzen Auseinandersetzung zwischen Ekrem İmamoğlu und Gendarmeriebeamten. İmamoğlu reagierte empört und behauptete, beim Treppensteigen von hinten geschubst worden zu sein.
Der 47. Verhandlungstag des Prozesses, der auf Grundlage der im Rahmen der Ermittlungen gegen die Stadtverwaltung Istanbul (IBB) erstellten Anklageschrift eröffnet wurde, fand statt.
In dem Verfahren stehen insgesamt 414 Angeklagte vor Gericht, darunter 68 Inhaftierte, zu denen auch der inhaftierte und seines Amtes enthobene CHP-Präsidentschaftskandidat Ekrem İmamoğlu zählt.
Während einige nicht inhaftierte Angeklagte und ihre Anwälte an der Verhandlung teilnahmen, waren auch CHP-Abgeordnete sowie Angehörige der inhaftierten Beschuldigten als Zuschauer im Saal anwesend.
Für den heutigen Verhandlungstag war geplant, dass die ehemalige Geschäftsführerin der Medya A.Ş., Elif Atayman, sowie die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Medya A.Ş., Elif Güven, ihre Verteidigung vorbringen.
AUFFÄLLIGE VORWÜRFE IN DER ANKLAGESCHRIFT
In der am 11. November 2025 abgeschlossenen, 3.809 Seiten umfassenden Anklageschrift wurden zahlreiche Vorwürfe gegen Ekrem İmamoğlu erhoben.
Der Anklageschrift zufolge soll İmamoğlu verschiedene Straftaten begangen haben, darunter „Bildung einer kriminellen Vereinigung“, „Bestechung“, „Geldwäsche“, „Betrug zum Nachteil öffentlicher Einrichtungen und Organisationen“, „Speicherung personenbezogener Daten“, „Beschaffung und Verbreitung personenbezogener Daten“, „Verbergen von Beweismitteln“, „Behinderung der Kommunikation“, „Beschädigung von öffentlichem Eigentum“, „Erpressung“, „Manipulation von Ausschreibungen“, „vorsätzliche Umweltverschmutzung“, „Verstoß gegen das Steuerverfahrensgesetz“, „Verstoß gegen das Forstgesetz“ sowie „Verstoß gegen das Bergbaugesetz“.
Aufgrund von 142 verschiedenen Handlungen wird für İmamoğlu eine Freiheitsstrafe von 828 Jahren und 2 Monaten bis zu 2.352 Jahren gefordert.
SPANNUNGEN WÄHREND DER VERHANDLUNGSPAUSE
Nach einer Unterbrechung der Verhandlung kam es zu einem bemerkenswerten Vorfall, als Ekrem İmamoğlu den Saal verließ.
Berichten zufolge rief İmamoğlu beim Treppensteigen „Volle Kraft voraus“. In diesem Moment soll er durch das Eingreifen der Gendarmerie ins Wanken geraten sein und beinahe gestürzt sein.
Nach dem Vorfall soll İmamoğlu gegenüber den Gendarmeriebeamten seinen Unmut geäußert haben.
„HAST DU MICH DIE TREPPE RUNTERGESCHUBST?“
Nach dem Vorfall ergriff Ekrem İmamoğlu das Wort und behauptete, ein Beamter habe ihn geschubst, woraufhin er sagte:
„Hast du mich gerade geschubst? Hast du mich gerade geschubst? Hast du mich die Treppe runtergeschubst? Hast du mich geschubst, hast du mich geschubst? Unverschämt. Hast du mich gerade geschubst? Kommandant; ich wäre fast die Treppe runtergefallen, wer hat mich gerade geschubst? Als ihr sagtet, das Auto sei kaputt, habt ihr auch gelogen. Jetzt macht ihr dasselbe. Wer hat mich von hinten geschubst? Wer hat mich von hinten geschubst? Macht das nicht noch einmal. Ich werde Strafanzeige gegen euch erstatten. Ihr könnt mich nicht am Sprechen hindern.“
DIALOG MIT DER GENDARMERIE
Nach der Reaktion von İmamoğlu soll der Gendarmeriebeamte geantwortet haben: „Dies ist nicht der Ort für solche Gespräche.“
Daraufhin soll İmamoğlu entgegnet haben: „Dies ist der Ort für Gespräche. Wenn Sie es nicht gesehen haben, berichten wir es Ihnen, Herr Kommandant. Ich berichte es Ihnen. Sie haben mich von hinten unkontrolliert geschubst. Ich berichte Ihnen das.“
Einige im Gerichtssaal anwesende Anwälte sollen sich ebenfalls zu dem Vorfall geäußert und mit den Worten „Ja, wir haben es auch gesehen“ bestätigt haben.
„VOLLE KRAFT VORAUS“-BOTSCHAFT
Nach der kurzen Auseinandersetzung soll Ekrem İmamoğlu erneut die Worte „Volle Kraft voraus“ verwendet haben.
Nachrichtenquelle: 12punto
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