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/politik/video-cem-kucuks-unbehagen-ueber-demirtas-aeusserung-aus-dem-cumhur-lager-wenn-du-ihn-freilaesst-102545

Cem Küçüks Unbehagen über Demirtaş-Äußerung aus dem Cumhur-Lager: 'Wenn du ihn freilässt...'

Nach der Entscheidung des EGMR zu Selahattin Demirtaş ist eine neue politische Debatte entbrannt. Nach Bahçelis Worten „Möge seine Freilassung zum Guten führen“ sorgte die Äußerung des regierungsnahen Journalisten Cem Küçük für Aufsehen: „Wenn Demirtaş freikommt, muss auch Can Atalay freikommen.“

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Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat den Einspruch der Türkei gegen die Inhaftierung des ehemaligen HDP-Co-Vorsitzenden Selahattin Demirtaş zurückgewiesen. Die Entscheidung des Gerichts fand in der Politik in Ankara ein breites Echo.

EGMR WEIST EINSPRUCH DER TÜRKEI ZURÜCK

Der EGMR prüfte den Einspruch der Türkei gegen sein früheres Urteil, das eine „Verletzung der Menschenrechte“ im Zusammenhang mit der Inhaftierung von Demirtaş feststellte. Das Gericht wies den Einspruch der Türkei zurück und bestätigte damit seine vorherige Entscheidung.

BAHÇELIS ÄUSSERUNG ZU DEMİRTAŞ

Nach der Entscheidung beantwortete der Vorsitzende der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP), Devlet Bahçeli, Fragen von Journalisten im Parlament. Auf die Frage zu Selahattin Demirtaş antwortete Bahçeli: „Möge seine Freilassung zum Guten führen.“

Der regierungsnahe Journalist Cem Küçük äußerte sich in einer Fernsehsendung, in der er die EGMR-Entscheidung bewertete, bemerkenswert. Unter Verweis auf ähnliche Entscheidungen aus den vergangenen Jahren kritisierte Küçük den Umgang der Türkei mit EGMR-Urteilen.

Küçük sagte dazu:

„Schon letztes Jahr sagte der EGMR, lasst ihn frei, auch 2021 hieß es, lasst ihn frei. Warum habt ihr euch damals nicht daran gehalten? Wenn ihr euch damals daran gehalten hättet, hätte ich gesagt, dass die Türkei die EGMR-Urteile befolgt. Ich halte es nicht für richtig, dass Demirtaş nur deshalb freikommt, weil ein Prozess läuft. Das wäre ungerecht.“

'PERSONENBEZOGENE AMNESTIE IST NICHT RICHTIG'

Küçük betonte in seiner Erklärung, dass Recht und Politik konjunkturell verliefen und dass Medien und Regierung mit Gewissen handeln müssten.

Er erklärte: „Man nennt den Mann einen Terroristen und ändert dann seine Meinung, weil die Politik es heute so will – das ist nicht richtig. Wenn man eine Amnestie gewährt, dann für alle, nicht personenbezogen. ‚Demirtaş ist wichtig für die kurdische Politik, also lassen wir ihn frei.‘ Wenn du ihn freilässt, dann lass auch diejenigen frei, die als DEM-Parteimitglieder wegen PKK-Propaganda inhaftiert sind.“

'WENN DEMİRTAŞ FREIKOMMT, MUSS AUCH CAN ATALAY FREIKOMMEN'

Im weiteren Verlauf seiner Rede brachte Cem Küçük auch den Abgeordneten der Arbeiterpartei der Türkei (TİP), Can Atalay, zur Sprache, der trotz einer Entscheidung des Verfassungsgerichts weiterhin im Gefängnis sitzt.

Küçük sagte: „Ich halte es für falsch, Demirtaş nur deshalb freizulassen, um im Lösungsprozess einen Fortschritt zu erzielen. Wenn Demirtaş freikommt, muss heute auch Can Atalay freikommen. Er ist ein Abgeordneter.“

Nachrichtenquelle : 12punto