Was fordert der kleine Koalitionspartner HÜDA PAR? Muttersprachlicher Unterricht, Scheich Said, Definition des Türkentums...
Bei einer von der HÜDA PAR in Diyarbakır organisierten Versammlung wurden Forderungen laut, wie die Streichung der Definition des Türkentums aus der Verfassung, die Anerkennung von Kurdisch als Amtssprache und eine Entschuldigung für Scheich Said.
Der Partner der Cumhur-Allianz, die HÜDA PAR, sorgte bei einer von ihr in Diyarbakır organisierten „Humanen Lösung für die Kurdenfrage“-Versammlung, an der auch AKP-Mitglieder teilnahmen, mit umstrittenen Forderungen für Aufsehen. Bei dem Treffen wurde verlangt, die Definition des Türkentums aus der Verfassung zu streichen, Kurdisch zur Amtssprache zu erklären und Geschichtsbücher neu zu schreiben. Zudem wurde behauptet, die Wurzel der Kurdenfrage liege in der „kemalistischen Mentalität“ und die geltende Verfassung sei ein „Produkt der kemalistischen Mentalität“. Es wurde gefordert, an Schulen Unterricht auf Kurdisch anzubieten.
In der Erklärung wurde verlangt, auf die Definition „türkisch“ für Bürger der Republik Türkei zu verzichten. Darüber hinaus forderte die HÜDA PAR, die Grabstätten von Scheich Said, der einen Aufstand zur Untergrabung des Befreiungskampfes angezettelt hatte, offenzulegen und sich im Namen des Staates zu entschuldigen. In der Erklärung, in der auch an das Leid erinnert wurde, das kurdischen Gelehrten wie Scheich Said zugefügt wurde, wurde behauptet, der Staat müsse sich für dieses Unrecht entschuldigen.
Hier sind die Forderungen der HÜDA PAR
-Die Kurdenfrage wartet seit hundert Jahren auf eine Lösung; sie sollte nicht ein weiteres Jahrhundert warten und nicht vergeudet werden.
-Frieden ist eine Voraussetzung; das Wohlergehen von Ankara hängt vom Frieden in Diyarbakır ab.
-Ohne die Forderungen und Befindlichkeiten der Kurden kann das Problem nicht gelöst werden. An erster Stelle der Befindlichkeiten steht der Islam.
- Gewalt, die als Folge der Zwänge der kemalistischen Staatsideologie entsteht und zu Tausenden von Toten führt, kann kein Instrument zur Lösung sein.
- Den Kriegsgewinnlern und der militärischen Vormundschaft darf keine Gelegenheit gegeben werden; statt eines Verständnisses, das Waffen als Lösung sieht, muss nach einer politischen Lösung gesucht werden.
- Leugnungs- und Assimilationspolitiken müssen vollständig aufgegeben und verfassungsrechtliche Anpassungen vorgenommen werden.
- Die viel beschworene Brüderlichkeit muss nun auch rechtlich verwirklicht werden.
- Für das, was kurdischen Gelehrten wie Scheich Said angetan wurde, muss man sich entschuldigen und die Grabstätten müssen offengelegt werden.
- Die Beiträge der Kurden bei Malazgirt, Çanakkale und im Befreiungskrieg müssen anerkannt werden.
- Kurdisch muss verfassungsrechtlich geschützt und muttersprachlicher Unterricht ermöglicht werden.
- Die Putschverfassung, ein Produkt der kemalistischen Mentalität, muss geändert werden.
- Die Definition, dass jeder Bürger, der durch ein Staatsbürgerschaftsband mit der Republik Türkei verbunden ist, ein Türke ist, soll aufgegeben werden.
- Die rassistische, ausgrenzende und leugnende Rhetorik, die die Staatssprache dominiert, muss aus der Gesetzgebung entfernt werden.
- Alle Parteien müssen unverzüglich Verantwortung für den Aufbau einer gemeinsamen Zukunft übernehmen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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