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Journalist İsmail Arı verteidigt sich nach 75 Tagen vor Gericht

Der Journalist İsmail Arı, der während eines Besuchs bei seiner Familie zum Ramadan-Fest festgenommen wurde, erscheint am 75. Tag seiner Inhaftierung zum ersten Mal vor dem Richter. Für Arı wird eine Freiheitsstrafe von bis zu 8 Jahren und 3 Monaten gefordert.

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Journalist İsmail Arı verteidigt sich nach 75 Tagen vor Gericht

Die seit etwa zweieinhalb Monaten andauernde Inhaftierung des Journalisten İsmail Arı erreicht heute eine kritische Phase. Arı wurde unmittelbar nach dem Ramadan-Fest bei einem Familienbesuch in Tokat festgenommen, am 23. März in Ankara inhaftiert und in das Sincan-Gefängnis gebracht.

Gegen Arı werden aufgrund seiner Berichterstattung, seiner Äußerungen und seiner Beiträge in den sozialen Medien Vorwürfe wie „Öffentliche Verbreitung irreführender Informationen“ und „Verletzung der Vertraulichkeit“ erhoben. Die Staatsanwaltschaft fordert unter diesen Anklagepunkten eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten bis zu 8 Jahren und 3 Monaten.

Der Prozess findet heute um 14.00 Uhr vor dem 2. Strafgericht erster Instanz in Ankara statt. İsmail Arı wird für die Anhörung vom Sincan-Gefängnis zum Justizpalast in Ankara überstellt.

Die Anklageschrift gegen Arı wurde am 24. April fertiggestellt. Insbesondere seine Erklärungen auf dem YouTube-Kanal von BirGün TV sowie einige Beiträge in den sozialen Medien werden als strafrechtlich relevant eingestuft. Die Anklageschrift stützt sich im Wesentlichen auf seine Äußerungen über regierungsnahe Stiftungen sowie auf drei separate Beiträge in den sozialen Medien.

Dass er aufgrund seiner journalistischen Tätigkeit angeklagt wird, hat bei zahlreichen Berufsverbänden und der Anwaltskammer von Ankara für Empörung gesorgt. Die Anwaltskammer und Presseorganisationen fordern ein Ende der Inhaftierung und die sofortige Freilassung von Arı.

İsmail Arı hatte während seiner Zeit im Gefängnis berichtet, dass er gezwungen sei, in einer überfüllten Zelle auf dem Boden zu schlafen; in seiner letzten Stellungnahme hatte er die Öffentlichkeit und alle Interessierten dazu aufgerufen, an der Anhörung teilzunehmen.


Nachrichtenquelle: 12punto