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Gemeinsame Reaktion von Presseorganisationen auf Bahçeli: Politiker sollen uns nicht mit unserem Leben bedrohen!

Presseorganisationen haben gemeinsam auf die jüngsten Angriffe des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli auf Medienhäuser und Journalisten reagiert. Zahlreiche Organisationen, darunter der Presserat (Basın Konseyi), der Verband Zeitgenössischer Journalisten (ÇGD), DİSK Basın-İş und die Journalistenvereinigung (Gazeteciler Cemiyeti), veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung mit dem Wortlaut: „Politiker sollen uns nicht mit unserem Leben bedrohen“.

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Gemeinsame Reaktion von Presseorganisationen auf Bahçeli: Politiker sollen uns nicht mit unserem Leben bedrohen!

Auf die zunehmend häufigen Äußerungen des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli, mit denen er Medienhäuser und Journalisten ins Visier nimmt, haben Presseorganisationen gemeinsam reagiert. Presse- und Berufsverbände, darunter der Presserat, der Verband Zeitgenössischer Journalisten, DİSK Basın-İş, die Journalistenvereinigung, die Journalistenvereinigung von Izmir, KESK Haber-Sen und die Türkische Journalistengewerkschaft, gaben eine gemeinsame Erklärung ab, um gegen Bahçelis Äußerungen zu protestieren.

In der gemeinsamen Presseerklärung hieß es: „Angesichts der großen Sorge und Angst unter unseren Kollegen ist es offensichtlich, dass unabhängige Staatsanwälte darüber entscheiden müssen, ob diese Worte eine Drohung darstellen oder nicht. Die Verantwortung für das kleinste negative Ereignis, das unseren Kollegen zustoßen könnte, liegt bei denjenigen, die trotz ihrer politischen Erfahrung nicht davon ablassen, einen gefährlichen Ton gegenüber Journalisten anzuschlagen.“ 

„Journalisten rufen: Es reicht! Politiker sollen uns nicht mit unserem Leben und unserer Arbeit bedrohen“, hieß es in dem Text, in dem zudem betont wurde: „Wir stehen an der Seite der Medienhäuser und Journalisten.“ 

In der Erklärung wurden folgende Punkte aufgeführt: 

„Bei jedem Ereignis, das die Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt, verifizieren, bewerten und präsentieren Journalisten die von ihren Nachrichtenquellen erhaltenen Informationen im Rahmen universeller journalistischer Prinzipien als Nachrichten, Kommentare oder Analysen. Dieser weltweit gültige Prozess führt in der Türkei leider in letzter Zeit zur Selbstzensur, also dazu, dass sich der Journalist bei der Informationsvermittlung selbst zensiert. Dies verhindert den Zugang der Öffentlichkeit zu korrekten Informationen und führt dazu, dass die Gesellschaft von Informationen abgeschnitten wird, die sie für eine freie Meinungsbildung benötigt.

Der Hauptgrund für die Selbstzensur in den Medien ist der Druck, der sowohl durch die Justiz und Gesetze als auch durch Gesetzgeber oder Politiker ausgeübt wird. Leider wird der Journalismus in unserem Land aus seinem freien Wirkungsbereich herausgenommen und in einen engen Raum gezwungen, dessen Grenzen von den politischen Machthabern gezogen werden. Jeder Journalist, der diese Grenzen überschreitet, sieht sich haltlosen Anschuldigungen, Verleumdungen oder Drohungen ausgesetzt.

'DIESE DROHUNGEN HABEN EIN SEHR GEFÄHRLICHES AUSMASS ERREICHT'

Die jüngsten Anschuldigungen und Drohungen des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli gegen Medienhäuser, die durch ihre kritische Berichterstattung hervorstechen, allen voran Halk TV, und gegen Journalisten fallen für uns ebenfalls in diesen Bereich. Wir sind Mitglieder von Presseberufsverbänden, die aufgrund der Gewalt gegen Journalisten infolge der Äußerungen von Herrn Bahçeli bereits mehrfach Proteste, Stellungnahmen und Solidaritätsaktionen organisiert haben. Diese Drohungen, die fast jede Woche wiederholt werden, haben mittlerweile jedes Maß überschritten und ein sehr gefährliches Stadium erreicht. Journalisten beginnen, sich aufgrund politischer Rhetorik Sorgen um ihre Sicherheit zu machen und Angst um ihren Arbeitsplatz zu haben.

In der Erklärung der MHP wurde zwar verteidigt, dass Bahçelis Worte gegenüber Journalisten keine Drohung seien, doch mit dem Satz ‚Wir stehen an der Seite aller Pressevertreter, die ihre Arbeit ordnungsgemäß verrichten‘ wurde auch behauptet, dass die MHP darüber entscheiden könne, ob wir unsere Arbeit ordnungsgemäß verrichten oder nicht. Angesichts der großen Sorge und Angst unter unseren Kollegen ist es offensichtlich, dass unabhängige Staatsanwälte darüber entscheiden müssen, ob diese Worte eine Drohung darstellen oder nicht. Den Erfolg eines Journalisten bestimmen zudem nicht Politiker, sondern seine Leser und Zuschauer.

Die Verantwortung für das kleinste negative Ereignis, das unseren Kollegen zustoßen könnte, liegt bei denjenigen, die trotz ihrer politischen Erfahrung nicht davon ablassen, einen gefährlichen Ton gegenüber Journalisten anzuschlagen. Alle Medienhäuser und Journalisten, die Drohungen ausgesetzt sind, allen voran Halk TV, werden von Millionen von Lesern und Zuschauern aufmerksam verfolgt. Wir erklären erneut, dass wir an der Seite der Medienhäuser und Journalisten stehen, die zur gesunden und freien Meinungsbildung der Öffentlichkeit beitragen, im allgemeinen Informationsfluss Platz für alternative Ansichten bieten und ihren Zuschauern/Lesern korrekte Informationen sowie darauf basierende Analysen und Kommentare vermitteln.“ 


Nachrichtenquelle: 12punto

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