Appell von Naci Görür für erdbebensichere Städte: „Stadterneuerung allein ist keine Vorbereitung“
Prof. Dr. Naci Görür teilte seine Vorschläge für erdbebensichere Siedlungen, die von der Gründung eines Katastrophenministeriums bis hin zu mikroräumlichen Planungsstudien reichen.
Der Geowissenschaftler Prof. Dr. Naci Görür hat in einem Beitrag auf seinem Social-Media-Kanal die Schritte aufgelistet, die seiner Meinung nach befolgt werden müssen, um in der Türkei erdbebensichere Siedlungsgebiete zu schaffen. Görür betonte, dass Städte nicht allein durch den Bau neuer Gebäude erdbebenfest gemacht werden könnten.

An erster Stelle in Görürs Beitrag stand der Vorschlag zur Gründung eines „Katastrophenministeriums“. Görür erklärte, dass dieses Ministerium organisiert und mit einem Budget ausgestattet werden sowie umgehend in den Erdbebenzonen mit der Arbeit beginnen müsse.
Görür wies auf die Bedeutung von Bodendaten bei der Erdbebenvorsorge hin und betonte, dass für jedes Siedlungsgebiet eine mikroräumliche Analyse durchgeführt werden müsse. Er merkte an, dass Städte nicht nur anhand ihres Gebäudebestands betrachtet werden dürften, sondern unter Einbeziehung aller Komponenten wie Boden, Geologie, Geophysik, Verwaltung, Bevölkerung, Infrastruktur, Ökosystem, Umwelt und Wirtschaft.
„NUR HÄUSER ZU BAUEN MACHT EINE STADT NICHT LEBENSWERT“
Görür stellte fest, dass Stadterneuerung allein nicht gleichbedeutend mit Erdbebenvorsorge sei, und kommentierte: „Nur Häuser zu bauen macht eine Stadt nicht lebenswert.“ Er wies darauf hin, dass die Schaffung einer erdbebensicheren Stadt ein langwieriger Prozess sei und argumentierte, dass eine Stadt nicht in weniger als 15 bis 20 Jahren vollständig auf ein Erdbeben vorbereitet werden könne.
Görürs 7-Punkte-Appell unter dem Titel „Erdbebensichere Siedlungsgebiete“ lautet wie folgt:
- 1. Zuerst muss ein Ministerium gegründet werden: Ein Katastrophenministerium. Es muss organisiert und finanziert werden und in den Erdbebenzonen mit der Arbeit beginnen.
- 2. Für das Siedlungsgebiet muss eine mikroräumliche Analyse durchgeführt werden.
- 3. Die Komponenten der Stadt müssen erdbebensicher gemacht werden.
- 4. Neben natürlichen Komponenten wie Boden, Geologie und Geophysik müssen auch Verwaltung, Bevölkerung, Infrastruktur, Gebäudebestand, Ökosystem, Umwelt und Wirtschaft untersucht werden.
- 5. Stadterneuerung ist keine Erdbebenvorsorge. Nur Häuser zu bauen macht eine Stadt nicht lebenswert.
- 6. Eine Stadt kann nicht in weniger als 15-20 Jahren auf ein Erdbeben vorbereitet werden.
- 7. „Vergesst Venezuela nicht.“
Am Ende seines Beitrags wies Görür mit dem Ausdruck „Vergesst Venezuela nicht“ darauf hin, dass man aus globalen Beispielen und den Folgen von Versäumnissen bei der Katastrophenvorsorge lernen müsse.
Nachrichtenquelle: 12punto
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