Anzahl der Erdfälle im Konya-Becken übersteigt 740: Experten weisen auf den Einfluss von Grundwasser und Klima hin
Die Zahl der im geschlossenen Becken von Konya festgestellten Erdfälle ist auf über 740 gestiegen. Experten zufolge tragen die geologische Struktur, das Klima und die Nutzung des Grundwassers zu diesem Anstieg bei.
Während die Inventarisierungsarbeiten zu den Erdfällen im geschlossenen Becken von Konya andauern, wurde berichtet, dass die Zahl der im gesamten Becken festgestellten Erdfälle auf über 740 gestiegen ist. Den Daten zufolge befinden sich etwa 700 der Erdfälle innerhalb des Konya-Beckens, während etwa 25 bis 30 in Karaman und 8 bis 10 in Aksaray verzeichnet wurden.
Prof. Dr. Fetullah Arık, Direktor des Zentrums für Anwendung und Forschung zu Erdfällen an der Technischen Universität Konya, erklärte, dass der Anstieg in der Region in den letzten Jahren deutlich geworden sei. Während in Konya zuvor etwa 600 Erdfälle registriert waren, habe die Zahl heute das Niveau von 700 erreicht.
Arık wies insbesondere auf die Veränderungen in der Umgebung von Karapınar hin. Er berichtete, dass bei Zählungen in der Region im Jahr 2020 etwa 500 Erdfälle gefunden wurden, während heute in derselben Gegend von etwa 600 Erdfällen gesprochen werden könne.
WAS SIND DIE URSACHEN FÜR DEN ANSTIEG?
Laut Prof. Dr. Arık liegen den Erdfallbildungen grundlegende natürliche geologische Bedingungen zugrunde. In Gebieten mit Gesteinen, die sich bei Kontakt mit Wasser auflösen können, kann die Wasser-Gesteins-Interaktion mit der Zeit Hohlräume im Untergrund bilden. Wenn diese Hohlräume wachsen und sich in höhlenartige Strukturen verwandeln, deren Decken die Last nicht mehr tragen können, kommt es an der Oberfläche zu Einstürzen.
Verdeckte Brüche im Untergrund, Verwerfungen und poröse Einheiten werden ebenfalls als Faktoren genannt, die den Prozess beeinflussen, indem sie die Wasserbewegung erleichtern. Arık wies darauf hin, dass in der Region Konya leicht säurehaltige Wässer als löslichkeitsfördernder Faktor hervorstechen.
Auch die Veränderung des Wasserspiegels in der Region wird als kritisch für die Entstehung von Erdfällen angesehen. Experten zufolge gehören lang anhaltende Dürreperioden, plötzliche und intensive Niederschlagsphasen sowie die zunehmende Nutzung von Grundwasser für die landwirtschaftliche Produktion zu den Faktoren, die die Risiken im Becken vergrößern.
Arık verwies auch auf die Auswirkungen des Klimawandels und sagte, dass das Jahr 2025 als eines der heißesten der letzten 40 bis 50 Jahre in die Geschichte eingegangen sei, während 2026, insbesondere die Niederschläge nach dem Frühjahr, als eine der regenreichsten Perioden der letzten 60 Jahre bewertet werden könnten. Dieses Bild zeigt, dass lange Dürreperioden und plötzliche Niederschläge in derselben Region aufeinanderfolgen können.
KARTIERUNGSARBEITEN DER AFAD DAUERN AN
Die Arbeiten der AFAD zur Bestimmung der Risiken in der Region dauern ebenfalls an. Nach Angaben von Arık laufen die Vorbereitungen für Sensitivitätskarten für Konya, Karaman und Aksaray sowie für eine Gefahrenkarte für Konya. Auch das Zentrum der Technischen Universität Konya trägt zur Überwachung der Erdfälle und zu den Inventarisierungsarbeiten bei.
Arık ging auch auf den Zusammenhang zwischen Verwerfungen, Erdbeben und Erdfällen ein und erklärte, dass Verwerfungen Diskontinuitäten im Untergrund schaffen, die die Wasserbewegung ermöglichen, und dass einige Erdbeben Einstürze auslösen können. Er betonte jedoch, dass aufgrund der begrenzten Aufzeichnungen über den genauen Zeitpunkt der Entstehung von Erdfällen in der Region mehr Daten für den Zusammenhang zwischen Erdbeben und Erdfällen erforderlich seien.
Arık wies darauf hin, dass nach einigen Erdbeben im gleichen Zeitraum oder innerhalb weniger Tage oder Wochen Erdfälle beobachtet werden könnten, sagte jedoch, dass es mit den vorhandenen Daten nicht möglich sei, diesen Zusammenhang eindeutig herzustellen. Aus diesem Grund weisen Experten auf die Bedeutung sowohl von Feldbeobachtungen als auch von regelmäßigen Aufzeichnungs- und Kartierungsarbeiten hin.
Nachrichtenquelle: 12punto
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