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Digitaler „Oliven-Atlas“ für Anatoliens klimaresilientes Olivenerbe freigeschaltet

Der im Rahmen des Projekts ANATOLIVAR erstellte Oliven-Atlas führt lokale Olivensorten und naturfreundliche Erzeuger auf einer digitalen Karte zusammen.

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Digitaler „Oliven-Atlas“ für Anatoliens klimaresilientes Olivenerbe freigeschaltet

Der Oliven-Atlas wurde im Rahmen des Projekts ANATOLIVAR – Stärkung der Olivenproduzentengemeinschaften in Anatolien – freigeschaltet, das von der Proje Evi Kooperatifi mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union sowie in Partnerschaft mit dem Nationalen Oliven- und Olivenölrat (UZZK) und Slow Food durchgeführt wird.

Der Atlas wurde nach Feldstudien in den sechs wichtigsten Olivenanbauregionen der Türkei erstellt. Lokale und seltene Olivensorten sowie naturfreundliche Erzeuger in Marmara, der nördlichen Ägäis, der mittleren Ägäis, der südlichen Ägäis, dem Mittelmeerraum und Südostanatolien wurden in einer georeferenzierten, zweischichtigen digitalen Datenbank zusammengeführt.

Zeytin ağaçları ve zeytin dallarının görüldüğü bir zeytinlik manzarası.
Die Türkei beherbergt über 100 lokale Olivensorten.

Es wurde betont, dass der Olivenanbau in der Türkei die Grundlage für den Lebensunterhalt von etwa 400.000 Familien bildet und das Land über 100 lokale Olivensorten beheimatet. Das Projekt basiert auf dem Ansatz, dass der Schutz lokaler Sorten in ihren natürlichen Lebensräumen eine wichtige Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimawandel und Dürre bietet.

ZWEISCHICHTIGE DIGITALE DATENBANK

Das erste Modul des Oliven-Atlas zeigt die Verbreitungsgebiete lokaler und seltener Olivensorten. In diesem Bereich werden die bei Feldstudien ermittelten Standortdaten der Olivenbäume mithilfe der Methode der „ökologischen Nischenmodellierung“ zusammen mit hochauflösenden Klimadaten ausgewertet.

Mit dieser Methode lässt sich kartieren, unter welchen geografischen und klimatischen Bedingungen seltene Sorten wie Dilmit oder Sarıulak gedeihen können. Im weiteren Verlauf des Projekts ist geplant, die aktuellen Umweltbedingungen mit zukünftigen Klimaszenarien zu vergleichen und mögliche „Klimarefugien“ zu identifizieren, in denen lokale Oliven langfristig überleben können.

Türkiye haritası üzerinde nadir zeytin çeşitlerinin potansiyel yayılış alanlarını gösteren Zeytin Atlası ekran görüntüsü.
Ein Blick auf die Ebene der seltenen Olivensorten im Oliven-Atlas.

Die zweite Ebene des Atlas zielt darauf ab, naturfreundliche und traditionell produzierende Landwirte sichtbar zu machen. Die in diese Ebene aufzunehmenden Erzeuger und Betriebe werden nach Kriterien bewertet, die von einem Gremium aus Vertretern der Proje Evi Kooperatifi, des UZZK, von Slow Food sowie Akademikern und Experten verschiedener Fachrichtungen entwickelt wurden.

Zeytin Atlası üreticiler katmanını gösteren, harita ve üretici bilgi paneli içeren ekran görüntüsü.
Die Erzeugerebene des Atlas macht naturfreundliche Produzenten auf der Karte sichtbar.

BEWERBUNGSPROZESS FÜR ERZEUGER OFFEN

Von den Erzeugern wird in der ersten Phase erwartet, dass sie lokale Olivensorten schützen, keine Herbizide verwenden, superintensive industrielle Produktionssysteme vermeiden, Boden, Wasser und natürliche Lebensräume schonen sowie agrarökologische Produktionspraktiken anwenden.

Im Oliven-Atlas wird zudem ein Abzeichensystem verwendet, um die Stärken der Erzeuger hervorzuheben. Mit Kategorien wie „Sauber/Naturfreundlich“, „Klimaresilient“, „Bewahrer lokaler Sorten“, „Agrarökologisch“, „Bio“, „Bewahrer seltener Sorten“, „Qualität und sensorische Exzellenz“, „Rückverfolgbarkeit“ und „Soziale Verantwortung“ soll eine verlässliche Rückverfolgbarkeit für den Verbraucher gewährleistet werden.

Zeytin dalındaki yeşil zeytinler ve zeytinlik manzarası.
Der Atlas zielt darauf ab, naturfreundliche Praktiken in der Olivenproduktion hervorzuheben.

Die Verantwortlichen weisen darauf hin, dass der Oliven-Atlas keine statische Website ist, sondern kontinuierlich aktualisiert und weiterentwickelt wird. Erzeuger, die lokale und seltene Olivensorten anbauen und traditionelle sowie naturfreundliche Methoden anwenden, können sich über anatolivar.org für den Atlas bewerben.


Nachrichtenquelle: 12punto

Oliven-Atlas ANATOLIVAR Proje Evi Kooperatifi UZZK Slow Food Olive Klimawandel Agrarökologie