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Sklaverei in Afghanistan legalisiert, Bildungsverbot für Mädchen! Todesstrafe für Oppositionelle

Die Taliban-Führung hat neue Strafvorschriften angekündigt, die in Afghanistan in Kraft treten sollen. Der Text sieht vor, dass Strafen je nach religiöser Identität, Konfession, Geschlecht und sozialem Status unterschiedlich angewendet werden, und enthält Bestimmungen zu Sklaverei, einer Meldepflicht sowie der Befugnis für Bürger, selbst Strafen zu verhängen.

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Sklaverei in Afghanistan legalisiert, Bildungsverbot für Mädchen! Todesstrafe für Oppositionelle

Die Taliban-Führung in Afghanistan hat einen umfassenden Text zu den neuen Strafverfahren veröffentlicht, die im Land angewendet werden sollen. Die Regelungen verdeutlichen, dass das Strafrecht auf der Grundlage von religiöser Identität, Konfession, Geschlecht und sozialem Status unterschiedlich ausgelegt wird.

SKLAVEREI UND DIE BEFUGNIS DES „HERRN“

Einer der bemerkenswertesten Abschnitte des Textes betrifft Bestimmungen zur Sklaverei. Sklaverei ist explizit als Teil des Strafrechts verankert, und im gesamten Text werden die Begriffe „Herr“ und „Sklave“ verwendet. Es gibt Artikel, die besagen, dass die Befugnis zur Bestrafung eines Sklaven bei dessen „Herrn“ liegt.

EINTEILUNG DER GESELLSCHAFT IN VIER KLASSEN

Die Taliban unterteilen die Bevölkerung des Landes in vier soziale Klassen: Religionsgelehrte, Eliten, Mittelschicht und Unterschicht. Gemäß der Regelung werden Art und Schwere der Strafe für ein Verbrechen auf Basis dieses Status festgelegt. Während für Personen, die als „Religionsgelehrte“ definiert sind, lediglich eine Verwarnung vorgesehen ist, werden für Eliten Vorladungen vor Gericht und Verwarnungen, für die Mittelschicht Gefängnisstrafen genannt. Für die Unterschicht wird angegeben, dass zusätzlich zur Haftstrafe auch körperliche Züchtigungen angewendet werden können.

Die neuen Strafbestimmungen räumen den Taliban-Gerichten die Befugnis ein, Todesurteile gegen Gegner und Kritiker der Justizorgane zu verhängen. Im Text wird behauptet, dass Personen, die als „Aufständische“ definiert sind, der Öffentlichkeit schaden würden und dieser Schaden nicht anders als durch Tötung behoben werden könne. Zudem sind Gefängnisstrafen für diejenigen vorgesehen, die Oppositionelle nicht bei den Behörden melden. In diesem Zusammenhang wird betont, dass alle Bürger verpflichtet sind, Aktivitäten gegen die Taliban zu melden.

BEFUGNIS ZUR „BESTRAFUNG“ DURCH BÜRGER

Zu den Regelungen gehört auch ein Artikel, der es Bürgern erlaubt, Personen direkt zu bestrafen, wenn sie Zeugen einer „Sünde“ werden.

BILDUNGSVERBOT FÜR MÄDCHEN

Die neuen Gesetze beinhalten auch Verbote für die Bildung von Mädchen. Zudem sind Tanzen und das Zuschauen bei Tanzveranstaltungen untersagt, und die Zerstörung von Orten, die als „Stätten der Unsittlichkeit“ definiert werden, ist vorgeschrieben. Der Umfang dieser Orte wird jedoch nicht klar definiert.

Der Text enthält Artikel, die Gewalt erlauben, sofern sie nicht zu Knochenbrüchen oder Hautrissen führt. Während angedeutet wird, dass Kindesmissbrauch und Gewalt gegen Kinder straffrei bleiben könnten, gibt es eine Bestimmung, wonach ein Vater seinen 10-jährigen Sohn für Verhaltensweisen wie das Versäumen des Gebets bestrafen darf. Auch das Zusammenleben von Mann und Frau ohne Verwandtschaftsverhältnis wird als Straftat definiert.

Die Taliban bezeichnen gemäß ihrer auf der hanafitischen Rechtsschule basierenden Regelung diejenigen, die ihre Konfession verlassen, als Ungläubige und geben an, dass diesen Personen Gefängnisstrafen drohen.

Während Einschätzungen vorliegen, dass die Regelung im Widerspruch zu internationalen Menschenrechtsstandards, Grundfreiheiten und Prinzipien eines fairen Verfahrens steht, setzt die Taliban solche Gesetze in Afghanistan weiter um, nachdem sie nach dem Abzug der USA im Jahr 2021 die Kontrolle übernommen hat.


Nachrichtenquelle: 12punto

Afghanistan Taliban