Aussage des israelischen Ministers für Nationale Sicherheit zum Gazastreifen: 'Jede Nacht sollten 30 oder 40 Menschen getötet werden'
Der israelische Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, hat sich für gezielte Tötungen von Dutzenden Menschen pro Nacht im Gazastreifen sowie für die Wiedererrichtung von Siedlungen ausgesprochen.
Der rechtsextreme israelische Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, hat in neuen Äußerungen zum Gazastreifen eine Verschärfung der militärischen Operationen gefordert. In einem Podcast-Interview erklärte Ben-Gvir, dass im Gazastreifen jede Nacht „30 bis 40 gezielte Tötungen“ durchgeführt werden sollten.
Die Sendung wurde von Rom Braslavski moderiert, der bei dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 als Geisel genommen und im Oktober 2025 freigelassen wurde. In der Sendung äußerte Ben-Gvir seine Unzufriedenheit mit der Entscheidung des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, die militärischen Operationen im Gazastreifen zu reduzieren.
Die Äußerungen, die zu einer Zeit fielen, in der US-Beamte versuchen, den im vergangenen Jahr von Präsident Donald Trump vorgestellten Friedensplan umzusetzen, haben die Haltung des rechtsextremen Flügels der israelischen Regierung zur Gaza-Politik erneut in den Fokus gerückt.
Ben-Gvir behauptete, der gesamte Gazastreifen gehöre Israel, und forderte die Wiedererrichtung jüdischer Siedlungen in der Region, einschließlich Gush Katif, das 2005 geräumt wurde. Ben-Gvir plädierte dafür, die Abwanderung der Palästinenser aus dem Gebiet zu fördern, und erklärte, dass es für Personen, die er als „Terroristen“ bezeichnete, keine Option zur Ausreise geben dürfe; diese müssten stattdessen einzeln getötet werden.
Der rechtsextreme Minister erinnerte zudem daran, dass seine Partei, Otzma Jehudit (Jüdische Stärke), einen umstrittenen Gesetzentwurf anführt, der die Einführung der Todesstrafe für Palästinenser vorsieht, die Israelis töten. Auf die Forderung von Braslavski, zum Tode Verurteilte auch hinzurichten, antwortete Ben-Gvir, er werde sein Möglichstes tun.
Nach Angaben israelischer Behörden kamen bei dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 1.200 Menschen ums Leben, mehr als 250 Personen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Bei den israelischen Militäroperationen im Gazastreifen sind nach Angaben palästinensischer Behörden mehr als 73.000 Menschen ums Leben gekommen.
Kommissionen der Vereinten Nationen, Menschenrechtsorganisationen und einige Völkermordforscher werfen Israel vor, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen. Die israelische Regierung weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass sie im Einklang mit dem Völkerrecht handele.
Nachrichtenquelle: 12punto
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