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Erste Runde der Koalitionsverhandlungen in Deutschland abgeschlossen: 'Fünf vor Zwölf'

CDU/CSU und SPD haben die Vorgespräche zur Bildung einer Koalitionsregierung abgeschlossen. Die Parteien einigten sich auf gemeinsame Verpflichtungen in den Bereichen Bekämpfung illegaler Migration, Ankurbelung der Wirtschaft und Erhöhung der Verteidigungsausgaben. Um das Wirtschaftswachstum zu fördern und Infrastrukturinvestitionen zu finanzieren, ist eine Lockerung der Schuldenregeln geplant. Experten wiesen darauf hin, dass die Unterstützung durch die Grünen für die Umsetzung der Maßnahmen von entscheidender Bedeutung ist.

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Erste Runde der Koalitionsverhandlungen in Deutschland abgeschlossen: 'Fünf vor Zwölf'

Zusammenstellung: Suat TEKİN - 12punto.com.tr

In Deutschland haben der Wahlsieger, der konservative CDU/CSU-Block unter der Führung von Friedrich Merz, und die Sozialdemokratische Partei (SPD) am Samstag ihre Vorgespräche zur Bildung einer Koalitionsregierung abgeschlossen. Die Parteien einigten sich auf gemeinsame Verpflichtungen in Bereichen wie der Bekämpfung illegaler Migration, der Unterstützung der Industrie und der Ankurbelung der Wirtschaft.

Kanzlerkandidat Merz erklärte, er strebe den Abschluss der Koalitionsbildung bis Ostern an. Merz betonte, dass Europa auf die Bedrohung durch Russland vorbereitet sein müsse, und rief mit dem Ausdruck 'Fünf vor Zwölf' zu dringenden Maßnahmen auf. Zudem wies er darauf hin, dass die USA unter der Regierung von Donald Trump nicht mehr als verlässlicher Verbündeter angesehen würden.

Das deutsche Magazin Der Spiegel veröffentlichte einen Artikel, in dem behauptet wird, dass Trump die Europäer als 'unterlegen' betrachte. Laut einer vom Magazin veröffentlichten Umfrage sieht die Hälfte der Deutschen die USA nicht mehr als ihren Verbündeten an.

PRIORITÄT FÜR VERTEIDIGUNGSAUSGABEN

Die beiden Parteien planen, in der kommenden Woche im Parlament Schritte zur Lockerung der deutschen Schuldenbremse einzuleiten. Laut europäischer Presse zielen diese Schritte darauf ab, das Wachstum in der größten Volkswirtschaft Europas zu fördern und die Militärausgaben zu erhöhen. Merz betonte, dass insbesondere beim Budget der Bundeswehr dringender Handlungsbedarf bestehe.

Wie The Telegraph berichtet, plante Merz, der eine 'Unabhängigkeit' Europas von den USA im Verteidigungsbereich anstrebt, die Militärausgaben im Jahr 2025 um 500 Milliarden Dollar zu erhöhen. In dem Kommentar der Zeitung wurde behauptet, dass Merz' Plan Deutschland zur größten militärischen Macht machen würde, die Europa seit dem Zweiten Weltkrieg gesehen hat.

In Deutschland werden Koalitionsregierungen in der Regel in zwei Phasen gebildet. Die Parteien führen zunächst Sondierungsgespräche und beginnen anschließend die offiziellen Koalitionsverhandlungen. Nach einem harten Wahlkampf versuchen CDU/CSU und SPD, eine gemeinsame Basis in Themen wie Migration, Sozialleistungen und Wirtschaftsreformen zu finden.

Die Bundeswehr hat derzeit rund 180.000 Angehörige. Sollte Merz' Plan umgesetzt werden, könnte diese Zahl bis 2026 auf etwa 500.000 steigen.

BETONUNG DER BEKÄMPFUNG ILLEGALER MIGRATION

Merz kündigte an, dass härtere Maßnahmen gegen illegale Migration ergriffen und die Zusammenarbeit mit anderen EU-Ländern verstärkt werde. Zudem erklärte er, dass Deutschland das Wirtschaftswachstum um 1-2 Prozent steigern und die Energiekosten senken müsse.

Reuters behauptete, dass Merz eine 'harte Haltung' bei der Bekämpfung illegaler Migration vertrete. Merz plädierte dafür, 'Ausländern', die eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzen, aber 'als illegale Migranten ins Land gekommen sind', die Staatsbürgerschaftsrechte zu entziehen.

Merz betonte, dass man ein Anwachsen des Asylproblems nicht zulassen werde, und fügte hinzu:

'In Abstimmung mit unseren europäischen Nachbarn werden wir Menschen an unseren gemeinsamen Grenzen, einschließlich Asylsuchender, abweisen.'

SPD-Co-Vorsitzender Lars Klingbeil betonte hingegen, dass Deutschland im Bereich der Migration mehr Erfolgsgeschichten benötige, die illegale Migration jedoch ebenfalls reduziert werden müsse. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder kündigte zudem eine Reform der Sozialleistungen an, bei der denjenigen, die arbeitsfähig sind, aber nicht arbeiten wollen, die Leistungen gekürzt werden sollen.

Die vorherige Koalitionsregierung unter Führung der SPD in Deutschland hatte Kontrollen an allen Landgrenzen des Landes eingeführt, um die Einreise illegaler Migranten zu verhindern. Im Rahmen der Entscheidung wurden auch Kontrollen an den Grenzen zwischen Deutschland und EU-Mitgliedstaaten durchgeführt.

ENTSCHEIDUNG ZUR WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG

Die deutsche Wirtschaft befand sich in den letzten zwei Jahren auf einem Schrumpfungskurs. Insbesondere der Automobilsektor steht vor großen Herausforderungen. Die Parteien einigten sich auf Maßnahmen wie die Förderung der E-Mobilität und die Lockerung von Strafen, falls Automobilhersteller die CO2-Emissionsstandards überschreiten.

Wie Der Spiegel berichtet, werden in den kommenden Tagen im Parlament ein 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturfonds und Änderungen an den staatlichen Schuldenregeln diskutiert. Diese Schritte deuten auf einen bedeutenden Wandel im deutschen Verständnis der Haushaltsdisziplin hin.

Die Lockerung der strengen Regeln, die nach der globalen Finanzkrise 2008 eingeführt wurden, könnte sich positiv auf die Märkte auswirken. Die Präsidentin des Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), Gitta Connemann, bewertete die erste Runde der Koalitionsverhandlungen mit den Worten: 'Unsere Unternehmen können ihre Leistung durch bezahlbare Energie, wettbewerbsfähige Steuern und den Abbau von Bürokratie steigern.'

Trotz sozialer und wirtschaftlicher Probleme hat Deutschland seine Position als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt behauptet. Während die deutsche Industrie das Land zur größten Produktionswirtschaft Europas macht, gibt es laut offiziellen Angaben jährlich einen Fachkräftemangel von rund 400.000 Personen.

UNTERSTÜTZUNG DER GRÜNEN KRITISCH

Es wurde darauf hingewiesen, dass Merz und die SPD die Unterstützung der Grünen benötigen, um die Maßnahmen umzusetzen. Merz kündigte an, dass in der kommenden Woche intensive Gespräche mit den Grünen geführt werden. Die Führung der Grünen äußerte jedoch, dass es erhebliche Differenzen mit den Koalitionspartnern gebe.

Die Co-Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, betonte ihre Vorbehalte gegenüber einer Unterstützung der neuen Regierungskoalition und äußerte sich wie folgt:

'Wir sehen, dass die Partner in den Koalitionsverhandlungen ihre Kassen füllen wollen, um ihre Wahlversprechen finanzieren zu können.'

Die Co-Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner

MINDESTLOHN-VERHANDLUNGEN

Wie Artı49 berichtet, haben sich CDU/CSU und SPD darauf geeinigt, den Mindestlohn mittelfristig auf 15 Euro anzuheben. Der derzeitige Mindestlohn von 12,82 Euro pro Stunde soll bis 2026 schrittweise erhöht werden. Zudem soll der Geltungsbereich von Tarifverträgen ausgeweitet und Unternehmen, die öffentliche Aufträge erhalten, zur Einhaltung von Tarifverträgen verpflichtet werden.

Der Prozess zur Bildung einer Koalitionsregierung in Deutschland wird in den kommenden Wochen mit intensiven Verhandlungen fortgesetzt. Die Parteien setzen ihre Arbeit fort, um kritische Entscheidungen für die wirtschaftliche und politische Zukunft des Landes zu treffen.


Nachrichtenquelle: 12punto

Deutschland CDU/CSU SPD Friedrich Merz Koalitionsverhandlungen