EU-Kommission bereitet Reformen für den Erweiterungsprozess in vier Bereichen vor
Marta Kos gab bekannt, dass an Änderungen in vier Schlüsselbereichen gearbeitet wird, um die EU-Erweiterungspolitik an die neuen geopolitischen Gegebenheiten anzupassen.
Die Europäische Kommission bereitet sich darauf vor, den Erweiterungsprozess an die neuen geopolitischen Bedingungen anzupassen. Marta Kos, das für die Erweiterung zuständige Mitglied der EU-Kommission, erklärte, dass man an Arbeiten in vier Bereichen arbeite: interne Reformen, demokratische Garantien, schrittweise Integration und Übergangsmaßnahmen.
Kos betonte in ihrer Rede auf der Botschafterkonferenz in Zagreb, dass die Erweiterungspolitik der EU angesichts des aktuellen internationalen Umfelds angepasst werden müsse. Es wird erwartet, dass die Kommission Vorschläge dazu vorlegt, wie sich die Union auf die Aufnahme neuer Mitglieder vorbereiten kann, während die Beitrittskandidaten in die letzte Phase ihrer Verhandlungen eintreten.
Der erste der geplanten Punkte betrifft die Flexibilisierung der Entscheidungsprozesse innerhalb der EU, ohne dabei Vertragsänderungen vornehmen zu müssen. Kos betonte, dass eine Union mit mehr Mitgliedern in Krisenzeiten schnell handeln können müsse. In diesem Zusammenhang steht die Reduzierung von Bereichen, in denen ein einzelner Mitgliedstaat die anderen blockieren kann, sowie die Steigerung der Funktionsfähigkeit der Institutionen auf der Agenda.
Der zweite Punkt betrifft die Schaffung stärkerer Garantien für demokratische Standards und die Rechtsstaatlichkeit. Kos wies darauf hin, dass Mechanismen erforderlich seien, um zu verhindern, dass neue Mitglieder nach ihrem Beitritt in diesen Bereichen Rückschritte machen, und sagte: „Wir dürfen keine trojanischen Pferde hereinlassen. Weder heute noch in 10 oder 20 Jahren.“
Die beiden weiteren Themen, auf die sich die Kommission konzentriert, sind die schrittweise Integration der Beitrittskandidaten in die Union sowie die Umsetzung umfassender Übergangsmaßnahmen, um die Auswirkungen neuer Mitgliedschaften zu steuern. Kos erklärte, dass man sich von einem „Alles-oder-Nichts“-Ansatz im Erweiterungsprozess entfernen und Methoden entwickeln müsse, die den Kandidatenländern bereits vor dem Beitritt konkretere Vorteile bieten.
Kos wies zudem darauf hin, wie wichtig es sei, den EU-Haushalt auch nach der Erweiterung so zu strukturieren, dass er die Prioritäten der Union weiterhin finanzieren könne. Es wird erwartet, dass die EU-Kommission ihre Vorschläge zum Erweiterungsprozess vor den für den 15. und 16. Oktober geplanten Gesprächen der EU-Staats- und Regierungschefs vorlegen wird.
Nachrichtenquelle: 12punto
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