Facebook beschuldigt, Betrügern wissentlich geholfen zu haben: Meta in Europa unter Beobachtung
Das Unternehmen des US-Technologiemilliardärs Mark Zuckerberg, Facebook, sowie dessen Mutterkonzern Meta wurden beschuldigt, betrügerische Werbung zuzulassen. Es wurde bekannt, dass Nutzer, die durch Betrugsanzeigen auf Facebook und Meta Geld verloren haben, bei der schwedischen Polizei Anzeige erstattet haben. Die Polizei, die eine Akte über Zuckerbergs Unternehmen erstellt hat, wirft dem Konzern vor, Betrügern wissentlich geholfen zu haben.
12punto AUSLANDSREDAKTION
Facebook und sein Mutterkonzern Meta wurden bei den Behörden gemeldet, weil sie gefälschte Werbeanzeigen von Betrugsnetzwerken verbreitet haben sollen. Im Polizeibericht wird das Vergehen als „Beihilfe zu schwerem Betrug“ eingestuft.
Während festgestellt wurde, dass die Opfer über Facebook mit den Betrügern in Kontakt traten, wird der Plattform zudem vorgeworfen, mit diesen gefälschten Anzeigen erhebliche Gewinne erzielt zu haben. Laut Dokumenten, die in der schwedischen Presse veröffentlicht wurden, gab ein Betrugsnetzwerk monatlich durchschnittlich 13 Millionen Schwedische Kronen aus, um neue Opfer anzulocken. Es wurde ermittelt, dass Meta einen Teil dieser Ausgaben als Einnahmen verbuchte.
In der vom SVT-Programm 'Uppdrag Granskning' ausgestrahlten Folge mit dem Titel 'Das Imperium der Betrüger' erklärte der IT-Sicherheitsexperte Karl Emil Nikka, dass er die gefälschten Anzeigen, die er im Dezember auf Facebook gesehen hatte, gemeldet habe, diese Inhalte jedoch nicht entfernt worden seien. Nikka sagte: 'Wenn ich diese Anzeigen melde, antwortet Facebook normalerweise nicht oder lässt die Anzeige einfach stehen.'
Rechtsanwalt Björn Hurtig äußerte sich zu dem Thema wie folgt:
'Es muss den richtigen Staatsanwalt geben, der das nötige Rückgrat besitzt. Wenn bewiesen wird, dass die Plattform von dieser Situation wusste und keine Maßnahmen ergriffen hat, sollte ein Strafverfahren eingeleitet werden.'

Zuckerberg wurde bereits früher in den USA beschuldigt, Nutzerdaten illegal erlangt und verkauft zu haben. Nach einer Anhörung im Senat wurden Zuckerberg und Meta von US-Behörden zu Entschädigungszahlungen verurteilt. Einige Experten wiesen darauf hin, dass das Unternehmen in den USA mit einer weitaus milderen Strafe davongekommen sei, als es hätte sein müssen.
AUCH ÖSTERREICHISCHE POLIZEI HAT ERMITTLUNGEN EINGELEITET
Ein weiteres Land in Europa, in dem Facebook wegen Betrugsverdachts untersucht wird, ist Österreich. Es wurde bekannt, dass die in Schweden erstellten Protokolle von der österreichischen Polizei geprüft werden. Nikka erklärte, er sei von der Polizei vorgeladen worden, um nach seiner Teilnahme an der Sendung 'Uppdrag Granskning' eine Aussage zu machen.
Anlagebetrug stellt ein weltweit verbreitetes Problem dar. Interpol hat derartige Betrügereien als globale Bedrohung eingestuft. Allein in Schweden wurde festgestellt, dass Nutzer im Jahr 2023 um 2,3 Milliarden Dollar betrogen wurden.
Staatsanwältin Christina Hildebrand machte zwar keine Angaben zum laufenden Ermittlungsverfahren, bestätigte jedoch, dass Facebook und Meta bei der Polizei angezeigt wurden und ihr die Akte vorliege. Hurtig erklärte, dass die Opfer ihr Geld zurückerhalten könnten, falls es am Ende des Verfahrens zu einem Schuldspruch komme.
Nachrichtenquelle: 12punto
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