Deutschland geht heute an die Wahlurnen: Das müssen Sie wissen
In Deutschland finden heute (23. Februar) die Bundestagswahlen zur Bestimmung des 21. Bundestages statt. 59,2 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimme für die Wahl der 630 Abgeordneten abzugeben.
Nach dem Bruch der Koalitionsregierung aus SPD und Grünen wählt Deutschland ein neues Parlament. Insgesamt 59,2 Millionen Wahlberechtigte, darunter 30,6 Millionen Frauen, sind dazu aufgerufen, in 299 Wahlkreisen die 630 Abgeordneten des 21. Deutschen Bundestages zu wählen.
Bei dieser Wahl dürfen 2,3 Millionen junge Menschen zum ersten Mal ihre Stimme abgeben. Zudem werden 7,1 Millionen Wähler mit ausländischen Wurzeln, darunter etwa 1 Million mit türkischem Hintergrund, ihre politische Entscheidung an der Wahlurne treffen.
Insgesamt treten 29 Parteien zur Wahl an, wobei 4.506 Kandidaten, darunter 1.422 Frauen, um einen Sitz im Parlament konkurrieren. Bei den Parteien, die Chancen auf den Einzug in den Bundestag haben, kandidieren insgesamt 53 Personen mit türkischen Wurzeln.
In den 16 Bundesländern werden 675.000 Wahlhelfer im Einsatz sein. Die Wahllokale sind für die Wähler von 08.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Mit dem reformierten Wahlrecht in Deutschland wurde die Zahl der Abgeordneten auf 630 begrenzt, um ein weiteres Anwachsen des Bundestages zu verhindern. Die Wähler geben auf einem einzigen Stimmzettel zwei verschiedene Stimmen ab.
Die Erststimme dient der Wahl des Direktkandidaten im Wahlkreis, während die Zweitstimme für die Liste der Parteien abgegeben wird. Die Zweitstimmen entscheiden darüber, wie viele Sitze eine Partei im Parlament erhält.
Parteien müssen die 5-Prozent-Hürde überspringen, um in den Bundestag einzuziehen. Parteien, die diese Hürde nicht erreichen, können dennoch durch die Grundmandatsklausel in das Parlament einziehen, sofern sie in drei Wahlkreisen direkt gewonnen haben.
Fünf Kandidaten treten bei der Wahl als Anwärter auf das Kanzleramt an. Der amtierende Bundeskanzler Olaf Scholz wurde von der Sozialdemokratischen Partei (SPD) erneut nominiert. Scholz führte 3,5 Jahre lang die sogenannte „Ampel-Koalition“ aus SPD, Grünen und der Freien Demokratischen Partei (FDP).
Die größte Oppositionspartei, die Unionsfraktion (CDU/CSU), hat den CDU-Parteivorsitzenden Friedrich Merz als Kanzlerkandidaten aufgestellt.
(Protest gegen FDP-Kandidat Christian Lindner)
Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat ihre Co-Vorsitzende Alice Weidel als Kanzlerkandidatin nominiert. Weidel ist damit die erste Kanzlerkandidatin in der Geschichte ihrer Partei.
Die Grünen haben den Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, als ihren Kandidaten bestimmt.
Auch Sahra Wagenknecht, die nach ihrem Austritt aus der Partei Die Linke das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) gründete, zählt zu den Kanzlerkandidaten. Die Chancen ihrer Partei auf einen Einzug in den Bundestag werden jedoch als gering eingeschätzt.
(CDU/CSU-Kandidat Friedrich Merz)
Laut der jüngsten Umfrage des ZDF liegt die CDU/CSU mit 28 Prozent der Stimmen auf dem ersten Platz. Die rechtspopulistische AfD folgt mit 21 Prozent auf dem zweiten Platz.
Die SPD kommt auf 16 Prozent, die Grünen auf 14 Prozent und Die Linke auf 8 Prozent. Bei der FDP und dem BSW bleibt es spannend, ob sie mit jeweils 4,5 Prozent die 5-Prozent-Hürde überwinden können.
(AfD-Kandidatin Alice Weidel)
Es wird erwartet, dass nach der Wahl keine Partei alleine eine Regierung bilden kann. Dies könnte Deutschland erneut in schwierige Koalitionsverhandlungen führen.
Bei der Wahl 2021 waren SPD, CDU/CSU, Grüne, FDP, AfD und Die Linke in den Bundestag eingezogen.
Die bisherige „Ampel-Koalition“ war jedoch aufgrund von Haushaltsstreitigkeiten zerbrochen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beschleunigte den Prozess durch die Entscheidung für vorgezogene Neuwahlen.
Das Ergebnis der heutigen Wahl bestimmt die neuen Mitglieder des Deutschen Bundestages. Sollte nach der Wahl keine Partei mehr als 50 Prozent der Sitze im Parlament gewinnen, wird die neue Regierung durch eine Koalition gebildet.
Nachrichtenquelle : 12punto
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