Großbritannien schnürt Maßnahmenpaket zur Erschwerung der Einwanderung
Die britische Regierung hat neue Maßnahmen zur Reduzierung der Einwanderung angekündigt. Das für eine Arbeitserlaubnis erforderliche Mindesteinkommen wurde um ein Drittel erhöht.
Großbritannien hat neue Maßnahmen angekündigt, die auch qualifizierte Arbeitskräfte betreffen, um die Zahl der legalen Einwanderer im Land zu reduzieren.
Nach den neuen Regeln, die Innenminister James Cleverly bekannt gab, wurde das jährliche Mindestgehalt, das ausländische Fachkräfte für eine Arbeitserlaubnis verdienen müssen, von 33.164 Dollar auf 48.900 Dollar angehoben. Auch die Liste der Berufe, für die aufgrund von Fachkräftemangel Ausnahmen gelten, soll geändert werden.
Gemäß den neuen Vorschriften wird es für ausländische Staatsangehörige, die sich in Großbritannien niederlassen, zudem schwieriger, Familienangehörige im Rahmen des Familiennachzugs zu sich zu holen. Die Gebühren für die obligatorische Krankenversicherung werden ebenfalls um zwei Drittel auf über 1200 Dollar erhöht.
Cleverly: Zahl der Ankommenden wird um 300.000 pro Jahr sinken
Innenminister Cleverly erklärte, die Einwanderung in das Land sei auf einem extrem hohen Niveau und müsse reduziert werden. Er sagte: "Wir ergreifen heute stärkere Maßnahmen, als es jemals eine Regierung zuvor getan hat. Dieses Maßnahmenpaket wird ab dem kommenden Frühjahr in Kraft treten."
Cleverly erklärte, dass durch dieses Paket sowie durch die Einschränkung der Regelung, die es Studenten ermöglicht, ihre nahen Familienangehörigen für die Dauer ihres Aufenthalts in Großbritannien mitzubringen, die Zahl der Einwanderer um etwa 300.000 Personen pro Jahr sinken werde.
Die Tatsache, dass die Zahl der Einwanderer im Jahr 2022 mit 745.000 einen Rekord erreichte und auch in diesem Jahr auf einem hohen Niveau blieb, hatte den Druck auf die Regierung von Premierminister Rishi Sunak erhöht.
Es wird erwartet, dass die von der Regierung angekündigten Maßnahmen zu neuen Diskussionen mit der Wirtschaft führen werden. Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU und dem damit verbundenen Ende der Freizügigkeit war der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften für die Wirtschaft bereits erschwert worden.
Ruanda-Formel gegen irreguläre Migration
Großbritannien hatte zudem Schritte unternommen, um die illegale Einwanderung über den Ärmelkanal zu verhindern, doch das umstrittene Abkommen mit Ruanda wurde vom Obersten Gerichtshof gestoppt. Das Abkommen sah vor, dass Personen, die illegal in das Land einzureisen versuchen, unabhängig von ihrer Nationalität nach Ruanda abgeschoben werden und ihre Asylanträge dort stellen müssen.
Die Regierung strebt an, die rechtliche Hürde durch einige Änderungen am Abkommen nach dem Gerichtsurteil zu überwinden. Innenminister Cleverly plant, Ruanda in Kürze zu diesem Zweck zu besuchen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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