Historischer Sieg der extremen Rechten in Österreich: 'Der erste seit dem Zweiten Weltkrieg'
Bei den österreichischen Parlamentswahlen am vergangenen Sonntag (29. September) konnte die rechtsextreme Partei die meisten Stimmen auf sich vereinen.
Nach den ersten Ergebnissen der Parlamentswahlen in Österreich am Sonntag hat die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) einen historischen Sieg errungen und ist damit die erste rechtsextreme Partei des Landes, die seit dem Zweiten Weltkrieg eine Wahl gewonnen hat.
Nach den ersten offiziellen Ergebnissen belegte die Freiheitliche Partei mit 29,21 Prozent der Stimmen den ersten Platz, während die Österreichische Volkspartei (ÖVP) von Bundeskanzler Karl Nehammer bei 26,48 Prozent verharrte. Den Ergebnissen zufolge erreichte die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) 21,05 Prozent, die NEOS 8,96 Prozent und die Grünen 8,03 Prozent.
Damit ist die FPÖ, die bereits mehrfach an österreichischen Regierungen beteiligt war, zum ersten Mal als Wahlsiegerin hervorgegangen.
Mit dem Sieg der FPÖ ist die extreme Rechte in Österreich zum ersten Mal seit der NS-Zeit als stärkste Kraft aus einer Wahl hervorgegangen. Mit Bekanntgabe der Wahlergebnisse begannen die Feierlichkeiten in der FPÖ-Zentrale.

Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer
ANDERE PARTEIEN WOLLEN KEINE KOALITION MIT DER FPÖ
Andererseits erschwert die Weigerung der anderen im Parlament vertretenen Parteien, eine Koalition mit der rechtsextremen FPÖ einzugehen, die Erwartungen an eine Regierungsbildung unter FPÖ-Führung. FPÖ-Chef Herbert Kickl erklärte nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse, dass sie für eine Zusammenarbeit mit allen Parteien im Parlament offen seien.
Kickl sagte: 'Dass das Land wieder eine Verbindung zu den Bedürfnissen der Menschen braucht, war noch nie so deutlich wie heute.'
Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer sagte, in der ÖVP-Zentrale sei die Enttäuschung der Parteimitglieder spürbar gewesen.
In seiner Stellungnahme zu den Ergebnissen sagte Nehammer: 'Es war ein Rennen, bei dem wir versucht haben, den Rückstand aufzuholen, aber das ist uns nicht gelungen.'
Nehammer versprach, weiterhin für die Interessen der Bürger zu kämpfen. Die ÖVP, die bei der Wahl massive Verluste hinnehmen musste, hatte bei den Wahlen 2019 noch rund 37 Prozent der Stimmen erhalten.

FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl
WAS STEHT AUF DER AGENDA DER FPÖ?
Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) lehnt die Waffenlieferungen westlicher Länder an die Ukraine ab und fordert die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland.
FPÖ-Chef Kickl hatte in seiner Rede zum Abschluss des Wahlkampfs am Samstag erklärt, dass die Sanktionen gegen Russland Österreich mehr schadeten als Russland selbst.
Die FPÖ, die auch für ihre harte Haltung in der Einwanderungsfrage bekannt ist, fordert zudem, dass Sozialleistungen nur an österreichische Staatsbürger ausgezahlt werden, eine Stärkung der Polizeikräfte, ein Verbot des politischen Islams, die verfassungsrechtliche Anerkennung von nur zwei Geschlechtern sowie die Möglichkeit für Wähler, amtierende Regierungen durch verstärkte Volksabstimmungen abzuwählen.
Nachrichtenquelle: İHA
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