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Italien: Bestechung an Afrika im Gegenzug für Migrationsstopp?

Die italienische Regierung hat gestern auf einem internationalen Gipfel in Rom den sogenannten Mattei-Plan vorgestellt, mit dem sie als „Brücke“ zwischen Afrika und Europa fungieren und die Migration einschränken will.

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Italien: Bestechung an Afrika im Gegenzug für Migrationsstopp?

An dem Gipfel mit dem Titel „Italien-Afrika: Eine Brücke für gemeinsames Wachstum“ nahmen Staats- und Regierungschefs sowie Minister aus rund 40 afrikanischen Ländern sowie Vertreter der Europäischen Union, der Afrikanischen Union und führender internationaler Organisationen teil.

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte auf dem Gipfel ein Investitionsprogramm in Höhe von 5,5 Milliarden Euro an.

Wie die BBC berichtet, erklärte Meloni, dass den Afrikanern dank des „Mattei-Plans“, der auf Kooperationen in Bereichen wie Energie, Landwirtschaft, Gesundheit und Bildung basiert, „eine Alternative bestehend aus Arbeitsplätzen, Bildung und legalen Migrationswegen“ geboten werden solle.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, erinnerte an das „Global Gateway“-Projekt der EU, das Investitionen in Höhe von 150 Milliarden Euro für Afrika vorsieht, und sagte: „Der Mattei-Plan ist ein wichtiger Beitrag zu dieser neuen Phase der EU-Afrika-Partnerschaft.“

Die von Meloni geführte Koalitionsregierung war bei den Parlamentswahlen 2022 mit dem Versprechen angetreten, die Migration aus Afrika zu stoppen; doch im ersten Jahr der Amtszeit der Rechtskoalition ist die Zahl der irregulär ins Land kommenden Migranten deutlich gestiegen.

In ihrer Rede auf dem gestrigen Gipfel betonte Meloni, sie habe die Absicht, sowohl den Menschenschmugglern, die Migranten nach Europa bringen, den Kampf anzusagen, als auch „jungen Afrikanern das Recht zu garantieren, nicht zur Migration gezwungen zu sein“.

Andererseits ist der Inhalt des Mattei-Plans, den Meloni seit den ersten Tagen ihrer Regierung erwähnt, nach wie vor nicht klar definiert.

Die Ministerpräsidentin sprach auf dem gestrigen Gipfel zwar von einigen Pilotprojekten und Beispielen, doch die italienische Presse wies darauf hin, dass diese Projekte teilweise bereits zuvor initiiert worden waren.

Es wird zudem davon ausgegangen, dass das Investitionsversprechen der Regierung in Höhe von 5,5 Milliarden Euro nicht aus einem neuen Fonds stammt, sondern aus anderen Mitteln des bestehenden Haushalts finanziert werden soll.

„WIR SIND KEINE BETTLER“

Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Moussa Faki Mahamat, der am Gipfel in Rom teilnahm, warf Italien vor, sie bei der Ausarbeitung dieser Pläne nicht konsultiert zu haben.

Mahamat, der während des Gipfels im italienischen Senat direkt neben Meloni saß, sagte: „Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin, wir hätten uns gewünscht, dass wir beim Mattei-Plan ebenfalls konsultiert worden wären. Afrika ist bereit, den Rahmen und die Methoden der Umsetzung zu diskutieren. Es ist an der Zeit, von Worten zu Taten überzugehen; wir sind mit nicht eingehaltenen Versprechen nicht zufrieden.“

Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, Mahamat, reagierte mit den Worten „Wir sind keine Bettler“ und forderte einen „Paradigmenwechsel für ein neues Partnerschaftsmodell“.

Der Mattei-Plan, den die italienische Regierung mit dem Ziel vorbereitet hat, eine „Brücke zwischen Europa und Afrika“ zu schlagen, ist nach Enrico Mattei benannt, dem Gründer des italienischen Energieriesen ENI.

Enrico Mattei ist für seine Politik bekannt, afrikanischen Ländern bei Energiekooperationen einen größeren Anteil am Gewinn zu gewähren.

Der Tod von Mattei, der 1962 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, ist in Italien bis heute Gegenstand von Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit dem internationalen Energiesektor.

Die Regierung Meloni argumentiert, dass die Kooperationsabkommen mit afrikanischen Ländern im Rahmen des Mattei-Plans nicht auf „ausbeuterischen Modellen“, sondern auf Formen der „gleichberechtigten Zusammenarbeit“ basieren würden.

Dennoch gab es Kritik aus der Opposition und von Teilen der Presse, insbesondere daran, dass die Details des Plans weiterhin unklar seien und die Mittel nicht ausreichten.

Viele nationale Zeitungen griffen heute auf ihren Titelseiten die Aussagen des Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Moussa Faki Mahamat, auf: „Wir sind keine Bettler“ und „Hört auch uns zu“.


Nachrichtenquelle: 12punto

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