Kasachstans Ahal-Teke-Stute Aqzhan mit „satinartigem“ Glanz wurde zum nationalen Symbol
Die Ahal-Teke-Stute Aqzhan, die mit ihrer seltenen Isabellfarbe auffällt, ist in Kasachstan in den Mittelpunkt von Debatten über Steppenkultur und nationale Identität gerückt.
In Kasachstan ist die hellfarbene Stute Aqzhan aus der Ahal-Teke-Rasse nicht nur wegen ihres Aussehens, sondern auch wegen ihrer kulturellen Bedeutung zu einem der neuen Symbole des Landes geworden. Das Pferd, das mit seinem an Satin erinnernden, glänzenden Fell auffällt, stieß in den sozialen Medien und in internationalen Publikationen auf großes Interesse.
Dass Aqzhan auf die Tagesordnung rückte, hing mit einem Beitrag zusammen, den Kasachstans Präsident Kassym-Jomart Tokayev nach einem Besuch der Präsidentenställe veröffentlichte. Tokayev erklärte, er habe im vergangenen Jahr einem hellfarbigen Ahal-Teke-Fohlen den Namen Aqzhan gegeben, und beschrieb das Pferd als „hochgewachsen, mit elegantem Hals, wohlgeformten Ohren, schlankem Körper und klarem Blick“.
Es wird berichtet, dass die am 30. März 2025 in Astana geborene Aqzhan die Isabellfarbe besitzt, die nur bei etwa 3 Prozent der Ahal-Teke-Pferde vorkommt. Diese Farbe erweckt auf den ersten Blick zwar den Eindruck von Albinismus, doch die eigentliche Wirkung entsteht durch den satinartigen Glanz, der durch die Lichtbrechung der feinen Haare hervorgerufen wird.
DER PLATZ DES PFERDES IN DER STEPPENKULTUR
In Kasachstan gilt das Pferd als eines der stärksten Symbole der nomadischen Kultur. Es wird darauf hingewiesen, dass die ältesten Belege für die Domestizierung von Pferden in der Region mit der Botai-Kultur in Zentralasien verbunden sind; frühere Funde datierten diesen Prozess bis etwa 2200 v. Chr., neuere Forschungen führen ihn sogar bis 3500 v. Chr. zurück.
Über Jahrhunderte standen Pferde im Zentrum von Verkehr, Handel, Migration und Krieg in der Steppe. Auch die auf Reiterstärke beruhende Mobilität von Gemeinschaften wie den Hunnen, Awaren, Ungarn und Mongolen zählt zu den wichtigen Beispielen dieser historischen Verbindung.
Dass isabellfarbene Pferde in der kasachischen Tradition mit Glück, Fruchtbarkeit und Stärke verbunden werden, hat das Interesse an Aqzhan weiter verstärkt. In lokalen Kommentaren ist zu beobachten, dass die Bedeutung ihres Namens, „Reine Seele“, gemeinsam mit der nationalen Identität des modernen Kasachstans genannt wird.
Auch Tokayev weist auf den besonderen Platz der Pferde im Leben des kasachischen Volkes hin und betont, dass Pferdezucht und Reitsport unterstützt werden müssten. Es ist bekannt, dass sich in den Präsidentenställen auch besondere Pferde befinden, die von ausländischen Staats- und Regierungschefs geschenkt wurden.
Kasachstan hält die Pferdekultur nicht nur als traditionelles Erbe auf der Tagesordnung, sondern auch durch Naturschutzprojekte. Im Rahmen eines Programms, mit dem Przewalski-Pferde wieder in die Steppe zurückgebracht werden sollen, wurden zuletzt 22 Pferde aus Zuchtzentren in Europa in das staatliche Naturschutzreservat Altın Dala gebracht. Ziel ist es, bis 2029 eine nachhaltige Population von rund 40 Pferden aufzubauen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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