Nachgewiesen: Musikhören lindert Schmerzen bei Patienten – Überraschende Forschungsergebnisse
Eine Studie kanadischer Wissenschaftler hat ergeben, dass Musikhören krankheitsbedingte Schmerzen reduziert. Der Untersuchung zufolge empfanden Patienten, die Musik hörten, weniger Schmerzen als diejenigen, die dies nicht taten.
Eine neue Studie von Forschern der McGill University in Kanada hat bewiesen, dass Musik eine wichtige Rolle bei der Schmerzlinderung spielen kann. In der vergangenen Woche veröffentlichten Arbeit kamen die Experten zu dem Schluss, dass Musik durch ihre ablenkende Wirkung als wirksames Schmerzmittel fungiert.
In der modernen Medizin gehören Schmerzmittel, Physiotherapie und Gesprächstherapie zu den gängigsten Methoden zur Schmerzreduktion bei Patienten. Dass Musik eine schmerzlindernde Wirkung haben könnte, wurde bereits in der Vergangenheit von einigen Wissenschaftlern vermutet. Diese Behauptung konnte jedoch bis zur vergangenen Woche nicht wissenschaftlich belegt werden.
In der Studie der Experten der McGill University mit 60 Teilnehmern wurden die Probanden leichten Elektroschocks ausgesetzt. Anschließend wurde einem Drittel der Teilnehmer angewiesen, still zu sitzen. Der Hälfte der verbleibenden Gruppe wurde gesagt, sie solle Musik ihrer Wahl hören.
Den übrigen Teilnehmern wurde das speziell ausgewählte englische Kinderlied „Twinkle, Twinkle, Little Star“ vorgespielt. Um den bei jedem Menschen vorhandenen „individuellen, natürlichen Rhythmus“ zu bestimmen, wurde das Tempo des Liedes in bestimmten Abständen erhöht oder verringert. Danach wurde den Personen in dieser Gruppe das Kinderlied weiterhin in einem Tempo vorgespielt, das ihrem eigenen „natürlichen Rhythmus“ am besten entsprach.

METHODE DER MUSIKTHERAPIE ENTWICKELT
Das Ergebnis der Untersuchung zeigte, dass das Hören jeglicher Musikrichtung das Schmerzempfinden der Patienten verringerte. Andererseits wurde festgestellt, dass bei den Teilnehmern, die das speziell ausgewählte Lied in einem „ihrem natürlichen Rhythmus entsprechenden Tempo“ hörten, das Schmerzlevel noch stärker sank als bei den anderen Teilnehmern. Die Forscher gaben an, damit den Grundstein für die Entwicklung einer „Musiktherapie“-Methode gelegt zu haben, die auf der Bestimmung des natürlichen Rhythmus eines Menschen basiert.
Professorin Caroline Palmer, Neurowissenschaftlerin an der McGill University und Mitautorin des veröffentlichten Artikels, bewertete das Studienergebnis wie folgt:
„In der Vergangenheit wurde oft behauptet, dass beruhigende oder entspannende Musik als Schmerzmittel am besten wirke. Doch diese Behauptung konnte zuvor nicht eindeutig bewiesen werden.“
Die Forscher merkten an, dass sie die im Rahmen der Studie entwickelte Technik der „auf den natürlichen Rhythmus des Menschen abgestimmten Musiktherapie“ bei Menschen mit chronischen Schmerzproblemen erproben möchten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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