Österreich eröffnet Hitlers Geburtshaus als Polizeistation
Das historische Gebäude in Braunau am Inn wurde renoviert und in eine Polizeistation umgewandelt, um zu verhindern, dass es zu einem Anlaufpunkt für Neonazi-Gruppen wird.
In Österreich wurde das Gebäude, in dem Adolf Hitler geboren wurde, nach langwierigen Debatten und umfassenden Renovierungsarbeiten als Polizeistation eröffnet. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Bauwerk in der Stadt Braunau am Inn stand jahrelang im Fokus der Öffentlichkeit, da es zu einem der symbolischen Anlaufpunkte für rechtsextreme Gruppen geworden war.
Hitler kam im April 1889 in dem ehemaligen Gasthaus in der Salzburger Vorstadt 15 zur Welt. Er lebte dort mit seiner Familie nur wenige Wochen, zog dann innerhalb der Stadt an eine andere Adresse und verließ Braunau im Alter von drei Jahren.
Die österreichischen Behörden prüften jahrelang verschiedene Optionen für die Zukunft des Gebäudes, um zu verhindern, dass es von Neonazi-Kreisen als Gedenk- und Besichtigungsort genutzt wird. Das Innenministerium mietete das Anwesen über einen langen Zeitraum an, um eine Nutzung für rechtsextremen Tourismus zu unterbinden.
Das Gebäude wurde eine Zeit lang von einem Verein zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen genutzt. Nachdem die Eigentümerin Gerlinde Pommer jedoch Renovierungen untersagt hatte, verließ der Verein das Gebäude im Jahr 2011. Da Pommer einen Verkauf ablehnte, stand das Gebäude lange Zeit leer.
DEBATTE ÜBER ABREISSEN HATTE STATTGEFUNDEN
Das österreichische Parlament beschlagnahmte das Gebäude mit einem Gesetz aus dem Jahr 2016 und zahlte Pommer eine Entschädigung in Höhe von 812.000 Euro. Eine von Pommer gegen die Entschädigungssumme eingereichte Klage blieb erfolglos.
Im Laufe des Prozesses stand auch der Abriss des Gebäudes zur Debatte. Der damalige Innenminister Wolfgang Sobotka hatte vorgeschlagen, das Bauwerk vollständig zu beseitigen und an seiner Stelle einen Neubau zu errichten. Dieser Plan stieß jedoch auf Kritik, da Österreich vorgeworfen wurde, sich der Auseinandersetzung mit seiner Nazi-Vergangenheit entziehen zu wollen.
Die Regierung entschied 2019, das Gebäude in eine Polizeistation umzuwandeln, und schrieb einen europaweiten Architekturwettbewerb aus. Im Rahmen der Renovierung, die Millionen Euro kostete, wurde die Fassade des Gebäudes verändert; zudem wurde eine Sicherheitsinfrastruktur für die neue Nutzung geschaffen.
Die Entscheidung stieß in Österreich nicht überall auf Zustimmung. Einige Kreise argumentierten, dass das Gebäude statt als Polizeistation als Zentrum für die Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit hätte gestaltet werden sollen.
Das nun mit Überwachungskameras gesicherte Gebäude trägt kein Schild, das auf die Verbindung zu Hitler hinweist. Das einzige Element, das auf die Geschichte des Bauwerks verweist, ist ein Gedenkstein, der 1989 vor dem Gebäude aufgestellt wurde.
Auf dem Stein, der aus dem Konzentrationslager Mauthausen stammt, wird Hitlers Name nicht erwähnt. Auf dem Stein steht: „Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen.“
Der Lokalhistoriker Florian Kotanko betont, dass die historische Verantwortung des Ortes auch bei sinkenden Besucherzahlen nicht verschwinde und eine offene Auseinandersetzung mit der Vergangenheit notwendig sei.
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Überraschende Ergebnisse zur 'neuen Partei' von Özgür Özel
Özgür Özel antwortet mit konkretem Datum zur Anzahl der Rücktritte
Waldbrand in Antalya unter Kontrolle gebracht
Die PKK-Öffnung und der Weg von Özgür Özel!..
Wie haben die Zeitungen den Abschied von Özgür Özel von der CHP bewertet?
Er tötete seine Ehefrau durch einen Schnitt in den Hals: Die Kinder wurden Zeugen der Tat
Was hat die CHP getan?
Özels Vorstoß für eine neue Partei in der Weltpresse
Die neue CHP gegen die CEHAPE
Brand im TUSAŞ-Motorenwerk in Eskişehir unter Kontrolle