Pentagon-Bilanz zum Iran-Krieg: Raketenbestände auf kritischem Niveau
Ein Prüfbericht des Pentagons enthüllt, dass es in den ersten Monaten des Krieges gegen den Iran zu schweren Schäden an US-Stützpunkten, Verlusten bei Luftfahrzeugen und Munitionsengpässen kam.
Die Aufsichtsbehörde des US-Verteidigungsministeriums hat dem Kongress eine umfassende Bilanz zu den ersten Monaten des Krieges gegen den Iran vorgelegt. Der vom Generalinspekteur des Pentagons erstellte Bericht deckt den Zeitraum bis zum 30. Juni des Krieges ab, der unter dem Namen „Operation Epische Wut“ geführt wird.
Dem Bericht zufolge haben die iranischen Angriffe zu weitreichenden Schäden an der militärischen Infrastruktur der USA im Nahen Osten geführt, während der intensive Munitionsverbrauch der USA „strategische Bestandsdefizite“ verursacht habe. Die Bewertung wurde in einer gemeinsamen Arbeit der Prüfer der Verteidigungs- und Außenministerien sowie der USAID erstellt.
Nach Berechnungen des Pentagons beliefen sich die Kosten in den ersten vier Monaten des Krieges auf etwa 33,4 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen 22,3 Milliarden US-Dollar direkt auf die verbrauchte Munition. Im Bericht wurde darauf hingewiesen, dass die Kosten für den Wiederaufbau der bei den iranischen Angriffen beschädigten militärischen Einrichtungen in dieser Summe nicht enthalten sind.

WEITREICHENDE SCHÄDEN AN STÜTZPUNKTEN
Dem Bericht zufolge führten die iranischen Angriffe dazu, dass Hunderte von Gebäuden und Strukturen auf US-Stützpunkten in Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, dem Irak, Oman und Jordanien beschädigt oder vollständig zerstört wurden.
Nach den Angriffen habe das US-Zentralkommando (CENTCOM) die Anordnung von Personal, militärischen Vermögenswerten und Depots von einigen Stützpunkten an andere Orte verlagert. Da medizinische Evakuierungshubschrauber, die im Irak und in Kuwait im Einsatz waren, abgezogen wurden, sei begonnen worden, einige Verwundetentransporte auf dem Landweg zu örtlichen Krankenhäusern durchzuführen.
Die schweren Schäden am Logistik- und Kommandozentrum der US Navy in Bahrain beeinträchtigten zudem die Nachschubwege. Aus diesem Grund werde die Insel Diego Garcia im Indischen Ozean verstärkt für die maritime Logistik genutzt, wobei die Nachschubzeit für Schiffe in der Region in einigen Fällen auf bis zu 14 bis 18 Tage angestiegen sei.
LUFTFAHRZEUGE UND RAKETENBESTÄNDE
Der Pentagon-Bericht enthält auch neue Informationen zu den Verlusten der US-Luftflotte. Bis Ende Juni seien vier F-15-Kampfjets zerstört, eine F-35A durch feindliches Feuer beschädigt und sieben KC-135-Tankflugzeuge beschädigt oder zerstört worden.
Zudem seien bis zu 30 MQ-9 Reaper-Drohnen verloren gegangen. Zuvor hatte der Forschungsdienst des US-Kongresses berechnet, dass in der Anfangsphase des Krieges mindestens 42 amerikanische Luftfahrzeuge zerstört oder beschädigt wurden.

Das Thema Munition gehörte zu den bemerkenswertesten Abschnitten des Berichts. Das Pentagon teilte mit, dass die Menge der von den USA gegen den Iran eingesetzten Munition „zu strategischen Bestandsdefiziten geführt und Engpässe in der Rüstungsindustrie bei der Munitionsversorgung offengelegt hat“.
Es wurde berichtet, dass Pentagon-Beamte daran arbeiten, Produktionszeiten zu verkürzen, kritische Rohstoffe und Teile zu bevorraten und die Produktion bestimmter Munitionstypen zu beschleunigen. Diese Aussage im Bericht steht im Widerspruch zu den Erklärungen der Trump-Regierung, die während des Krieges Behauptungen über Munitionsknappheit zurückgewiesen hatte.

Die aktuellen Bestände an Raketen wurden im Bericht nicht einzeln aufgeführt. Nach Berechnungen des in Washington ansässigen CSIS haben die USA jedoch während des Krieges etwa 65 Prozent ihres Vorkriegsbestands an Patriot-Abfangraketen verbraucht. In derselben Bewertung wurde auch ein Rückgang der THAAD-Abfangraketenbestände um mindestens 38 Prozent berechnet.
Dieses Bild wird als Kapazitätsproblem bewertet, das nicht nur die militärische Planung im Nahen Osten, sondern auch die Stationierung der USA in Europa und im Pazifik beeinträchtigen könnte. Amerikanische Militärplaner warnen schon lange davor, dass die Verlagerung begrenzter Systeme wie Patriot und THAAD in die Region an anderen Fronten zu Schwachstellen führen könnte.
Der Bericht enthüllte zudem, dass die iranischen Angriffe auch an diplomatischen Einrichtungen schwere Schäden verursacht haben. Es wurde angegeben, dass an US-Diplomatenstandorten im Irak, in Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten physische Schäden in Höhe von etwa 184 Millionen US-Dollar entstanden sind.
Nach Kriegsbeginn seien etwa 3.500 amerikanische Diplomaten aus der Region abgezogen worden; zudem hätten die USA in den ersten Monaten etwa 9.000 ihrer Bürger evakuiert.
Nachrichtenquelle: 12punto
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