Protestwelle in Serbien hält an: Lehrer treten in den Streik
In Serbien, wo seit über zwei Monaten Proteste stattfinden, sind Lehrer in den Streik getreten, um gegen ihre Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Nachdem am 1. November in Novi Sad ein Bahnhof eingestürzt war und 15 Menschen ums Leben gekommen waren, hatten landesweite Proteste begonnen. Während die Mitte November gestarteten Studentenproteste noch immer andauern, hat sich nun auch der Lehrerstreik der Protestwelle angeschlossen.
In der serbischen Hauptstadt Belgrad haben Lehrer, die die Arbeit niedergelegt haben, einen Demonstrationszug abgehalten, um gegen die Gehälter und Arbeitsbedingungen im Bildungssektor zu protestieren.
Tausende Mitglieder der Unabhängigen Gewerkschaft der Bildungsgewerkschaften Serbiens, die sich der mit der Regierung getroffenen Vereinbarung der zuständigen Bildungsgewerkschaften nicht angeschlossen haben, versammelten sich gemeinsam mit unterstützenden Studenten und Bürgern vor der Philosophischen Fakultät der Universität Belgrad.

Eine Aufnahme von den landesweiten Studentenprotesten, die Mitte November begannen; serbische Universitätsstudenten hatten Teile der Campusgebäude an einigen Universitäten besetzt
Der Vorsitzende der Unabhängigen Gewerkschaft der Bildungsgewerkschaften, Dusan Kokot, berichtete, dass am ersten Tag des Streiks an 50 Prozent der Schulen im Land kein Unterricht stattfand.
Kokot erklärte, dass die Arbeitsniederlegungen in den Großstädten auf eine größere Resonanz stießen, und sagte: 'Wir haben den Mut bewiesen, den Drohungen zu widerstehen.'

Lehrer bei einem Protestmarsch in Belgrad, 20. Januar 2025
PROTEST AUCH GEGEN DAS BAHNHÖFSUNGLÜCK
Die Demonstranten, die darauf hinwiesen, dass die Gehälter der Pädagogen niedrig und die Arbeitsbedingungen schlecht seien, protestierten auch gegen das Unglück am Bahnhof in der nordserbischen Stadt Novi Sad, bei dem 15 Menschen ums Leben kamen.
Unterdessen merkte der serbische Premierminister Milos Vucevic in einer Fernsehsendung an, dass ab morgen Inspektionen an Schulen durchgeführt würden und die Unterbrechung des Unterrichts gegen die Gesetze verstoße.
Vucevic argumentierte, dass die Demonstranten Eltern und Schüler in die Politik hineinzögen, und äußerte: 'Politik hat unter Kindern nichts zu suchen.'

Der serbische Premierminister Milos Vucevic
Nachrichtenquelle: AA
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