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Reaktionen aus Ankara und der Welt auf 'Warnschüsse' der israelischen Armee: Diplomaten ins Visier genommen

Die israelische Armee hat im Westjordanland in der Stadt Dschenin das Feuer auf eine Delegation eröffnet, der auch Diplomaten angehörten. Unter den Delegationsmitgliedern befand sich auch ein türkischer Beamter. Nach dem Vorfall gab es scharfe Reaktionen gegen Israel.

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Reaktionen aus Ankara und der Welt auf 'Warnschüsse' der israelischen Armee: Diplomaten ins Visier genommen

Israel erklärte, es habe sich um einen "Warnschuss" gehandelt, der abgegeben wurde, "weil die Delegation von der genehmigten Route abgewichen war"; es sei niemand verletzt worden.

Palästinensische Behörden hingegen argumentierten, dass die Delegation, die mit der Untersuchung humanitärer Bedingungen beauftragt war, "gezielt mit scharfer Munition beschossen wurde".

Der Vorfall löste in zahlreichen Ländern Empörung aus.

Das türkische Außenministerium teilte in einer schriftlichen Erklärung mit, dass sich auch ein Mitarbeiter des Generalkonsulats in Jerusalem in der Delegation befunden habe.

In der Erklärung hieß es: "Wir verurteilen den Beschuss der Delegation durch israelische Soldaten während ihres Besuchs in der Stadt Dschenin auf das Schärfste."

Das Ministerium fügte hinzu, dass dieser Angriff das Leben von Diplomaten gefährdet habe und Israel das Völkerrecht missachte:

"Das gezielte Vorgehen gegen Diplomaten ist nicht nur eine Bedrohung für die individuelle Sicherheit, sondern auch eine ernsthafte Gefahr für das Klima des Respekts und des Vertrauens, das die Grundlage der zwischenstaatlichen Beziehungen bildet."

Die Hohe Vertreterin der EU für Außenpolitik, Kaja Kallas, forderte Israel dazu auf, die Verantwortlichen für diesen Vorfall zur Rechenschaft zu ziehen.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani erklärte, dass sich auch eigene Diplomaten in der Delegation befunden hätten, und bestellte den israelischen Botschafter ins Ministerium ein.

Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot bestätigte den Vorfall und sagte: "Das ist inakzeptabel." Barrot kündigte an, den israelischen Botschafter ins Ministerium zu zitieren.

Auch die Außenministerien von Deutschland und Irland verurteilten den Vorfall.

Der niederländische Außenminister Caspar Veldkamp sagte: "Die Bedrohung von Diplomaten ist inakzeptabel", während das ägyptische Außenministerium erklärte, dass dieser Vorfall "alle diplomatischen Normen verletzt".

Unterdessen teilten die Vereinten Nationen mit, dass trotz der Einfahrt von Hilfsgüter-Lkw in den Gazastreifen nach der 11-wöchigen Blockade durch Israel bisher keine Verteilung der Hilfen stattgefunden habe.

Internationale Hilfsorganisationen warnen seit einiger Zeit davor, dass die Bevölkerung im Gazastreifen am Rande einer Hungersnot steht.

Israelische Behörden gaben am Dienstag an, dass 93 Lkw mit Mehl, Babynahrung, medizinischem Material und Medikamenten in den Gazastreifen gefahren seien.

Die Vereinten Nationen stellten jedoch fest, dass die Lkw zwar die palästinensische Seite des Grenzübergangs Kerem Schalom erreicht hätten, bisher aber keine Verteilung der Hilfsgüter erfolgt sei.

UN-Sprecher Stephane Dujarric erklärte, ein Team habe "mehrere Stunden lang darauf gewartet", dass Israel die Durchfahrt der Lkw in das Gebiet erlaube, sagte aber: "Leider konnten sie die Hilfsgüter nicht in unsere Lager bringen."

Israel hatte am Sonntag angekündigt, die Einfuhr von "minimaler Nahrungsmittelhilfe" in den Gazastreifen zu erlauben, nachdem internationale Hilfsorganisationen vor einer Hungerkrise gewarnt hatten.


Nachrichtenquelle: AA

Diplomat Gaza Verletzung Israel Angriff