Russland: Wir werden auf Angriffe der Ukraine mit Langstreckenwaffen auf russisches Territorium reagieren
Der russische Außenminister Sergei Lawrow erklärte, Russland werde die Angriffe der Ukraine mit Langstreckenwaffen auf russisches Territorium als eine neue Phase des Krieges des Westens gegen Russland betrachten und entsprechend reagieren.
Nach Angaben des russischen Außenministeriums hielt Lawrow nach dem G20-Gipfel in Rio de Janeiro, Brasilien, eine Pressekonferenz ab.
Lawrow bewertete die Berichte, wonach die USA der Ukraine den Einsatz der gelieferten Langstreckenwaffen auf russischem Territorium gestattet hätten, und wies darauf hin, dass das Weiße Haus und das US-Verteidigungsministerium (Pentagon) diese Informationen bisher nicht bestätigt hätten.
Lawrow verwies darauf, dass die ukrainische Armee die russische Region Brjansk mit amerikanischen ATACMS-Raketen (Army Tactical Missile System) angegriffen habe: „Dass die ATACMS-Raketen in der Nacht wiederholt bei Angriffen auf die Grenzregion Brjansk eingesetzt wurden, ist ein Signal dafür, dass der Westen die Spannungen eskalieren will. Ohne die Hilfe der Amerikaner ist der Einsatz dieser hochtechnologischen Raketen nicht möglich. Wir werden dies als eine neue Phase des Krieges des Westens gegen Russland betrachten und entsprechend reagieren.“
Lawrow betonte, dass die russische Nukleardoktrin aktualisiert wurde und er hoffe, dass diese im Westen zur Kenntnis genommen werde: „Wir glauben, dass Atomwaffen in erster Linie ein Mittel zur Abschreckung und zur Verhinderung eines Atomkrieges sind. Dies ist der Ansatz, den wir in dieser Situation verfolgen.“
Lawrow erinnerte daran, dass Bundeskanzler Olaf Scholz zuvor erklärt hatte, er wolle der Ukraine keine „Taurus“-Marschflugkörper liefern, und bezeichnete dies als einen „verantwortungsvollen Ansatz“.
HINTERGRUND
In einem Bericht der amerikanischen Zeitung Washington Post (WP), der sich auf zwei hochrangige US-Beamte stützte, hieß es, die US-Regierung habe der Ukraine die Erlaubnis erteilt, die gelieferten ATACMS-Langstreckenraketen in begrenztem Umfang auf russischem Territorium einzusetzen.
Das russische Verteidigungsministerium hatte gemeldet, dass die Ukraine in der Nacht die russische Region Brjansk mit amerikanischen ATACMS-Langstreckenraketen angegriffen habe.
Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete heute zudem die aktualisierte Nukleardoktrin, die es Russland ermöglicht, im Falle eines ballistischen Raketenangriffs mit Atomwaffen zu reagieren.
Nachrichtenquelle: AA
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