Spanien und Portugal bestellen israelische Botschafter ins Außenministerium ein
Spanien und Portugal haben die in ihren Ländern akkreditierten israelischen Botschafter ins Außenministerium einbestellt, nachdem die israelische Armee im Westjordanland das Feuer auf Diplomaten eröffnet hatte.
Nach Italien und Frankreich haben nun auch Spanien und Portugal die israelischen Botschafter in ihren Ländern ins Außenministerium einbestellt, nachdem die israelische Armee im besetzten Westjordanland das Feuer auf eine ausländische Delegation eröffnet hatte, die das Flüchtlingslager Dschenin besuchte und der auch ein türkischer Diplomat angehörte.
Der spanische Außenminister Jose Manuel Albares erklärte: „Angesichts des inakzeptablen Beschusses durch die israelische Armee während des Besuchs spanischer, EU- und anderer Diplomaten haben wir den israelischen Geschäftsträger in Madrid offiziell einbestellt. Wir fordern eine Erklärung und Rechenschaftspflicht. Unsere Unterstützung für die Diplomaten des spanischen Konsulats in Jerusalem ist uneingeschränkt.“
Israel hatte seinen Botschafter in Spanien zurückgerufen, nachdem Spanien vor einem Jahr den Staat Palästina anerkannt hatte.
In einer Erklärung des portugiesischen Außenministeriums hieß es, dass der israelische Botschafter in Lissabon aufgrund des Beschusses der Diplomaten ins Außenministerium einbestellt wurde.
VERURTEILUNG DURCH DIE TÜRKEI, ÄGYPTEN UND DEUTSCHLAND
In einer Erklärung des türkischen Außenministeriums hieß es: „Wir verurteilen aufs Schärfste, dass israelische Soldaten während eines Besuchs in der Stadt Dschenin das Feuer auf eine Gruppe von Diplomaten eröffnet haben, zu der auch ein Beamter unseres Generalkonsulats in Jerusalem gehörte. Dieser Angriff, der das Leben der Diplomaten gefährdete, ist ein weiteres Beispiel für Israels systematische Missachtung des Völkerrechts und der Menschenrechte. Die gezielte Attacke auf Diplomaten stellt nicht nur eine Gefahr für die individuelle Sicherheit dar, sondern ist auch eine ernsthafte Bedrohung für das Klima des Respekts und des Vertrauens, das die Grundlage der zwischenstaatlichen Beziehungen bildet. Der Vorfall muss unverzüglich untersucht werden und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, diesen gefährlichen Akt auf das Schärfste zu verurteilen und konkrete Schritte zu unternehmen, um den Schutzschild der Straflosigkeit für Israel zu beenden.“
Das ägyptische Außenministerium verurteilte den Vorfall ebenfalls „mit den schärfsten Worten“ und erklärte, dass der Beschuss alle diplomatischen Normen verletze.
Das deutsche Außenministerium teilte mit, den Beschuss scharf zu verurteilen und forderte Israel zu einer Untersuchung auf. Das Ministerium kündigte zudem an, dass Außenministerin Annalena Baerbock den Vorfall bei ihrem Gespräch mit ihrem israelischen Amtskollegen Gideon Sa'ar ansprechen werde.
Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot hatte zuvor angekündigt, dass der israelische Botschafter in Frankreich ins Außenministerium einbestellt werde, und erklärt: „Einer unserer Diplomaten wurde während eines Besuchs in Dschenin von israelischen Soldaten beschossen. Das ist eine inakzeptable Situation. Der israelische Botschafter wird einbestellt, um eine Erklärung abzugeben. Wir unterstützen unsere Vertreter vor Ort und ihre außergewöhnliche Arbeit unter schwierigen Bedingungen voll und ganz.“
Der italienische Außenminister Antonio Tajani hatte ebenfalls erklärt, dass sie den israelischen Botschafter in Italien aufgrund des Beschusses der Diplomaten ins Außenministerium einbestellen würden.
Nachrichtenquelle: İHA
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