Streit zwischen Netanjahu und Gantz: Spannungen im Kriegskabinett
Berichten zufolge kam es zu einem heftigen Streit zwischen Gantz, der den Vorschlag des Mossad-Chefs David Barnea für ein Abkommen mit der Hamas unterstützte, und Netanjahu, der den Vorschlag ablehnte.
Im israelischen Kriegskabinett, das nach dem 7. Oktober für die Angriffe auf den Gazastreifen gebildet wurde, soll es zu einem Streit zwischen Premierminister Benjamin Netanjahu sowie Verteidigungsminister Benny Gantz und Kabinettsmitglied Gadi Eisenkot gekommen sein. Gantz wurde von internationalen Medien als „potenzieller Nachfolger Netanjahus“ und „politischer Rivale des Premierministers“ bezeichnet.
Nach Angaben des israelischen Staatssenders KAN kam es bei der gestrigen Sitzung zu einer heftigen Auseinandersetzung, bei der auf der einen Seite Netanjahu und auf der anderen Seite Gantz und Eisenkot standen.
In dem Bericht heißt es, dass Mossad-Chef David Barnea während der Kabinettssitzung vorgeschlagen habe, die Befugnisse der Delegation zu erweitern, die mit der Hamas über ein Geiselabkommen verhandelt.
Nachdem Netanjahu den Vorschlag von Barnea abgelehnt hatte, sollen Gantz und Eisenkot dagegen protestiert haben, woraufhin es zu einer hitzigen Debatte kam.
Gantz und Eisenkot sollen gesagt haben: „Diese Verhandlungen dauern schon viel zu lange und wir müssen sie jetzt beenden. Wenn wir uns aktiv bemüht hätten, könnten wir mitten in den Gesprächen sein; die Verhandlungen sind nicht vorangekommen, weil wir keine Verantwortung übernommen haben.“
Netanjahu hingegen lehnte den Vorschlag für ein Abkommen mit den Worten ab: „Wir führen schwierige Verhandlungen. Die Angelegenheit ist komplex. Die Hamas ist nicht an einer Einigung interessiert. Wir dürfen dem Feind keine Schwäche zeigen.“
VERHANDLUNGEN ZWISCHEN HAMAS UND ISRAEL
Die israelische Delegation unter der Leitung von Mossad-Chef David Barnea, die in die katarische Hauptstadt Doha gereist war, hatte am 18. März an Gesprächen mit der Hamas über eine neue Runde von Verhandlungen zur Freilassung der Geiseln im Gazastreifen teilgenommen.
Die israelische Presse hatte gemeldet, dass mit der Ankunft der israelischen Delegation unter der Leitung des Mossad-Chefs in Doha die Verhandlungen über einen Geiselaustausch zwischen der Hamas und Tel Aviv offiziell begonnen hätten.
Es wurde darauf hingewiesen, dass auch Nitzan Alon, der in der israelischen Armee für das Dossier der Entführten und Vermissten zuständig ist, Teil der Delegation war.
In einem Bericht des israelischen Fernsehsenders Kanal 12 wurde angemerkt, dass die Verhandlungen etwa zwei Wochen dauern könnten.
Nachrichtenquelle: AA
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