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Taliban installiert Gesichtserkennungssystem mit 90.000 Kameras in Kabul: Vorwurf der Überwachung von Frauen

Die Taliban, die in Afghanistan an der Macht sind, haben in Kabul ein umfassendes Überwachungsnetzwerk mit 90.000 Kameras aufgebaut. Behörden bestätigten, dass das System Personen mittels Gesichtserkennung verfolgen kann.

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Taliban installiert Gesichtserkennungssystem mit 90.000 Kameras in Kabul: Vorwurf der Überwachung von Frauen

Die Taliban-Regierung hat in der afghanischen Hauptstadt Kabul ein weitläufiges Überwachungsnetzwerk aus 90.000 Kameras installiert. Das System ist in der Lage, zahlreiche Details zu erfassen, von Fahrzeugkennzeichen bis hin zu Gesichtszügen. Während Taliban-Vertreter argumentieren, dass dieses Netzwerk zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt werde, äußerten Menschenrechtsorganisationen die Befürchtung, dass die Freiheitsrechte, insbesondere die von Frauen, weiter eingeschränkt werden könnten. Behauptungen zufolge nutzen die Taliban das System, um Frauen zu identifizieren, die sich nicht an die 'moralischen Kleidungsvorschriften' halten.

Nach dem Abzug der USA aus Afghanistan im Jahr 2021 übernahmen die Taliban die Kontrolle über das Land. Zu jener Zeit gab es in Kabul lediglich 850 Überwachungskameras. Seit 2021 haben die Taliban die Anzahl der Kameras in der Stadt auf 90.000 erhöht. Das neue System kann Personen mithilfe von Gesichtserkennung nach Alter, Geschlecht und körperlichen Merkmalen kategorisieren.

BBC erhielt Zugang zum Kontrollzentrum der Taliban und dokumentierte die Funktionsweise des Systems. In dem Zentrum wird das tägliche Leben der sechs Millionen Einwohner Kabuls über Dutzende Bildschirme überwacht. Den Berichten zufolge verfolgen die Taliban Frauen mithilfe des Kamerasystems. Menschenrechtsorganisationen warfen den Taliban vor, diese Aufnahmen zu nutzen, um Frauen aufzuspüren, die sich nicht an die auferlegten Regeln halten.

VORWURF: SITTENPOLIZEI ÜBERWACHT AUFNAHMEN

Amnesty International warnte davor, dass das Überwachungsnetzwerk von den Taliban genutzt werden könnte, um die Rechte von Frauen im öffentlichen Raum weiter einzuschränken. Die Organisation erklärte, das System könne den Taliban dabei helfen, ihre 'brutale Politik' fortzusetzen.

Die Behörden behaupteten, dass nur Polizeikräfte Zugriff auf die Kameras hätten und die Aufnahmen nicht von der 'Sittenpolizei' ausgewertet würden.

Der Polizeisprecher der Taliban, Halid Zadran, äußerte sich zu dem Kamerasystem mit den Worten: 'Von hier aus überwachen wir die gesamte Stadt Kabul.' Die Behörden gaben an, dass bei der Feststellung verdächtiger Aktivitäten die örtliche Polizei umgehend informiert werde.

In den letzten drei Jahren haben die Taliban eine Reihe von Dekreten erlassen, die insbesondere die Bildungs- und Arbeitsrechte von Frauen einschränken. Dies stieß auf Kritik der internationalen Gemeinschaft, und kein Land hat die Taliban-Regierung offiziell anerkannt. Politikexperten bewerten das Überwachungsnetzwerk als Teil der Bemühungen der Taliban, ihre internen Kontrollmechanismen zu stärken.


Nachrichtenquelle: 12punto

Taliban Afghanistan Kabul