Ungarns Ministerpräsident Orban beschuldigt die EU
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat die Europäische Kommission beschuldigt, Ungarn mit dem Einfrieren von EU-Milliardenhilfen aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit zu „erpressen“.
Berichten der nationalen Presse zufolge erklärte Viktor Orban auf einer Pressekonferenz: „Unserer Ansicht nach erfüllt Ungarn alle Kriterien der Rechtsstaatlichkeit. Wenn die EU-Kommission spezifische Forderungen hat, setzen wir alles um, was von ihnen kommt, und arbeiten zusammen.“
Orban betonte, dass die Erpressung durch die EU real sei und dies auch von Mitgliedern des Europäischen Parlaments (EP) eingeräumt werde. Er fügte hinzu: „Man kann mir nicht vorwerfen, dass ich alles in meiner Macht Stehende tue, um die Interessen Ungarns in einer solchen Erpressungssituation zu schützen.“
DER UKRAINE-KONFLIKT ZWISCHEN UNGARN UND DER EU
Ungarn unterstützt weder die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen der Ukraine mit der EU noch das neue Finanzhilfepaket in Höhe von 50 Milliarden Euro.
Die Entscheidung, Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine aufzunehmen, konnte beim EU-Gipfel am 14. und 15. Dezember in Brüssel nur dadurch getroffen werden, dass Orban von Bundeskanzler Olaf Scholz dazu bewegt wurde, den Saal für eine Kaffeepause zu verlassen. Orban, der argumentiert, dass das neue Hilfspaket in Höhe von 50 Milliarden Euro für die Ukraine nicht aus dem EU-Haushalt finanziert werden sollte, hatte das Paket auf dem EU-Gipfel mit seinem Veto blockiert.
Es wird erwartet, dass das Thema der 50 Milliarden Euro Finanzhilfe für die Ukraine auf einem außerordentlichen Gipfel am 1. Februar nächsten Jahres erneut behandelt wird. Sollte Orban in diesem Prozess nicht überzeugt werden können, wird darauf hingewiesen, dass auch andere Formeln in Betracht gezogen werden könnten, die keine Einstimmigkeit erfordern.
EU HATTE MILLIARDENSCHWERE FONDS FÜR UNGARN EINGEFROREN
Die EU-Kommission hatte im Dezember 2022 Milliarden Euro aus dem gemeinsamen EU-Haushalt für Ungarn eingefroren, da Bedenken hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit im Land bestanden. Im Rahmen von Verhandlungen, um Ungarn dazu zu bewegen, sein Veto gegen die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine aufzugeben, wurden am 13. Dezember 10,2 Milliarden Euro dieser eingefrorenen Mittel freigegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass die EU weiterhin 21 Milliarden Euro an für Ungarn vorgesehenen Mitteln blockiert.
Nachrichtenquelle: AA
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