Vorwürfe über „Kinderhandel“ auf Vinted verbreiten sich in sozialen Medien: Behörden fanden keine konkreten Beweise
Die in Frankreich und Deutschland verbreiteten Behauptungen über „codierte Anzeigen“ wurden untersucht; Polizei und Vinted teilten mit, dass es keine glaubwürdigen Beweise für Kinderhandel gebe. In Beiträgen, die sich vor allem auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Reddit verbreiteten, war behauptet worden, dass gewöhnliche Produkte, die weit über ihrem Marktwert angeboten wurden, in Wirklichkeit geheime Informationen über Kinder enthielten.
In Beiträgen in sozialen Medien, die Millionen von Nutzern in Frankreich und Deutschland erreichten, wurde behauptet, dass einige Produktanzeigen auf der Second-Hand-Plattform Vinted „codiert“ für Kinderhandel genutzt würden.
Im Zentrum der Vorwürfe standen hochpreisige Spielzeuge, Klimaanlagen-Fernbedienungen sowie Formulierungen in den Anzeigenbeschreibungen, die sich auf Alter oder körperliche Merkmale bezogen.
Laut einer von EuroNews zitierten Untersuchung konnte ein Großteil der Screenshots, die zur Untermauerung der Vorwürfe geteilt wurden, nicht verifiziert werden. Während die meisten der als noch aktiv bezeichneten Anzeigen auf der Plattform nicht mehr auffindbar waren, stieß das Verifizierungsteam bei einer Durchsuchung auf einige ungewöhnliche Anzeigen; diese wurden kurz darauf von der Plattform entfernt.
In den Beiträgen, die sich vor allem auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Reddit verbreiteten, wurde behauptet, dass gewöhnliche Produkte, die weit über ihrem Marktwert angeboten wurden, in Wirklichkeit geheime Informationen über Kinder enthielten. In einem Video auf TikTok, das mehr als 900.000 Likes erhielt, wurde eine Anzeige für ein Plüschtier, das angeblich für 30.000 Euro zum Verkauf angeboten wurde, als Beispiel für diese Behauptungen angeführt.
Ein weiterer französischer Content-Creator gab an, eine gefälschte Anzeige für ein Spielzeugauto im Wert von 30.000 Euro erstellt und daraufhin verdächtige Nachrichten erhalten zu haben. Ähnliche Inhalte verbreiteten sich auch auf Deutsch und Englisch und erreichten in kurzer Zeit Millionen von Aufrufen.
STELLUNGNAHME VON POLIZEI UND UNTERNEHMEN
Nachdem die Vorwürfe an Bedeutung gewannen, leiteten die Sicherheitsbehörden in Deutschland und Frankreich Untersuchungen zu dem Thema ein. Das Hessische Landeskriminalamt erklärte, dass die eingegangenen Hinweise geprüft würden, bisher jedoch keine Beweise gefunden wurden, die eine glaubwürdige Verbindung zwischen den fraglichen Anzeigen und Kinder- oder Menschenhandel herstellen.
Die Polizei gab an, dass ein erheblicher Teil der gemeldeten Anzeigen gefälscht zu sein scheine und nicht bestätigt werden könne, dass es sich bei allen in den sozialen Medien kursierenden Screenshots um echte Vinted-Anzeigen handele. Das französische Innenministerium bestätigte, dass die Staatsanwaltschaft Nanterre eine Voruntersuchung eingeleitet habe; die Eröffnung einer Untersuchung bedeute jedoch nicht, dass die Vorwürfe wahr seien.
Vinted teilte in einer Erklärung mit, dass die kursierenden Anzeigen umfassend geprüft worden seien und kein glaubwürdiger Fall im Zusammenhang mit Kinderhandel festgestellt werden konnte. Das Unternehmen gab bekannt, dass es mit den Behörden zusammenarbeite, gefälschte Anzeigen, die zur Anheizung der Vorwürfe erstellt wurden, entfernt habe und dass einige Nutzer Personen, die hochpreisige Produkte verkauften, gezielt belästigten.
In einem Beispiel aus der französischen Presse wurde berichtet, dass es sich bei der Person hinter einer Anzeige für eine Klimaanlagen-Fernbedienung, die für 20.000 Euro angeboten wurde, um einen 17-jährigen Gymnasiasten handelte. Es wurde angegeben, dass der Schüler die Anzeige erstellt habe, um „einen Scherz zu machen“ und „etwas Geld zu verdienen“, um Pädophile zu entlarven.
Ähnliche Vorwürfe gegen Vinted kamen bereits 2023 in Frankreich über TikTok auf und wurden von unabhängigen Faktencheck-Organisationen widerlegt. Experten weisen darauf hin, dass solche Gerüchte an die Verschwörungstheorien erinnern, die in der Vergangenheit über das US-Unternehmen Wayfair verbreitet wurden und sich nicht beweisen ließen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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