Finden Sie Nachrichten im folgenden Datumsbereich
und und
und und
und und
Löschen
Euro
Arrow
56,2640
Dollar
Arrow
48,4248
Pfund Sterling
Arrow
65,5017
Gold
Arrow
6969,5893
BIST 100
Arrow
14.012

Aufstieg der AfD in Deutschland schürt Sorgen in Wirtschaftskreisen um Eurozone und Arbeitskräfte

Vor den Landtagswahlen werden die Migrations- und Eurozonen-Politik der AfD sowie Risiken für den Arbeitskräftemangel, den Export und Investitionen diskutiert.

Überlass die Wahl deiner Nachrichten nicht dem Algorithmus - entscheide selbst, was du liest. Füge 12punto zu deinen bevorzugten Quellen hinzu!
Aufstieg der AfD in Deutschland schürt Sorgen in Wirtschaftskreisen um Eurozone und Arbeitskräfte

Vor den Landtagswahlen in Deutschland im September sorgt der Anstieg der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) in den Umfragen neben politischen Debatten auch in Wirtschaftskreisen für Besorgnis. Ökonomen weisen darauf hin, dass der migrationsfeindliche Kurs der Partei sowie ihre Rhetorik bezüglich eines Austritts aus der Europäischen Union und der Eurozone das Wachstumspotenzial des Landes, den Arbeitsmarkt und das internationale Investitionsklima belasten könnten.

Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, am 20. September in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Jüngste Umfragen zeigen, dass die AfD insbesondere in Sachsen-Anhalt eine starke Position innehat. Es wird berichtet, dass die Partei mit einem in diesem Bundesland gemessenen Stimmenanteil von 42 Prozent eine Alleinregierung anstrebt, während die CDU bei 22 Prozent und die Linke bei 13 Prozent liegen.

Auch in der Hauptstadt Berlin erscheint das politische Bild fragmentiert. Laut einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts INSA liegt die AfD in Berlin mit einem Stimmenanteil von 17 Prozent auf dem dritten Platz. Die Partei, die die Wohnungskrise in der Stadt mit Einwanderern in Verbindung bringt, fordert, dass Sozialwohnungen nur an „Einheimische“ vergeben werden.

FÜNF RISIKOFELDER FÜR DIE WIRTSCHAFT

In Analysen der deutschen Presse werden die Hauptrisiken des AfD-Wirtschaftsprogramms wie folgt aufgelistet: Wohlstandsverlust, der durch Migrationspolitik verursachte Arbeitskräftemangel, die Auswirkungen eines Austritts aus der Eurozone auf den Export, der Druck auf den Haushaltshaushalt sowie die Tatsache, dass die Ablehnung erneuerbarer Energien die Energieabhängigkeit erhöht.

Den Einschätzungen zufolge können die von populistischen Regierungen verfolgten Wirtschaftspolitiken die Produktion langfristig um durchschnittlich 10 Prozent schrumpfen lassen. Es wird darauf hingewiesen, dass dieses Szenario für Deutschland einen Verlust von etwa 450 Milliarden Euro bedeuten könnte. Die Tatsache, dass die große Mehrheit der Unternehmen die Rechtsstaatlichkeit als grundlegendes Investitionskriterium betrachtet, verstärkt zudem die Kommentare, dass sich Sorgen um demokratische Institutionen auf Investitionsentscheidungen auswirken könnten.

Es wird zum Ausdruck gebracht, dass die Politik der AfD zur massenhaften Abschiebung und Begrenzung der Migration die Probleme auf dem Arbeitsmarkt, der aufgrund der alternden Bevölkerung ohnehin unter Druck steht, verschärfen könnte. Experten zufolge könnte bei einem Stopp der Migration in den nächsten 15 Jahren ein Arbeitskräftemangel von 7 Millionen Menschen entstehen. Es wird berichtet, dass der Beitrag von Migranten zum BIP in ganz Deutschland bei 14 Prozent und in Ostdeutschland bei 11 Prozent liegt.

Speziell für Sachsen-Anhalt wird das Risiko als noch sichtbarer angesehen. In diesem Bundesland machen Migranten 33 bis 40 Prozent der Beschäftigten in den Bereichen Lebensmittelproduktion, Bauwesen, Gastronomie und Logistik aus. Zudem wird darauf hingewiesen, dass jeder fünfte Arzt ausländischer Staatsangehörigkeit ist. Die Erwartung, dass das Bundesland in den nächsten 10 Jahren 13 Prozent seiner Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter verlieren wird, macht dieses Bild noch kritischer.

Dass die AfD einen Brexit-ähnlichen Prozess und den Austritt aus der EU und der Eurozone befürwortet, sticht als separates Thema für die exportorientierte deutsche Wirtschaft hervor. Es wird berechnet, dass ein möglicher Austritt innerhalb von fünf Jahren zu einem wirtschaftlichen Verlust von 700 Milliarden Euro und zur Gefährdung von 2,5 Millionen Arbeitsplätzen führen könnte. Es wird prognostiziert, dass die Haushaltseinkommen in Sachsen-Anhalt um mehr als 6 Prozent sinken könnten.

Auf der fiskalischen Seite werden auch die Steuer- und Rentenversprechen der Partei diskutiert. Es wird zum Ausdruck gebracht, dass das von der AfD vorgeschlagene Steuersystem eher einkommensstarken Gruppen als einkommensschwachen Schichten Vorteile bringen würde und die Versprechen ein erhebliches Haushaltsdefizit verursachen könnten. Laut einer Analyse des IWH zum Programm für Sachsen-Anhalt stehen einem Finanzierungsbedarf von jährlich etwa 2,5 Milliarden Euro nachweisbare Sparversprechen in Höhe von lediglich 243 Millionen Euro gegenüber.

Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, warnte davor, dass die Wirtschaft der Bundesländer Schaden nehmen könnte, sollte die AfD an die Macht kommen, und wies darauf hin, dass die wirtschaftlichen Folgen fremdenfeindlicher Politik schwerwiegend sein könnten. Laut Gropp könnte das jährliche Wachstum in einem von der AfD regierten Bundesland um 0,5 bis 1 Prozent sinken.

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING für Deutschland und Österreich, bezeichnete die bevorstehenden Wahlen als „heißen politischen Herbst in Deutschland“. Brzeski erklärte, dass die Ergebnisse in den drei Bundesländern das politische Klima in Berlin beeinflussen könnten und dass die Langsamkeit bei Reformen zur Belebung der stagnierenden Wirtschaft den Boden für den Aufstieg der extremen Rechten bereite.


Nachrichtenquelle: 12punto

Deutschland AfD Eurozone Deutsche Wirtschaft Landtagswahlen Migrationspolitik Sachsen-Anhalt Berlin