BDDK-Daten belegen: Rekord bei TL-Einlagen seit 11 Jahren
Laut BDDK-Daten ist der Anteil der Türkischen Lira an den Gesamteinlagen auf 62 Prozent gestiegen. Hohe Zinsen haben den Wechsel von Devisen zu TL sowie das ausländische Interesse an Anleihen erhöht.
Die in den letzten Monaten zunehmende Volatilität an den Märkten und die umgesetzte straffe Geldpolitik haben die Anlegerpräferenzen deutlich in Richtung Türkische Lira verschoben. Während der Druck auf die realen Renditen bei traditionellen Anlageinstrumenten wie Aktien, Gold, Silber und Immobilien anhält, haben sich hochverzinsliche TL-Einlagen als bevorzugte Option herauskristallisiert.
Während die Inflation im Zeitraum Januar bis Juni bei 17,76 Prozent lag, gilt die hochverzinsliche TL als das wichtigste Instrument, das in diesem Zeitraum eine positive reale Rendite erzielte. Laut BDDK-Daten erreichte der Anteil der TL an den Gesamteinlagen 62 Prozent und damit den höchsten Stand der letzten 11 Jahre.
Auch die Daten der TCMB wiesen auf einen Rückgang der Deviseneinlagen inländischer Anleger hin. Die Deviseneinlagen, die im Januar noch bei 238 Milliarden Dollar lagen, sanken auf 216 Milliarden Dollar, da die Renditen schwach blieben und die TL-Zinsen attraktiver wurden.
AUSLÄNDER SETZEN AUF ANLEIHEN
Das Umfeld hoher Zinsen wirkte sich nicht nur auf die Präferenzen inländischer Sparer, sondern auch auf die ausländischer Investoren aus. Nach Daten der TCMB für die Woche bis zum 10. Juli kauften ausländische Investoren Aktien im Wert von 33 Millionen Dollar, während die Käufe auf der Anleihenseite 1 Milliarde 225 Millionen Dollar erreichten.
Die von der Türkei gebotenen hohen Zinsen, die Grundlage für Carry-Trade-Geschäfte und der kontrollierte Kursverlauf werden als einflussreiche Faktoren dafür genannt, dass sich ausländische Fonds in den letzten Wochen dem Anleihenmarkt zugewandt haben. In derselben Woche wurde ein Anstieg der Bruttoreserven der TCMB um 3,6 Milliarden Dollar verzeichnet.
An der Borsa İstanbul hält der schwache Trend hingegen an. Während der BIST-100-Index etwa 8 Prozent unter seinem im Mai erreichten Höchststand notiert, wird darauf hingewiesen, dass ein wesentlicher Teil der seit Jahresbeginn erzielten Gewinne auf den Anstieg in den ersten zwei Monaten zurückzuführen ist.
Auch der Rückgang bei Gold und Silber auf den globalen Märkten beeinflusste die Anlegerpräferenzen. In einem Zeitraum, in dem Gold auf Unzenbasis 7 Prozent und Silber 21 Prozent an Wert verloren, lag die Rendite von Gramm-Gold auf TL-Basis bei lediglich 1,9 Prozent. Während die Rendite des Währungskorbs bei etwa 8 Prozent stagnierte, verzeichnete der Wohnimmobilienpreisindex trotz eines jährlichen Anstiegs von 24,5 Prozent real einen Verlust von 5,8 Prozent.
Im Kalender der Märkte stehen die Zinsentscheidung der TCMB am 23. Juli und die erwartete Bewertung der Türkei durch Moody’s am 24. Juli im Vordergrund. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die Ölpreise und die globale Risikobereitschaft werden weiterhin den Verlauf der Anlageinstrumente bestimmen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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