Betonung der 'wirtschaftlichen Unsicherheit' im Fed-Protokoll sorgt für Aufmerksamkeit
Das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank (Fed), bei der die Zinssätze unverändert blieben, zeigt, dass die hohe Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten die Bank zu Vorsicht veranlasst.
Die Fed hat das Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) vom 19. bis 20. September veröffentlicht.
Das Protokoll der letzten Sitzung, bei der der Leitzins unverändert in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent – dem höchsten Stand seit 22 Jahren – belassen wurde, zeigt, dass die hohe Unsicherheit die Bank zu einer vorsichtigen Haltung veranlasst, während die Debatte darüber, ob weitere Zinserhöhungen erforderlich sind, andauert.
Im Protokoll heißt es: "Während die Mehrheit der Entscheidungsträger der Ansicht war, dass eine weitere Anhebung des Zielbereichs für die Federal Funds Rate auf einer künftigen Sitzung wahrscheinlich angemessen wäre, vertraten einige die Auffassung, dass keine weiteren Erhöhungen erforderlich sein könnten."
Es wurde betont, dass sich alle Entscheidungsträger einig seien, dass der Ausschuss in der Lage sei, "vorsichtig vorzugehen", und dass die politischen Entscheidungen bei jeder Sitzung weiterhin auf der Gesamtheit der eingehenden Informationen sowie deren Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Ausblick und das Risikogleichgewicht basieren würden.
WIRTSCHAFTLICHER VERLAUF ÄUSSERST UNGEWISS
Im Protokoll wurde darauf hingewiesen, dass weiterhin ein hohes Maß an Unsicherheit hinsichtlich der allgemeinen wirtschaftlichen Aussichten bestehe. Eine neue Quelle der Unsicherheit sei der Streik der Automobilarbeiter; viele Entscheidungsträger beobachteten, dass eine Intensivierung des Streiks sowohl ein Aufwärtsrisiko für die Inflation als auch ein Abwärtsrisiko für die wirtschaftliche Aktivität darstelle.
Dem Protokoll zufolge wies die Mehrheit der Entscheidungsträger zudem auf Aufwärtsrisiken durch steigende Energiepreise hin, die einen Teil des jüngsten Rückgangs der Inflation umkehren könnten, sowie auf das Risiko, dass die Inflation hartnäckiger sein könnte als erwartet.
Einige Entscheidungsträger verwiesen auf Abwärtsrisiken für die wirtschaftliche Aktivität, einschließlich der Möglichkeit einer stärkeren Straffung der Kreditbedingungen als erwartet, falls der heimische Bankensektor weitere Schwierigkeiten erleben sollte. Zudem wurden die Möglichkeit einer Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums durch die wirtschaftliche Abschwächung in China sowie die Gefahr eines längeren Stillstands der US-Regierung thematisiert.
Im Protokoll wurde festgehalten, dass einige Entscheidungsträger Schwierigkeiten bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage beobachteten, da bestimmte Daten weiterhin volatil seien und großen Revisionen unterlägen.
Im Fed-Protokoll hieß es: "Die große Mehrheit der Entscheidungsträger bewertete den künftigen Verlauf der Wirtschaft weiterhin als äußerst unsicher."
GELD POLITIK MUSS NOCH EINE WEILE RESTRIKTIV BLEIBEN
In dem Protokoll wurde darauf hingewiesen, dass die Entscheidungsträger allgemein der Ansicht seien, die Risiken für das Erreichen der Ziele des Ausschusses seien durch den restriktiven geldpolitischen Kurs "zweiseitiger" geworden. Dennoch wurde betont, dass die Mehrheit der Entscheidungsträger weiterhin Aufwärtsrisiken für die Inflation sehe, da diese noch immer deutlich über dem langfristigen Ziel liege und der Arbeitsmarkt weiterhin angespannt sei.
Im Protokoll wurde bewertet: "Alle Entscheidungsträger waren sich einig, dass die Politik noch einige Zeit restriktiv bleiben muss, bis der Ausschuss davon überzeugt ist, dass sich die Inflation nachhaltig in Richtung des Ziels bewegt."
Dem Protokoll der Bank zufolge wurde betont, wie wichtig es sei, das Risiko einer übermäßigen Straffung gegen das Risiko einer unzureichenden Straffung abzuwägen.
Nachrichtenquelle: AA
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