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Erdgas-Alarm in Europa vor dem Winter: Niedrigster Stand in den Speichern seit 15 Jahren erwartet

Unterbrechungen bei der LNG-Versorgung und niedrige Lagerbestände könnten dazu führen, dass Europa anfällig in den Winter geht. Experten sehen das Risiko stark steigender Preise.

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Erdgas-Alarm in Europa vor dem Winter: Niedrigster Stand in den Speichern seit 15 Jahren erwartet

Obwohl die Energienachfrage in den Sommermonaten in Europa relativ gering ist, steht der Kontinent vor dem Winter aufgrund der Erdgasvorräte vor einer neuen Risikolage. Prognosen deuten darauf hin, dass die Speicher in den Ländern der Europäischen Union bis Ende Oktober lediglich einen Füllstand von 76 Prozent erreichen könnten.

Den Vorhersagen von Wood Mackenzie zufolge könnte dies der niedrigste Stand sein, der seit mindestens 2011 zu Beginn der Wintersaison verzeichnet wurde. Daten von Gas Infrastructure Europe zeigen zudem, dass die Speicher nach einem kalten Winter mit einem Füllstand von 28 Prozent in die Auffüllsaison starteten; das aktuelle Niveau ist auf etwa 48 Prozent gestiegen.

Ein wesentlicher Grund für die schwachen Lagerbestände ist der Einfluss der Spannungen im Nahen Osten auf den globalen Markt für Flüssigerdgas (LNG). Die Störungen bei den Lieferungen durch die Straße von Hormus infolge der Konflikte zwischen den USA und dem Iran werden als Faktoren genannt, die das Tempo der europäischen Speicherbefüllung begrenzen.

LNG-ANGEBOT UND PREISRISIKO

Produktionsrückgänge in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten haben ebenfalls Druck auf das globale LNG-Angebot ausgeübt. Unter normalen Bedingungen wird etwa ein Fünftel des weltweiten LNG-Handels durch die Straße von Hormus transportiert. Daher kann jede Unterbrechung in der Region die Versorgungs- und Preisbilanzen für Importländer, einschließlich Europa, beeinflussen.

Die europäischen Erdgas-Referenzpreise liegen derzeit bei etwa 40 Euro pro Megawattstunde. Obwohl dieses Niveau weit unter dem historischen Höchststand von 342 Euro liegt, der 2022 nach Beginn des Russland-Ukraine-Krieges erreicht wurde, bewegt es sich weiterhin über den Durchschnittswerten der Vorkriegszeit.

Analysten weisen darauf hin, dass die aktuellen Preise möglicherweise nicht attraktiv genug sind, um globale LNG-Ladungen nach Europa zu lenken. Laut der Analystin Natasha Fielding von Argus Media sind die Sommermonate von entscheidender Bedeutung, damit Europa seine Speicher vor dem Winter stärken kann.

Experten warnen, dass vorübergehende diplomatische Entspannungen die Preise kurzfristig drücken könnten, Europa jedoch bei anhaltenden Engpässen im LNG-Angebot mit niedrigen Beständen in den Winter gehen könnte. In einem solchen Szenario könnte das Auftreten strenger Kälteperioden das Risiko eines schnellen Anstiegs der Erdgaspreise erhöhen.


Nachrichtenquelle: 12punto

Europäische Union Erdgas LNG Energiepreise Straße von Hormus Wood Mackenzie Gas Infrastructure Europe