Erschütterung an den Kryptomärkten: Bitcoin seit drei Wochen im Sinkflug
Geopolitische Spannungen und die Unsicherheit über die Politik der US-Notenbank (Fed) haben dazu geführt, dass Bitcoin nun die dritte Woche in Folge an Wert verliert. Während der globale Kryptomarkt mit einem Verlust von über 1 Billion Dollar schrumpft, fallen insbesondere die Verkäufe durch Großinvestoren auf.
Anhaltende geopolitische Risiken an den globalen Finanzmärkten sowie Unsicherheiten darüber, welchen geldpolitischen Kurs die US-Notenbank (Fed) einschlagen wird, setzen risikoreiche Anlagen weiterhin unter Druck. Die Nominierung von Kevin Warsh durch den designierten US-Präsidenten Donald Trump für den Fed-Vorsitz sowie die Erwartung, dass Warsh keine aggressiven Zinssenkungen vornehmen werde, haben die vorsichtige Haltung der Anleger verstärkt.
Sorgen bei Technologieunternehmen hinsichtlich der Auswirkungen von Investitionen in künstliche Intelligenz auf die Unternehmensgewinne sowie Fragen zur Nachhaltigkeit von Aktienbewertungen haben Verkaufsdruck auf Technologiewerte ausgeübt. Diese Entwicklungen führten auch an den Kryptomärkten zu heftigen Preisrückgängen.
Innerhalb der letzten Woche verlor Bitcoin 16,5 Prozent an Wert und fiel auf bis zu 69.923 Dollar, womit sich der Abwärtstrend nun die dritte Woche in Folge fortsetzt. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Verlust auf 20,1 Prozent; Bitcoin ist damit auf etwa 60.000 Dollar zurückgefallen, das niedrigste Niveau seit Oktober 2024. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei Ethereum, das in der vergangenen Woche um 23,3 Prozent auf 2.055 Dollar nachgab.
Andererseits ist die gesamte Marktkapitalisierung des globalen Kryptomarktes von ihrem Höchststand von 4 Billionen 379 Milliarden Dollar im Oktober um mehr als 2 Billionen Dollar gesunken und liegt derzeit bei etwa 2 Billionen 300 Milliarden Dollar. Allein im letzten Monat belief sich dieser Wertverlust auf über 1 Billion Dollar.
"ANLEGER WENDEN SICH EDELMETALLEN ZU"
Ali Eşelioğlu, CEO von CoinTR, erklärte in seiner Einschätzung: "Dass Bitcoin unter die Marke von 70.000 Dollar gefallen ist und das Niveau von 60.000 Dollar erreicht hat, sowie die Tatsache, dass der Abwärtstrend nun in die dritte Woche geht, hängt maßgeblich mit der nachlassenden globalen Risikobereitschaft zusammen."
Eşelioğlu betonte, dass das zunehmend geopolitisch angespannte und unsichere Umfeld die Anleger dazu veranlasse, sich wieder Edelmetallen zuzuwenden, während die Abflüsse aus Kryptowährungen – allen voran Bitcoin, das als risikoreichere Anlage gilt – an Fahrt aufgenommen hätten.
Zusätzlich sagte Eşelioğlu, dass die Verschiebung der Erwartungen hinsichtlich der Fed-Zinssenkungen, Zweifel an der geldpolitischen Lockerung sowie die erneute Thematisierung früherer Äußerungen von Kevin Warsh zur Geldpolitik eine vorsichtige Haltung an den Märkten mit sich gebracht hätten.
Eşelioğlu unterstrich, dass Warsh über Jahre hinweg davor gewarnt habe, dass eine lockere Geldpolitik die Inflation anheizen könne, und fügte hinzu: "Auch wenn Warsh in jüngerer Zeit geäußert hat, dass die Zinsen schneller gesenkt werden sollten, hat dieser Meinungswandel die Wahrnehmung der Unsicherheit in Bezug auf die Geldpolitik verstärkt."
EINFLUSS VON WAL-INVESTOREN HÄLT AN
James Butterfill, Forschungsleiter bei CoinShares, wies darauf hin, dass es am Montag mit 506 Millionen Dollar den größten Bitcoin-Zufluss des Jahres in den Kryptomarkt gegeben habe, diese Bewegung jedoch nicht von Dauer gewesen sei. Butterfill berichtete, dass es an den zwei Handelstagen nach dem ersten Wochentag zu Abflüssen von insgesamt 746 Millionen Dollar gekommen sei: "Die Verkäufe durch 'Wal'-Investoren, die über große Mengen an Kryptowährungen verfügen und somit die Preisbewegungen direkt beeinflussen können, scheinen der Hauptauslöser für die Verkaufswelle zu sein."
Butterfill wies darauf hin, dass solche großvolumigen Transaktionen einen Welleneffekt erzeugen und den Rückgang weiter vertiefen könnten, auch wenn es keinen strukturellen Grund am Markt gebe. Zudem betonte er, dass "Wal"-Investoren seit Oktober Bitcoin im Wert von über 29 Milliarden Dollar verkauft hätten. In der vergangenen Woche seien auf dem aktuellen Preisniveau begrenzte Nettozukäufe von etwa 72 Millionen Dollar beobachtet worden, was vorsichtige Signale für eine mögliche Abschwächung des Verkaufsdrucks liefere.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Wertverluste und Volatilität an den Kryptomärkten auch in der kommenden Zeit im Fokus der Anleger bleiben könnten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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