Entscheidung von Gazprom zur Türkei: Wird das Erdgas-Hub-Projekt realisiert?
Der russische Energieriese Gazprom hat eine Entscheidung bezüglich des geplanten Erdgas-Hub-Projekts in der Türkei getroffen, mit dem die Verluste in Europa kompensiert werden sollen.
Der größte russische Energiekonzern Gazprom hat seinen Plan zur Errichtung eines Erdgas-Verteilzentrums in der Türkei aufgegeben. Das Projekt, mit dem das Unternehmen seine massiven Verluste auf den europäischen Märkten nach dem Ukraine-Krieg kompensieren wollte, wurde nach langwierigen Prüfungen eingestellt. Wie Bloomberg unter Berufung auf Unternehmensquellen berichtet, wurde das Projekt weitgehend auf Eis gelegt und steht nicht mehr auf der aktiven Agenda.
NACH DEM UKRAINE-KRIEG RICHTETEN SICH DIE AUGEN AUF DIE TÜRKEI
Vor dem Krieg war Gazprom der größte Erdgaslieferant Europas. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine fielen jedoch die Nord-Stream-Pipelines, die Gas nach Deutschland transportierten, aus.
Zudem wurde angekündigt, dass die Gaslieferungen über die Ukraine ab 2024 eingestellt werden. Diese Entwicklungen haben die Präsenz von Gazprom in Europa erheblich geschwächt. Um diese Verluste auszugleichen, hatte das Unternehmen den Plan verfolgt, die Türkei zu einem Energie-Hub zu machen.
PIPELINE-KAPAZITÄTEN DER TÜRKEI ALS UNZUREICHEND BEWERTET
Laut Quellen, die gegenüber Bloomberg anonym bleiben wollten, hielt Gazprom das Projekt nach monatelangen Machbarkeits- und technischen Studien für nicht nachhaltig. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, dass die bestehenden Kapazitäten der Pipelines, die Gas von der Türkei nach Bulgarien und Griechenland transportieren sollen, unzureichend seien und diese Infrastruktur massive Investitionen erfordern würde. Einige hochrangige Gazprom-Manager hatten zudem argumentiert, dass das Projekt von Anfang an nur geringe Erfolgsaussichten gehabt habe.
Ein weiteres bemerkenswertes Detail in dem Bericht ist, dass die Idee eines Gas-Hubs in der Türkei ursprünglich nicht von Gazprom selbst, sondern aus politischen Kreisen nahe dem Kreml stammte. Als der russische Präsident Wladimir Putin das Projekt im Oktober 2024 öffentlich ankündigte, sollen die Gazprom-Manager von dieser Erklärung überrascht worden sein, was innerhalb des Unternehmens für Verwirrung sorgte. Dies deutet darauf hin, dass das Projekt intern kaum Unterstützung fand.
Für Gazprom, das durch Erdgasexporte nach Europa monatlich etwa 8 Milliarden Dollar einnahm, galt ein über die Türkei errichteter Gas-Hub als strategisches Hintertürchen. Mit der Einstellung des Projekts ist dieses Ziel nun weitgehend hinfällig geworden.
Nachrichtenquelle : 12punto
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