Debatte über weiche oder harte Landung in Amerika
Morgan Stanley und Goldman Sachs haben unterschiedliche Szenarien für die Zinssenkungsprognosen der Fed entwickelt. Der Ökonom Prof. Dr. Hayri Kozanoğlu bewertete für 12punto.com.tr die Gründe für die unterschiedlichen Einschätzungen der US-Notenbank (FED) durch Goldman Sachs und Morgan Stanley.
Gizem Yaralı-12punto
Der Ökonom Prof. Dr. Hayri Kozanoğlu erläuterte die Einschätzungen zu den mit Spannung erwarteten Zinsentscheidungen:
Goldman Sachs und Morgan Stanley sind zwei der führenden Investmentbanken Amerikas; ihre Zukunftsprognosen werden weltweit verfolgt und als wichtig erachtet.
Wie bekannt ist, hält die US-Notenbank FED die Zinsen derzeit in einer Spanne von 5,25 % bis 5,50 %, und die allgemeine Auffassung ist, dass die Inflation rückläufig ist. Zuletzt wurde sie mit 3,7 % angegeben.
Es wird erwartet, dass sie die Zinserhöhungen gestoppt haben und ab 2024 zu Zinssenkungen übergehen werden. Das mittelfristige bis langfristige Inflationsziel der FED in Amerika liegt bei 2 %. Doch wie aus den Erklärungen von FED-Chef Powell hervorgeht, möchte man für eine gewisse Zeit einen Realzins von anderthalb bis zwei Prozentpunkten beibehalten, um die übermäßige Nachfrage in der Wirtschaft und die damit verbundene steigende Inflation zu kontrollieren. Insofern wird erwartet, dass sie die Zinsen entsprechend dem Rückgang der Inflation anpassen.
An diesem Punkt prognostizieren beide Banken, dass die Zinsen im Jahr 2024 gesenkt werden, aber die Bank Morgan Stanley geht von schnelleren Zinssenkungen aus und rechnet damit, dass die Zinsen bis Ende 2025 auf 2,375 % fallen werden.
Die Prognosen von Goldman Sachs sehen hingegen eine langsamere Zinssenkung zwischen 3,5 % und 3,75 % vor. Dies hängt eigentlich damit zusammen, wie die amerikanische Wirtschaft abschneiden wird. Soweit verständlich, geht die Bank Goldman Sachs davon aus, dass sich das Wachstum deutlich verlangsamen wird, die Arbeitslosigkeit steigen wird und die US-Notenbank ab einem gewissen Punkt die Zinsen drastischer senken wird, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.
Goldman Sachs verfolgt das Szenario einer sogenannten „Soft Landing“, bei der sich die Wirtschaft langsam abkühlt oder die Wirtschaft nicht zu stark abbremst, während die Inflation sinkt. Dementsprechend geht die Bank davon aus, dass langsamere Zinssenkungen vorgenommen werden und man sich bis Ende 2025 mit einer Senkung um insgesamt 175 Basispunkte (1,75 %) begnügen wird.
Nachrichtenquelle: Gizem Yaralı
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