Iran und Oman einigen sich auf Straße von Hormus: Brent-Öl fällt unter 86 Dollar
Die Einigung zwischen dem Iran und dem Oman über die Sicherheit der Schifffahrt und die Transitgebühren in der Straße von Hormus hat zu Verkäufen am Ölmarkt geführt.
Der Iran und der Oman haben eine Einigung über die Sicherheit der Schifffahrt und die Aufteilung der Transitgebühren in der Straße von Hormus erzielt, einem der kritischsten Knotenpunkte des globalen Energiehandels. Die Erwartung, dass die Spannungen in der Region abnehmen könnten, führte zu einem starken Rückgang der Ölpreise.
Der Kontrakt für ICE Brent-Rohöl mit Fälligkeit im Oktober 2026 verlor auf Tagesbasis 2,96 Prozent an Wert und fiel auf 85,96 Dollar. Damit festigte Brent-Öl seinen Kurs unter der psychologisch wichtigen Marke von 90 Dollar.
In den Gesprächen wurden neben den Zuständigkeitsbereichen in der Meerenge auch die Aufteilung der aus den Durchfahrten erzielten Einnahmen erörtert. Berichten zufolge prüften die Parteien zudem die Einrichtung eines temporären gemeinsamen Schifffahrtskorridors, um den sicheren Schiffsverkehr zu gewährleisten, sowie die Minenräumung in der Region.
Es wird erwartet, dass die technischen Verhandlungen zu Themen wie Verkehrsmanagement, Informationsaustausch, Sicherheitsdienste und der Betrieb des geplanten dauerhaften Korridors fortgesetzt werden. Die Markterwartung geht primär davon aus, dass das Abkommen die Energielieferungen schrittweise wieder normalisieren wird.
Dennoch hat der Schiffsverkehr in der Meerenge noch nicht das Niveau von vor der Krise erreicht. Laut Kpler-Daten passierten am Dienstag lediglich 5 Frachtschiffe die Straße von Hormus. Vor den Konflikten wurden schätzungsweise etwa 20 Prozent des weltweiten Rohölflusses über diese Route abgewickelt.
Neben den Kontakten zwischen dem Iran und dem Oman wirkte sich auch die diplomatische Dynamik in der Region auf den Rückgang der Ölpreise aus. Die Rückkehr der US-Diplomaten an ihre Dienstorte am Golf und die nachlassenden Erwartungen hinsichtlich militärischer Spannungen senkten die Risikowahrnehmung.
Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti behauptete, dass die USA und der Iran einen Waffenstillstand ankündigen würden, der den freien Schiffsverkehr in der Straße von Hormus umfasst. Vom Weißen Haus gab es jedoch keine offizielle Stellungnahme zu dieser Behauptung.
Unterdessen setzt Washington seine Sanktionspolitik gegenüber Teheran fort. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte ein neues Sanktionspaket an, das 60 Personen und Institutionen mit Verbindungen zum Iran umfasst. Die Märkte werden in der kommenden Zeit sowohl die Auswirkungen der Sanktionen als auch die Geschwindigkeit beobachten, mit der die kommerziellen Durchfahrten in Hormus zur Normalität zurückkehren.
Nachrichtenquelle: 12punto
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