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Mahfi Eğilmez: Zeit für eine dringende Revision der Wirtschaftsführung

Der Ökonom Mahfi Eğilmez erklärte, dass aufgrund der Schwankungen auf den globalen Märkten die grundlegenden Annahmen des türkischen Wirtschaftsprogramms ihre Gültigkeit verloren hätten, und betonte, dass eine umfassende Aktualisierung der Pläne unumgänglich sei.

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Mahfi Eğilmez: Zeit für eine dringende Revision der Wirtschaftsführung

Die neuen Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran sowie der Anstieg der Energiepreise haben eine Überprüfung der aktuellen Prognosen für die türkische Wirtschaft auf die Tagesordnung gesetzt.

Mahfi Eğilmez schlägt vor, die Berechnungen für zahlreiche Indikatoren zu aktualisieren – insbesondere für Ölpreise, Risikoprämien, Inflation und Wachstumsraten.

In einer Analyse auf seinem Blog schrieb Eğilmez: „Die Wirtschaftsführung möchte manchmal inmitten eines Sturms auf die Karte für sonnige Tage schauen. Doch wenn der Wind die Richtung ändert, sind alte Berechnungen nicht mehr nützlich. Während die Ölpreise in die Höhe schießen, steigen die Zinsen und Risikoprämien, und das Haushaltsgleichgewicht sowie das externe Gleichgewicht werden fragil. Das ursprünglich vorgesehene Programm hat angesichts der Schwere der Realitäten seine Gültigkeit verloren. Es ist nicht die Zeit, alte Pläne zu verteidigen, sondern die Zeit, wieder realistische Berechnungen anzustellen.“

ANSTIEG DER ÖL- UND ENERGIEKOSTEN

In Eğilmez' Bewertung wird darauf hingewiesen, dass bei den aktuellen Ölpreisen, die weit über den angestrebten Werten liegen, ernsthafte Abweichungen bei den Hauptindikatoren der Wirtschaft entstanden sind. Während im mittelfristigen Programm (OVP) für das Jahr 2026 ein Durchschnittspreis von 65 Dollar angenommen wurde, wird betont, dass der aktuelle Anstieg auf das Niveau von 110 Dollar erhebliche Auswirkungen haben wird. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass jeder Anstieg des Ölpreises um 10 Dollar das Leistungsbilanzdefizit um 3,5 bis 4 Milliarden Dollar und die Inflation um 1 bis 1,5 Punkte erhöht.

Andererseits erhöhen der Aufwärtstrend bei der türkischen Risikoprämie und der Anstieg der US-Anleiherenditen die Kosten für die externe Kreditaufnahme des Landes erheblich. Heute liegen diese Sätze bei über 7 Prozent, was den Zugang zu Finanzmitteln nicht nur für den öffentlichen, sondern auch für den privaten Sektor erschwert.

INFLATION UND HAUSHALTSLAGE

Eğilmez argumentiert, dass es nicht mehr möglich sei, die Inflationserwartungen zum Jahresende im Bereich von 16 bis 21 Prozent zu halten, und erklärte, dass die Prognosen auf ein Niveau von 25 Prozent korrigiert werden müssten. Er äußerte, dass die Zentralbank ihre Geldpolitik entsprechend überprüfen müsse. Mit der Aufwärtsbewegung der Zinsen steigen auch die realen Kreditkosten.

Während im Haushalt in den ersten zwei Monaten dieses Jahres eine Verbesserung zu verzeichnen war, wurde gewarnt, dass dies nur vorübergehend sei; mit dem Nachlassen der Effekte der Vorauszahlungen bei der Körperschaftssteuer könnte das Haushaltsgleichgewicht erneut gestört werden. Es wird erwartet, dass sich das Haushaltsdefizit bis zum Jahresende aufgrund steigender Öl- und Zinskosten sowie der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums vertiefen wird.

Auf der Seite der Leistungsbilanz ist zu beobachten, dass bei schwachen Exporten und steigenden Importen der Rückgang der ausländischen Direktinvestitionen anhält; kurzfristige und volatile Kapitalzuflüsse rücken in den Vordergrund. Es wurde unterstrichen, dass der Kostenanstieg bei Energieimporten das Leistungsbilanzdefizit verdoppeln könnte.

Der Abwärtstrend bei den Reserven der Zentralbank wird sowohl mit der erschwerten externen Finanzierung als auch mit der steigenden Nachfrage nach Devisen im Inland in Verbindung gebracht.

Das Wirtschaftswachstum dürfte durch die Industrieproduktion, die Kapazitätsauslastung, Verluste in der Landwirtschaft und Viehzucht sowie die Auswirkungen der Zinserhöhungen auf den Konsum nach unten korrigiert werden. Das Wachstumsziel von 3,8 Prozent im OVP erscheint schwer erreichbar.

Es wird erwartet, dass die türkische Wirtschaftsführung, ausgehend von der Ansicht „Wenn sich die Realität geändert hat, ist es keine Wahl, sondern ein Fehler, das Programm nicht zu ändern“, mit einer dringenden Revision wirtschaftliche Ziele festlegt, die den Realitäten der neuen Ära entsprechen.


Nachrichtenquelle: 12punto

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