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OECD-Bericht zur Türkei: Weitere geldpolitische Straffung möglich

Die internationale Wirtschaftsorganisation OECD hat ihre Wachstumsprognose für die Türkei für das Jahr 2024 von 2,9 Prozent auf 3,4 Prozent angehoben. Im Bericht wird zudem darauf hingewiesen, dass die Inflation nicht eingedämmt werden konnte und eine weitere geldpolitische Straffung folgen könnte.

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OECD-Bericht zur Türkei: Weitere geldpolitische Straffung möglich

Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat ihre Wachstumsprognose für die Türkei angehoben. 

Nachdem die OECD im Februar noch davon ausging, dass die türkische Wirtschaft 2024 um 2,9 Prozent wachsen würde, hat sie diese Prognose nun auf 3,4 Prozent revidiert. Die Wachstumsprognose für 2025 behielt die Organisation bei 3,2 Prozent bei.

Die OECD prognostizierte zudem, dass die durchschnittliche Inflation in der Türkei 2024 bei 55,5 Prozent und 2025 bei 28,9 Prozent liegen werde. Die Kerninflation wird für 2024 und 2025 auf durchschnittlich 57,5 Prozent beziehungsweise 28,7 Prozent geschätzt.

Ein weiteres bemerkenswertes Detail in der Erklärung der Organisation ist, dass der erwartete Rückgang der Inflation trotz der geldpolitischen Straffung ausgeblieben ist. Dem Bericht zufolge könnte eine weitere geld- und fiskalpolitische Straffung erforderlich sein, falls die Inflation weiterhin hoch bleibt. 


Im OECD-Bericht wurden folgende Einschätzungen zur Türkei getroffen:

"Die strafferen Finanzierungsbedingungen und die negativen Auswirkungen der Inflation auf die Kaufkraft werden den privaten Konsum dämpfen. Es wird erwartet, dass die Investitionstätigkeit aufgrund des laufenden Wiederaufbaus nach dem Erdbeben von 2023 stark bleibt. Die Exporte werden sich als Spiegelbild des sich verbessernden externen Umfelds allmählich stärken. Die Inflation erreichte Anfang dieses Jahres ihren Höhepunkt, wird aber in den Jahren 2024 und 2025 weiterhin hoch bleiben.

'WEITERE GELDPOLITISCHE STRAFFUNG MÖGLICH'

Nach dem deutlichen Anstieg des Defizits im Jahr 2023, der teilweise auf erdbebenbedingte Ausgaben zurückzuführen ist, wird eine restriktive Fiskalpolitik erwartet. Die Geldpolitik ist zu Recht restriktiv geworden, und der Leitzins wurde seit Mai 2023 kumulativ um 41,5 Prozentpunkte angehoben. Sollte die Inflation jedoch weiterhin hoch bleiben, könnten weitere geld- und fiskalpolitische Straffungen erforderlich sein. Strukturreformen könnten die Bemühungen zur Stabilisierung der makroökonomischen Bedingungen und zur Steigerung des langfristigen Wachstumspotenzials unterstützen. Insbesondere eine Arbeitsmarktreform würde dazu beitragen, die Schaffung hochwertiger, registrierter Arbeitsplätze zu fördern.

INFLATIONSBEWERTUNG

Das Wachstum blieb im letzten Quartal 2023 dank des starken privaten Konsums robust. Auch der Beitrag der Nettoexporte zum BIP verbessert sich allmählich. Trotz der strafferen Finanzierungsbedingungen deuten kurzfristige Indikatoren auf ein starkes Wachstum der Binnennachfrage zu Beginn des Jahres 2024 hin. Die Produktion von Konsumgütern und die Einzelhandelsumsätze stiegen zu Jahresbeginn, und die Aktivität im Bausektor blieb aufgrund des Wiederaufbaus und der Reparaturen in der Erdbebenregion von 2023 dynamisch. Die Inflation bleibt jedoch hartnäckig hoch. Die jährliche Verbraucherpreisinflation erreichte im März 68,5 Prozent, und obwohl die Inflationserwartungen in den letzten Monaten gesunken sind, liegen sie weiterhin deutlich über dem Inflationsziel von 5 Prozent."


Nachrichtenquelle: 12punto

OECD Wirtschaft Kredit