Prof. Dr. Duran Bülbül analysiert: Finanzbehörden drängen Gewerbetreibende nicht zum Handel, sondern in die Schattenwirtschaft und Kriminalität
Der Finanzprofessor und 12punto-Autor Prof. Dr. Duran Bülbül wies darauf hin, dass Gewerbetreibende, die unter einer enormen wirtschaftlichen Last stehen, nicht nur mit steigenden Kosten, sondern auch mit den Finanzbehörden zu kämpfen haben. Prof. Dr. Bülbül erklärte, dass die Finanzbehörden mit ihren Maßnahmen die Gewerbetreibenden nicht zum Handel, sondern in die Schattenwirtschaft und die kriminelle Ökonomie drängen.
Prof. Dr. Duran Bülbül bewertete die aktuelle Lage der Landeswirtschaft gegenüber 12punto mit folgenden Worten:
Auf der einen Seite Inflation, auf der anderen Seite hohe Zinsen, ein steigender Wechselkurs und eine sich vertiefende Wirtschaftskrise – Gewerbetreibende, Bauunternehmer, Beamte und Rentner sind verzweifelt. Das Finanzministerium hingegen hat dort, wo die angewandte wirtschaftliche Straffung nicht ausreicht, die Beschlagnahmungen und Pfändungen von Vermögenswerten von Gewerbetreibenden, Bauunternehmern, Kaufleuten und Fabrikbesitzern verstärkt.
Darüber hinaus fotografieren die Finanzämter die Fahrzeuge und Arbeitsgeräte, die die Gewerbetreibenden für ihre Geschäfte nutzen, dokumentieren diese Aufnahmen und erlassen Pfändungs- und Sicherstellungsbeschlüsse. Diese von den Finanzämtern angewandten Prozesse vermitteln folgende Botschaft: „Handelt nicht mehr. Produziert nicht mehr.“ Dabei treibt diese Praxis die Unternehmen in informelle Aktivitäten, in die Schattenwirtschaft und sogar dazu, ihre Betriebe zu schließen.
Aufgrund der schrumpfenden Wirtschaft und unter dem Vorwand der durch Haushaltsdefizite entstandenen Lücken werden alle Maschinen, Immobilien, beweglichen Güter und Fahrzeuge der Gewerbetreibenden gepfändet. Zusätzlich lassen die Finanzämter die Fahrzeuge und Waren, die die Gewerbetreibenden für den Handel nutzen, vor das Amt bringen und fotografieren sie; sie formalisieren diese Aufzeichnungen und erlassen Sicherstellungsbeschlüsse, um Pfändungen durchzuführen. Der Gewerbetreibende ist nicht mehr in der Lage, die von ihm produzierten Waren zur Baustelle, in seine Fabrik oder zum Käufer, bei dem er bestellt hat, zu bringen. Ein Gewerbetreibender, der die unter Pfändung stehenden Waren faktisch nicht nutzen kann – „soll er diese Geschäfte etwa auf dem Rücken tragen?“ Das ist unmöglich.
All dies drängt Gewerbetreibende und Geschäftsinhaber in die Schattenwirtschaft und die kriminelle Ökonomie. Obwohl es Möglichkeiten für eine ernsthafte und dringende Steuerrestrukturierung oder einen Schuldenerlass gäbe, werden diese Prozesse verzögert; den Gewerbetreibenden werden ihr Recht auf Leben und Handel genommen. Diese willkürlichen Praktiken, die eines demokratischen Rechtsstaates unwürdig sind, sind keine rechtlichen, sondern eine Art Druck- und Einschüchterungsmethode.
Das Gerichtsverfahren muss unverzüglich mit den Normen des Rechtsstaates in Einklang gebracht werden; das Recht muss Vorrang haben. Das Finanzministerium und die Finanzämter müssen von willkürlichen Praktiken absehen, und die von den Gewerbetreibenden angebotenen Sicherheiten müssen fair bewertet werden. Bei akzeptierten Restrukturierungen dürfen keine Ratenzahlungen auferlegt werden, die die Zahlungsfähigkeit der Gewerbetreibenden übersteigen und nicht leistbar sind. Aufgrund des finanziellen Drucks sind Unternehmen nicht mehr in der Lage, ihre Kredite zu bedienen und können keinen Handel mehr treiben.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Pfändungen auf Waren, Eigentum und Fahrzeuge der Gewerbetreibenden müssen sofort aufgehoben werden; Sicherstellungsbeschlüsse müssen annulliert werden. Andernfalls werden Produktion und Handel zum Erliegen kommen, die Tendenz zur Schattenwirtschaft wird zunehmen und weite Teile der Gesellschaft werden mit schweren Benachteiligungen konfrontiert sein.
Nachrichtenquelle: 12punto
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