Rohmilcherzeuger klagen
In einer Mitteilung des Verbandes der Milch-, Fleisch- und Zuchtrinderhalter (TÜSEDAD) wurde der vom Nationalen Milchrat (USK) festgelegte Referenzpreis für Rohmilch als "Schlag gegen die heimische Viehwirtschaft" bezeichnet. Zudem warnte der Verband vor Kartellbildungen durch industrielle Abnehmer, die versuchen, unter dem empfohlenen Preis einzukaufen.
Der Verband der Milch-, Fleisch- und Zuchtrinderhalter (TÜSEDAD) hat mit Kritik auf die Entscheidung des Nationalen Milchrates (USK) reagiert, den Referenzpreis für Rohmilch um 8,5 Prozent auf 14,65 TL pro Liter festzulegen.
TÜSEDAD warnte zudem industrielle Abnehmer, die ab dem 1. Mai 2024 versuchen, Rohmilch unter dem empfohlenen Preis einzukaufen und diesbezüglich Kartelle zu bilden. Der Verband kündigte an, in solchen Fällen offizielle Beschwerden einzureichen.
Die Erklärung von TÜSEDAD lautet wie folgt:
"Unser Verband, der seit vier Jahren auf allen Kanälen immer wieder auf die anhaltenden Probleme unserer heimischen Viehwirtschaft hinweist, betont, dass die steigenden Fleischpreise auf die Rohmilchpreise zurückzuführen sind und die Schlachtung weiblicher Tiere zunehmen wird. Dass der Nationale Milchrat (USK) nun den Rohmilch-Richtpreis, der am 15. April 2024 bei 13,50 TL/Liter lag, mit einem Anstieg von lediglich 8,51 % auf 14,65 TL/Liter festlegt – und dies mit Gültigkeit ab dem 1. Mai – ist für unsere Erzeuger nicht akzeptabel.
In einem Umfeld, in dem die Inflation mit 68,50 % (TÜİK) angegeben wird, mehr als 50 % der Futtermittelrohstoffe importiert werden und alle Produktionskosten rapide steigen, ist eine Erhöhung des Rohmilchpreises um 8,51 % ein Schlag, den der USK der heimischen Viehwirtschaft versetzt. Trotz all unserer Warnungen über Jahre hinweg und trotz der Rohmilch-Produktionskosten, die wir auf Basis wissenschaftlicher und betrieblicher Fakten dargelegt haben, ignorieren sowohl der USK als auch unsere milchverarbeitende Industrie den Anstieg der Preise für rotes Fleisch, der durch die Schlachtung weiblicher Tiere verursacht wird. Dabei sind Milch- und Fleischproduktion zwei miteinander verbundene Produktionszweige. Unsere Erzeuger, die unter oder an der Grenze ihrer Kosten verkaufen, lassen ihre Tiere schlachten und steigen aus der Produktion aus. Dies ist eine Situation, die jeder klar erkannt hat.
Es ist zudem äußerst bedauerlich, dass die milchverarbeitende Industrie, die als einziger Abnehmer der Milcherzeuger fungiert, den vom USK bekannt gegebenen Richtpreis nicht einmal berücksichtigt. Stattdessen versuchen sie durch eine untereinander abgesprochene Preisdrückungspolitik, die Erzeugerpreise rückwirkend für März, April und sogar Mai zu unterdrücken. Unsere Erzeuger werden unter diesem Druck der Industrie erdrückt und steigen, anstatt mit Verlust zu verkaufen, aus der Produktion aus, indem sie ihre weiblichen Tiere schlachten lassen. In diesem Fall ist ein Anstieg der Preise für rotes Fleisch unvermeidlich, und dieser Teufelskreis kann nicht durchbrochen werden.
In der Hoffnung, dass es ab dem 1. Mai 2024 keine industriellen Abnehmer geben wird, die unter dem bekannt gegebenen Rohmilch-Richtpreis einkaufen und diesbezüglich Kartelle bilden, weisen wir darauf hin, dass wir bei Meldungen solcher Fälle durch unsere Erzeuger offizielle Beschwerden bei der Wettbewerbsbehörde und dem Ausschuss für unlautere Preisgestaltung des Handelsministeriums einreichen werden. Wir verbleiben mit vorzüglicher Hochachtung."
Nachrichtenquelle: 12punto
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